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Alles schon mal da gewesen

Am Montag haben wir erfahren, dass adidas nun mit 5-Sekündern wirbt. Und auch bei Nike wird jetzt rumgeknappst (zugunsten einer besseren Welt, versteht sich). Hier werden Spots jedoch nicht gekürzt. Bei Nike setzt man auf das Recycling alter Spots.




Von Kotzen nach Cannes

Es ist nicht neu, aber nach wie vor brillant: jene alltägliche Reise einer Idee, wie sie von Kristina Erdmann, Nils Busche und Stefan Zschaler im Buch "Die Mörderfackel" beschrieben wurde. Aber so lustig und leider wahr die Geschichte in der in dem Buch geschilderten Form auch ist, so deprimierend ist sie auch - wenn man sie so rum erzählt. Deshalb drehen wir sie einfach mal um und schon (TATAA) wird daraus ein (hoffentlich) Kreativität und Mut fördernder

COUNTDOWN NACH CANNES


7. Wir haben kein Geld.

Dass Kunden darauf achten, dass mit ihren Penunzen sinnvoll umgegangen wird, ist verständlich. Und auch in der Werbung ist die formale Größe nicht entscheidend. Deshalb aber im vorauseilenden Gehorsam alles mögliche auf eine Seite zu packen, mag zwar mediatechnisch und aus Sicht der Ingenieure und Product Manager sinnvoll sein, aber eines ist es nicht: Werbung.


6. Die Händler machen Druck.

Jeder, jeder Vertriebler, jeder, jeder Händler hat das Recht, ja geradezu die Pflicht, sich dafür einzusetzen, dass möglichst viele Kunden zu ihm kommen, dass möglichst alle möglichst immer möglichst alles nur bei ihm kaufen. Aber dass, wer so wirbt, sich zumindest in puncto Subtilität auf einer Stufe mit Telefonsexanzeigen befindet, dürfte auch dem gnadenlosesten Verschacherer klar sein. Ihm kommt es nicht darauf an, dass seine Adresse wo steht, sondern dass eben Kunden kommen. Dazu bedarf es eines: Werbung.

5. Promis verkaufen sich immer.

Das ist endlich mal eine voll und ganz zutreffende Aussage: Promis verkaufen sich, aber verkaufen sie auch ein Produkt? Manchmal. Aber das Problem dabei ist: Das Produkt muss so attraktiv sein, dass man sich daran trotz Promi erinnert oder eben halt auch daran erinnert, wenn plötzlich das Geld weg ist, um den Promi zu bezahlen, der dummerweise von der Konkurrenz das Doppelte angeboten bekam. Warum also nicht das Geld gleich in das Produkt stecken, um es so gut zu machen, dass es für sich spricht. Das tut: gute Werbung.

4. Wir sind innovativ.

Kunden glauben, man müsse sich für sie interesieren. Das glaubt jeder Jungführerscheininhaber, der sich fürs Wochenende n BMW ausleiht. Gewiss gibt es auch Menschen, die sich für jemanden interessieren, der tönt: "Ich bin toll, weil weil weil." Meiner Erfahrung nach interessieren aber meist mehr für den, der souverän ist, der Humor, Stil und/oder Esprit hat. Vor allem aber: Der Kunde entscheidet gerne selbst - aus dem Bauch heraus. Zudem: "Störer" heißen "Störer", weil sie den Lesefluss oder einfach die Harmonie des Bildes eben "stören". Wollen Sie gestört werden? Der Kunde auch nicht. Aber seine Kunden hält er grenzdebile Volldeppen, die sonst gar nicht auf die Anzeige aufmerksam werden. Sagt er das? Ist das wirklich der Grund? Ein besseres Argument gibt es gar, als sich so langsam in die richtige Richtung zu bewegen: gute Werbung.

3. Wir brauchen eine klare Positionierung.

Auch so eine richtige Aussage. Leider hier völliger Quatsch. Hier braucht man vor allem eine Idee - und einfach etwas zu behaupten, ist keine Positionierung. Dabei mag der Gedanke, der so einer Überschrift zugrunde liegt richtig sein, nur gehört dies an ein Produktanhängsel (die papiernen Dinger, die an die Schuhe befestigt sind) - und nicht in eine Anzeige. Und wenn wer der Meinung ist, dass der Kunde wissen soll, wie das Produkt heißt, das er kauft: falsch. Er soll es kaufen. Außerdem: Auch seichte apercus können ihren Charme haben - alles zu seiner Zeit, alles am rechten Ort, z. B. in der Grundschule, in einem Poesiealbum. Da sie weder einen faktischen noch emotionalen Mehrwert besitzen, schaden sie nur. Also: Weg damit! Und Platz gemacht für - gute Werbung.

2. Schaffen Sie positive Bildwelten.

Die Sehnsucht nach Geborgenheit, Zufriedenheit, Sicherheit, Liebe, Glück etc. ist bei jedem da. Bei manchen ist sie zugegebermaßen sehr, sehr stark ausgeprägt, bei anderen wiederum nur stark. Das weiß jeder, und jeder weiß, dass es jeder weiß. Und deshalb setzt es auch nach Möglichkeit jeder ein. Wie war das noch mit Differenzierung? Positionierung? USP? "Ja, ja", sagt da der Kunde gern, "aber trotzdem ..." Trotzdem was? Hat es keine Bedeutung? Sind das nur Schlagworte? Nein! Alles stimmt. Und genau daraus entsteht, konsequent umgesetzt - gute Werbung.

