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Banale Brüller. Oder: 10 Trends für 2010

Ja, ja, schon lange her, dass wir hier über banale Brüller berichtet haben, aber jetzt fanden wir wieder einen bei w+v. Eine, ähem, Studie der Futures Group von Millward Brown, immerhin angeblich das weltweite Wissensforum des internationalen Marketingforschungsunternehmens fest, dass
die grundlegenden Regeln zum Markenaufbau für Innovationen im digitalen Bereich genauso wichtig sind wie für traditionelle Formen der Kommunikation. Die Anwendung neuer Technologien führt nicht per se zum Erfolg – auch digitale Kommunikation muss kreativ und für Verbraucher relevant sein.

"Ach was!"

Ist das ein Forschungsergebnis? Dann schlage ich meine Mutter und ihre Kolleginnen von ihrer Tagesmuttergruppe für den Wirtschaftsnobelpreis vor.

Ach so, ja, die zehn Trends:
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Banaler Brüller

Wie oft schon waren wir unserer Zeit voraus? Unerkannte Genies. Naja, kein Wunder, sind doch unsere wahren Adressaten eher der Entscheider und nicht der Sachbearbeiter - und wir müssen uns natürlich fragen, lesen uns die Richtigen? Bzw. was lesen die Richtigen? Lesen sie überhaupt? Und wenn ja, wozu?

Mehr Glück, wobei wir natürlich nicht lamentieren wollen, hatte der 15-jährige Matthew Robson, der ein paar E-Mails an Freunde schickte und die in einem, wie es Financial Times Deutschland nennt "Analystenbericht" zusammenfasste (Nochmal für alle Schnellleser: ein paar SMS an den eigenen Freundeskreis = Zusammenfassung = Analyse!, äh: ???). Inhalt (nach Aussage eines Verantwortlichen):

"einige der klarsten und aufrüttelndsten Erkenntnisse, die wir je gesehen haben."

Da fragt man sich, was sieht der Mann sonst? Charts? Sein Büro? Bali? Und natürlich, was ihn sowie die anderen Menschen sowie die Presse daran so fasziniert hat. Zynisch könnte man es "Hermeutik heute" nennen - oder eben "banale Brüller":

Teenager nutzen Twitter nicht.
Twitter per Handy zu nutzen ist zu teuer.
Seine Freunde haben erkannt, dass sich niemand ihr Profil ansieht, also sind die Tweets zwecklos.
Jugendliche wollen sich nicht nach dem normalen Fernsehprogramm richten und geben sich nicht damit ab, Radio zu hören.
Musik gebe es auch ohne Werbung im Internet.
Überhaupt finden Teenager Werbung im Internet "extrem nervend und sinnlos".
Ihr Geld geben sie lieber für Kinobesuche, Konzerte und Spielkonsolen aus, die auch wegen ihrer Chatfunktion beliebt sind.
Kein Teenager liest regelmäßig Zeitung. Die meisten machen sich einfach nicht die Mühe, seitenweise Texte zu lesen, wenn es im Internet Zusammenfassungen gibt.

Kann man das nicht überall sehen? Ich habe seit bestimmt einem gefühlten halben Jahrhundert keinen Abiturieten oder Studenten mit einer Ausgabe des Spiegel in der Hand gesehen. Sechser-Pack Fun-Bräu dagegen schon.

Bin ich jetzt Analyst?

Ich könnte natürlich noch mehr aufzählen, was mir so auffällt, und meine Wahrnehmung dann als Wahrheit verkaufen:

Bei Frauen steigt die Bereitschaft, einer Information zu glauben, wenn der Informationsgeber sie zuvor dreimal am Oberarm rubbelte, dabei lächelte und mit dem Kopf nickt, wenn sie mit ihm spricht.
Männer glauben keinen Aussagen, es sei denn, man sagt ihnen, dass man etwas nicht glauben kann.

Oder weniger populistisch:

Entscheider bloggen nicht.
Entscheider haben keinen Internetzugang.
Entscheider lassen sich Ihre E-Mails ausdrucken.
Entscheider sind spießig und sind gerne daheim.

etc.


Lieber Metro als sexuell

"Bauer sucht Frau" macht Quote. Rund 8 Mio. Personen schalten ein, wenn es um mehr geht als Euter. Spiegel Online sieht darin gar den Frontpuff der Nation - und ein wenig mehr.

