Bessere Werbung: Sponsored Posts und Advertorials auf marketing-blog.biz»

Gefühlsoutsourcing?

Wie oft fällt in Beziehungen eigentlich der Satz: "Schatz, ich verstehe dich nicht. Ich weiß gar nicht, was du meinst. Was willst du denn?" OK, drei Sätze, egal. Ob alle, ob nur einer davon, für Leidtragende dürfte diese, wie ich finde, sehr lustige Meldung, Hoffnung schenken, auch wenn sie nicht den direkten zwischenmenschlichen Kontakt betrifft:

    Telemarketing: Maschine erkennt die Kundenwünsche
    Bonn/Stuttgart - Das Marketinginstrument Telefon gewinnt weiter an Bedeutung. Die Forschritte bei der Technik beflügeln nach einem Bericht des Bonner Fachdienstes "Trendletter" das Telefonmarketing: "Bislang gilt in Call Centern: aus den Ohren, aus dem Sinn. Vorschläge oder Beschwerden der Kunden bleiben so meist ungenutzt. Das wird sich bald ändern. Spezielle Software wandelt die Telefonate automatisch in Text um, filtert bestimmte Schlüsselworte heraus und analysiert außerdem Ton- und Stimmlage des Anrufers, um den Gefühlszustand zu ermitteln..."

Überspringen wir jetzt einfach mal die ganzen Zwischenschritte, wie sich dadurch die Interaktion von Mensch zu Marke etc. verschiebt, was das Thema Authentizität etc. angeht, sondern fragen wir uns lieber, inwieweit diese "Innovation" den Telefonsexmarkt verändern wird ...

Telemarketing is coming home

Während die Engländer auf die Heimkehr des Fussballs wohl noch ein Weilchen werden warten müssen, können sie sich doch über die Wiederkehr diverser Call Center und damit über die Schaffung von Arbeitsplätzen freuen.

    Briten holen Call Center nach Hause

    Wer in London Probleme mit dem Bankauszug oder der Stromrechnung hat, kann mit seinem Anruf schnell in Bombay landen. Viele englische Konzerne haben ihre Call Center in den vergangenen Jahren nach Indien verlegt. Dort spricht die Auskunft ebenfalls Englisch, ist aber erheblich billiger. 50.000 Stellen gingen auf diese Weise in Großbritannien verloren. Jetzt allerdings hat eine Umkehrbewegung eingesetzt: Immer mehr Firmen holen die Call Center nach Hause zurück -weil im Umgang mit dem Kunden auch in Zeiten der Globalisierung Geld nicht alles ist.



Dazu auch: Swagatam Idiot!

Swagatam Idiot!

Indische Call Center-Mitarbeiter haben es auch nicht leicht. Nicht genug damit, dass sie für wenig Geld unter zum Teil unerträglichen Arbeitsbedingungen rackern müssen.

Nachdem US-Unternehmem Ihre Hotlines gleich reihenweise zum "Offshore Standort" Indien verlegt haben (die Hälfte der Top-500 US-Unternehmen lässt einen Teil der Informationstechnik-Aufgaben von Indien aus erledigen), nutzen viele US-Amerikaner die Supportlines zur Absonderung von wüsten Beleidigungen und sexuellen Anzüglichkeiten. Grund dafür ist wohl die Angst um den eigenen Job bzw. das Missfallen darüber diesen bereits gen Indien an sogenannte Cyber-Kulis verloren zu haben.

Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein US-Radiomoderator bei einem Call Center anruft, und seinem Gesprächspartner erklärt: "... Du dreckiger Rattenfresser, ich werde kommen und den '-' aus dir quetschen" - es soll Leute geben, die das richtig lustig finden.

Die indischen Unternehmen versuchen dem durch die Anglizierung von Mitarbeiternamen oder "Akzentneutralisierung" entgegenzuwirken.

Der Unmut der indischen Call Center-Agents rief nunmehr auch Bollywood auf den Plan, welches das Thema in der TV-Show "The Call Center" aufgriff. Amis werden hier als arrogant, unmoralisch und auf komische Weise grob skizziert.
Vielleicht demnächst auf RTL2?

Weitere Infos gibt es beim San Francisco Chronicle

Twitter

Verwaltung des Blogs

Login