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Faites vos nomes, s'il-vous plait!

Jetzt isses raus und alle kennen nun die Antwort auf die Frage: Wer macht denn so was?

EVONIK.

Ein Unternehmen, das keine AKWs aus Sand baut oder Rasenmäher mit 10 Metergestänge, sondern es ist
weltweit führend in der Spezialchemie.
fünftgrößter deutscher Stromerzeuger
Markt- und Technologieführer in Planung, Bau und Betrieb hocheffizienter Steinkohlekraftwerke. (RAG läst grüßen)
einer der großen privaten Wohnungsgesellschaften

Und das heißt EVONIK? Wer macht denn so was?

Brandingagenturen haben einen nicht leichten, aber tollen Job. Sie müssen einen Namen erfinden. Einen Namen, den man sich leicht merken kann, den man mit dem Metier assoziiert, den man überhaupt positiv assoziiert und zwar in allen Märkten, in denen man aktiv ist. (Jeder kennt ja wohl jeder das Missgeschick von Mitsubishi einen Geländewagen "Wichser" zu nennen (zumindest versteht man das im spanischsprechenden Teil von Südamerika unter "Pajero"). Besser machten es da die ladies and gentlemen von Rolls-Royce, die ihren "Silver Mist" in Deutschland einfach "Phantom IV" nennen.)

EVO = Präfix für EVOlution, inklusive Energie plus Volt
NIK = typisches Suffix für Bereiche, in denen es um Kraft geht: TechNIK, TektoNIK, MechatroNIK

Respekt: Schön und einfach herleitbar. Entsprechend leicht verdientes Geld. (Was immer die Agentur bekam, ich mach's für 75% davon, wenn das Benchmark bzw. die Erwartungshaltung ist.) Denn einprägsam ist es nicht. Und irgendwie erinnert mich der Name an den Arzneikürbis.

Aber den Hang zur pharmazeutischen Nomenklatur ist ja auch grad aktuell: KarstadtQuelle AG heißt ja auch nicht mehr KarstadtQuelle AG. Warum auch? Kennt ja jeder. Da muss dann schon was Internationales her. Und es kam ebenfalls als ein Präparat daher: "Arcandor". Lindert Schmerzen bei akuter Shoppingmanie?

Oder handelt es sich bei dem Namen doch eher um einen Filmfilmtitel:
"Arcandor - Der Stamm hinter den Horizonten"?

Was immer es ist, eins ist es sicher: Müll!

Hat wer noch mehr lustige Beispiele?

Branding statt Brandsätze???

"Never change a winning team", dachte sich wohl George "Double Uh" Bush und erinnerte sich an seinen Vater "Brain" Bush, der ja auch die Medien nutzte, um den Golfkrieg 1991 zu schönen. OK, stimmt, er dachte sich nichts, sondern er gab jemandem den Auftrag (und damit die Schuld, wenn es nicht klappt), was man wohl tun könne, um das Image des US-Militärs zu verbessern und dem wachsenden Anti-Amerikanismus in Afghanistan und im Irak zu begegnen. Antwort:

Stärker Vermarktungsregeln einzusetzen und die "Kundenzufriedenheit" zu beachten

Hm, mein Vorschlag wäre: "Geh!" Zumindest kurzfristig würde die "Kundenzufriedenheit" in die Höhe schnellen. Falls du das innerhalb der nächsten 12 Monate befiehlst, denn ich weiß, du liest mich, schicke ich dir 'ne Rechnung in Höhe von 33,3% dessen, was dich die anderen Kasper gekostet haben. Um des lieben Frieden willen würde ich mich auch auch auf 10% runterhandeln lassen.



Der Markenname des Jahres „Katharina das Große“

Im richtigen Leben arbeite ich für Deutschlands führenden Großhändler für Telekommunikationsprodukte. Neulich in der Mittagspause zeigte mir ein Kollege aus dem Vertrieb ein Seniorenhandy, welches die ältesten Mobiltelefone, die ich je gesehen hatte, an Größe noch übertraf. Sofort überkam mich der Wunsch, das Mobiltelefon zu kaufen. Zwar gehöre ich mit 37 noch nicht der entsprechenden Zielgruppe an, aber mir gefiel die Vorstellung, mit einem Mobiltelefon dieser Größe im Cafe bei einer Tasse Espresso ein Telefonat entgegen zu nehmen. Sicher zieht man damit die staunenden Blicke auf sich.

Der absolute Hammer aber ist der Markenname des Produktes: „Katharina das Große“. Der Name bringt es absolut auf dem Punkt. Denn Katharina ist groß und Katharina muss auch groß sein. Wer hat im Alter schließlich noch die Lust und die Zeit an kleinen Handytasten rumzufummeln, nur um ein kurzes Telefonat zu führen. Den Namen vergisst man einfach nicht! Deshalb ist „Katharina das Große“ mein Markenname des Jahres!

Von Apple lernen …

In der Stadt Dissen am Teutoburger Wald gibt es Überlegungen, die Stadt zu einer Apfelstadt zu machen. Damit wäre Dissen die zweite Obststadt im Südkreis Osnabrück, denn in Hagen sind Kirschen ganz hipp.

Die Initiative einer Ratsherrin stieß nicht nur in Dissen auf positive Resonanz. Eine Ökoinitiative im Nachbarort Bad Rothenfelde regte sogleich an, aus dem Kurort eine Birnen- oder Pflaumenstadt zu machen.

Die Idee ist deshalb gut, weil in keiner Stadt in Deutschland pro Kopf so viele Lebensmittel produziert werden. Schon die Formulierung der Idee, brachte ein veritables Medienecho und das Anpflanzen von vom Aussterben bedrohten Apfelbäumen ist ohnehin très à la mode.

Die benannte Ratsherrin hat sich den Domainnamen apfelstadt.de schon einmal gesichert.
Mal sehen, was daraus wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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