    Gerade darin mag das Geheimnis ihres Erfolges liegen. Die totale Entschleunigung, die in dieser Retro-Soap betrieben wird, harmoniert bestens mit dem rückwärtsgewandten Geschlechterbild: Fernsehen aus dem letzten Jahrhundert.


Was wäre denn Fernsehen der Gegenwart? Hektisch? Und was für ein Geschlechterbild wünscht sich der Schreiber?

Und zeigt diese Sendung wirklich ein rückwärtsgewandtes Geschlechterbild? Oder ist es nicht eher ein Abbild der nichturbanen Wirklichkeit, der Realität jenseits der "Szene"? Dies legt das Ergebnis einer TNS-Studie zum Thema "Online-Shopping" (via) nahe:

    Obwohl dem Internet immer wieder eine revolutionäre Kraft nachgesagt wird, scheinen die geschlechtsspezifischen Shopping-Präferenzen so immanent zu sein, dass diese sich auch im Internet getreu den typischen Klischees präsentieren und jeder Veränderung trotzen. So kaufen Frauen ganz rollenkonform deutlich häufiger Kleidung, Kosmetikartikel, Schmuck und Schuhe im Internet, während Männer sich auf Telekommunikation, Unterhaltungselektronik, elektrische Haushaltsgeräte, Heimwerkerbedarf und Computer-Software bzw. -Spiele konzentrieren.


Braucht man wirklich für jeden Scheiß 'ne Studie? Warum?

Banale Brüller

Bei den Recherchen zum heutigem Beitrag "Tierische Akquise" fand ich Folgendes: eine echte Perle

Und wieder einmal frage ich mich, ob ich einfach zu doof bin, die wahre Bedeutung dieser Studie von Wissenschaftlern der Uni Zürich zu begreifen:

Nun haben die Forscher in einer Versuchsreihe mit 40 Männern und Frauen festgestellt, dass heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer in der Hirnregion, in der das Belohnungssystem lokalisiert ist, stärker auf männliche Gesichter reagieren, heterosexuelle Männer und homosexuelle Frauen hingegen stärker auf weibliche.

Ein Mensch reagiert also stärker auf die Gesichter potenzieller Sexualpartner. Vielleicht z.B. auch deshalb, weil er anhand des Gesichts am schnellsten/einfachsten das Geschlecht erkennen und ergo beurteilen kann, ob das überhaupt ein potenzieller Sexualpartner ist? Wie gesagt, vielleicht bin ich nur einfach zu doof.


Danke, Sigrid Neudecker

Bis gleich.

7 Tipps für die Neukundengewinnung

7 Tipps für die Neukundengewinnung hat Gabriele Braun in der marketing BÖRSE zusammengestellt:

1. Kundenbedürfnisse ermitteln
2. Interesse wecken
3. Verschaffen Sie sich ein eigenes Unternehmensimage
4. Guter Service begeistert Ihre Kunden
5. Sprechen Sie die richtige Zielgruppe an
6. Dialog im Internet fördern
7. Qualifizieren Sie Ihre Mitarbeiter


In diesem Zusammenhang evtl. auch interessant: Die Ausführungen des Wortführers zum Thema Akquise sowie die längst mit Kultstatus behafteten 10+1 Gebote des Werbegotts.

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Kleingeister dieser Welt,
kümmert euch, um was ihr wollt, um eure Technoratiwerte (Ich denke, Goethe würde Philister heute Technocrati nennen, aber das nur mal so), eure Alexatoolbars (wohl das Substitut dafür, dass es im virtuellen Raum keine echten Kneipen gibt), euer Google-Ranking, wir vom marketing-blog tun das auch, aber belassen es nicht dabei...
Deshalb wenden wir uns in alter gelotologischer Tradition wieder mal unserer beliebten Reihe "Banale Brüller" zu - hier allerdings auf einer Metaebene für die, die verstehen. Genau, nur für dich ...


(Ich erhielt das mit einem anderen Absender, aber bevor in diesem Saftladen hier irgendwelche Springer Ross und Reiter verwechseln, dachte ich mir, zeig' mal, was du "paint-mäßig" so drauf hast...)

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