1. Das Produkt ist der Held.

Die Richtung stimmt. Aber immer noch wird die Anzeige nicht von der Idee, sondern von der Furcht dominiert. Der Absender muss klar sein. Das Produkt muss klar sein. Nichts ist klar. Immer noch zu viele Informationen, zu wenig Emotionen. Es geht nicht nur reduzierter, es geht vor allem besser. Und am besten geht's, wenn es um den Konsumenten geht. Zumindest subjektiv gesehen, ist er ein souveränder Mensch, der genau weiß, wozu was gut ist, was er damit machen kann, was geil ist. Und das will er: geile Werbung!


Sagen Sie nichts!


Es ist alles gesagt.


Spring den Müll mal weg







TBWA Paris für Adidas A3 basketball shoes.

Der Regelfall der Kommunikation ist das Missverständnis

Ja, Cheffe, stimmt! Wir haben es schon immer gewusst und immer und immer wieder und wieder darauf hingewiesen. Und nun ist die Studie da und das ist das Ranking, das die Bild daraus machte:

Platz 1: Ford - „Feel the difference“
Fühle das Differenzial / viel Differenzial / ziehe die Differenz ab

Platz 2: adidas - „Impossible is nothing“
imposant ist nichts / ein imposantes Nichts

Platz 3: Base - „Freedom of speech“
Frieden der Geschwindigkeit / Rede in Frieden

Platz 4: Vodafone - „Make the most of now“
mach meist nicht alles / mach’s meistens jetzt / mach keinen Most daraus

Platz 5: Air-Berlin - „Fly Euro Shuttle!“
der Euro Schüttel-Flug / Schüttel den Euro zum Fliegen

Platz 6: Kia Motors - „The Power to Surprise“
die Überraschungsmacht / die Power-Überraschung / mit Strom überraschen

Platz 7: Mars - „One of life’s pleasures“
Ein Leben bitte! / Bitte, eins vom Leben / Ohne Leben bitte

Platz 8: Burger King - „Have it your way“
Hast du deinen Weg? / Nimm’s mit auf den Weg!

Platz 9: Beck's - „Welcome to the Beck’s experience“
Willkommen beim Beck’s-Experiment

Platz 10: Centerparcs - „A State of Happiness“
ein Staat der Glücklichkeit / mit Glück Staat machen / statt happy zu sein

Platz 11: Zurich-Versicherung - „Because change happenz“
weil Chancen glücklich machen / weil man etwas wechseln kann

Platz 12: Jaguar XK - „Life by Gorgeous“
Leben in Georgien / Leben bei Georg / Leben wie George

Die Übersetzungen klingen so schlecht erfunden, sie müssen wahr sein. Und ich will nichts mehr über dumme deutsche Schüler hören …

Himmelsstürmer

Himmelsstürmer Adidas

Fußball-Fresko Adidas

Fußballhelden aus aller Welt schweben zur WM an der Decke des Kölner Hauptbahnhofs. In unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom wurde auf 800 Quadratmetern das größte Fußball-Fresko der Welt erschaffen, wie die Firma adidas als Sponsor des Deckenschmucks mitteilte.

Agentur: TBWA
"Himmelsstürmer" vollständig lesen »

Original zu langsam für Fußball-WM?

Gestern sah ich im Fernsehen wieder mal einen ganz erschütternden Bericht, eine rigide Reportage oder wie (werbungverachtende) Journalisten ihr banales Bildwerk sonst gerne kommentieren, über einen "Fälscher" aus Polen. Der produzierte und lieferte bereits das Trikot mit der Nr.1 und dem richtigen Namen dazu aus, das es von adidas noch gar nicht gibt (immerhin gelang es in einer riesigen Aktion, Kahn die Nummer zu nehmen), denn, wie es in dem Beitrag hieß:
"Das Original kommt aus Thailand."
Da war einer mal wieder ganz aktiv und hat ein kleines Detail vergessen: Worum geht's?

Sollen wir uns jetzt darüber echauffieren, dass der wohl böse Polen (Dumpingpreise) dem ach so guten Thai (Hochlohnarbeiter?) die Arbeit wegnimmt, die es in Herzogenaurach gar nicht mehr gibt?

Ich fand diesen Beitrag jedenfalls sehr lustig. (Oder will der Verantwortliche nur eine Anfrage der FIFA, wo der Typ wohnt, dass sie ihn verklagen und dingfest machen können, was er natürlich aufgrund seiner Berufsehre ablehnt, immer wieder, bis die Summe stimmt?) Dabei müsste doch der Thai gerade in Anbetracht zur Nähe zur angeblich größten Fälscherwerkstatt der Welt (VR China) viel schneller sein mit der Lieferung. Oder aber weiß man am Geburtort der Schraubstollen mehr? Wartete man absichtlich mit der Auftragsvergabe? Wartet man auf ein Wunder, auf einen, ähhhhhhhhh, "Trainingsunfall"???

Und das für alle, die sich fragen, was eigentlich gerade die Hersteller von Kuranyi-Puppen machen ....

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