Dienstag, 7. November 2006
16:05
Zweitverwertung: Kommunikation mit einer Kommunikationsagentur
Aus aktuellem Anlass und für jene Zuschauer, die sich jetzt erst eingeschaltet haben, wiederholen wir heute einen Beitrag unseres Wortführers vom 20.Juni 2006.
- "Hallo."
"Hi."
"Ich finde dich echt toll."
"Danke."
"Echt."
"...."
(Pause)
"Duuuuuhu???"
"Hm?"
"Kann ich dir mal was schicken und du bloggst das dann?"
"Was denn?"
"Du, ich schick's dir einfach und dann schaumama ... OK?"
"OK."
(Sie schickt eine Anzeige Ihres Kunden mit den Worten "Es handelt sich nicht um eine Anzeigenschaltung auf Ihrer Website, sondern wir möchten einfach, dass sie dieses Motiv als Blog in der Rubrik Printwerbung verwenden. Sie können natürlich auch Ihre Meinung zu diesem Motiv schildern." Klar ....)
"Bitte sehr."
"Danke. Sieht gut aus."
"Danke. Kannst du das bloggen?"
"500 €."
"Du bist doof." (O-Ton: "Wir sind der Meinung, dass eine seriöse Kritik oder Bewertung nichts mit finanziellen Mitteln zutun hat, weshalb wir Ihr Angebot auch ablehnen.")
Klar, meine Meinung gebe ich gerne, vor allem ungefragt und dann auch umsonst. Sonst nicht. Immerhin handelt es in ihrem Ansinnen um eine Veröffentlichung in einem Medium, das täglich rund mehrere tausend Besucher zählt, und für eine entsprechende Multiplikatorenwirkung sorgt. Und das hat nichts mit Geld zu tun? Ich frage mich, ob die Dame aus der Agentur so auch versucht, ihre TV-Spots zu platzieren:
"He, du, ich find dich soll, kannst du mal den Film zeigen, dauert nicht lange, nur 20 Sekunden, so ungefähr. OK. Danke. Du bist tufte!"
Media/MaFo à la tüss???
Es soll ja Mädels geben, die es mit Erfolg schaffen, sich mit ein paar Komplimenten durchs Wochenende zu saufen. Naja, wenn sie einen Doofen finden ... meinen Segen haben sie. Mein Geld nicht.
Geschrieben von Frank Herold in Markt- und Meinungsforschung
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Tags für diesen Artikel: bloggen, büro gelb, kommunikation, kommunikationsagentur, marketing, markt- und meinungsforschung, multiplikatorenwirkung

