Bessere Werbung: Sponsored Posts und Advertorials auf marketing-blog.biz»

Werber, aller Disziplinen, reinigt Euch!

Weg mit dem Werbisch! Wie oft hört man diese Forderung, jetzt kann man seinen Beitrag dazu leisten: Wieder einmal verweisen wir auf die Aktion Lebendiges Deutsch der Stiftung Deutsche Sprache. Damals wurde eine deutsche Entsprechung für "Call Center" gesucht. Die Jury entschied sich für "Rufdienst."

Diesmal erbittet man Vorschläge für den Anglizismus "Slogan".
Slogan heißt ursprünglich Schlachtruf, Kriegsgeschrei.

Nicht lachen: Mitmachen!

German spoken

Es ist eine der beliebtesten Sommerloch-Themen. An sich. Aber die "Aktion Lebendiges Deutsch" macht es auf, wie ich finde, wunderbare Art und Weise zum Dauerthema: Deutsch bzw. die Vermeidung von unnötigen Anglizismen, wozu wir auch wir uns schon hier und da geäußert haben.

Natürlich ist das Thema kein Neues. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es Sprachpflegevereine, aber bislang zumindest kamen von der Veranstalterin dieser Aktion, der Stiftung Deutsche Sprache, bessere Vorschläge als von ihren Vorgängerinnen, z. B. "Meuchelpuffer" für "Pistole", "Dörrleiche" für "Mumie" oder " "Gesichtserker" für "Nase". Einige der seit Februar 2006 veröffentlichten Vorschläge sind

Notebook = Klapprechner
Airbag = Prallsack
Workshop = Arbeitstreff
e-commerce = Netzhandel
Display = Sichtfeld

Und nun wird wieder ein Neues gesucht, das Cheffe sehr interessieren wird:

Call center

Was wird's? Rufhaus? Telebüro? Telefonagentur? (meine Vorschläge) oder doch ganz einfach: Telefonzentrale?
Vorschläge nimmt man hier entgegen.



Grau is alle Theorie, maßgebend is auffen Platz!

Die Deutsche Post erfreut den geneigten Marketingleiter mit dem 8 MB und 153 Seiten starken PDF "Direkt Marketing Monitor Studie 18". Somit sollten anstehende Überstunden zu Gunsten des Unternehmens keiner Rechtfertigung bedürfen.

Der absatzwirtschaft wars eine Meldung wert:

Der direkte Kundendialog ist die wichtigste Werbeform
Deutsche Unternehmen stecken mehr als zwei Drittel ihrer Werbeetats in den direkten Dialog mit dem Kunden. Das zeigt eine Studie, die die Deutsche Post veröffentlicht. Seit 2002 gehen die Gesamtausgaben für Dialogmarketing-Maßnahmen erstmals ebenso leicht zurück wie die Zahl der Unternehmen, die Dialog Marketing nutzen.

Dabei sind die durchschnittlichen Ausgaben in den Unternehmen, die Dialogmarketing einsetzen, gestiegen. Insgesamt investierten Unternehmen in 2005 31,7 Milliarden Euro in den direkten Kundendialog. Die Dienstleister, Spitzenreiter im Dialog mit dem Kunden, steigerten ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich um 28 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro.


Wer´s statt statistisch lieber kurz, knapp, effektiv und wirkungsstark mag, dem sei der aktuelle Newsletter vom Guru Gerold Braun ans Herz gelegt: E-Mails schreiben, die gelesen werden.
Taucht zwar weniger als Arbeitsnachweis, könnte aber helfen Geld zu verdienen.

fürn Stundenzettel - oder - fürs Konto

oder noch besser: Arndt + Braun, gleich 2 Gurus:

Telemarketing is coming home

Während die Engländer auf die Heimkehr des Fussballs wohl noch ein Weilchen werden warten müssen, können sie sich doch über die Wiederkehr diverser Call Center und damit über die Schaffung von Arbeitsplätzen freuen.

    Briten holen Call Center nach Hause

    Wer in London Probleme mit dem Bankauszug oder der Stromrechnung hat, kann mit seinem Anruf schnell in Bombay landen. Viele englische Konzerne haben ihre Call Center in den vergangenen Jahren nach Indien verlegt. Dort spricht die Auskunft ebenfalls Englisch, ist aber erheblich billiger. 50.000 Stellen gingen auf diese Weise in Großbritannien verloren. Jetzt allerdings hat eine Umkehrbewegung eingesetzt: Immer mehr Firmen holen die Call Center nach Hause zurück -weil im Umgang mit dem Kunden auch in Zeiten der Globalisierung Geld nicht alles ist.



Dazu auch: Swagatam Idiot!

Swagatam Idiot!

Indische Call Center-Mitarbeiter haben es auch nicht leicht. Nicht genug damit, dass sie für wenig Geld unter zum Teil unerträglichen Arbeitsbedingungen rackern müssen.

Nachdem US-Unternehmem Ihre Hotlines gleich reihenweise zum "Offshore Standort" Indien verlegt haben (die Hälfte der Top-500 US-Unternehmen lässt einen Teil der Informationstechnik-Aufgaben von Indien aus erledigen), nutzen viele US-Amerikaner die Supportlines zur Absonderung von wüsten Beleidigungen und sexuellen Anzüglichkeiten. Grund dafür ist wohl die Angst um den eigenen Job bzw. das Missfallen darüber diesen bereits gen Indien an sogenannte Cyber-Kulis verloren zu haben.

Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein US-Radiomoderator bei einem Call Center anruft, und seinem Gesprächspartner erklärt: "... Du dreckiger Rattenfresser, ich werde kommen und den '-' aus dir quetschen" - es soll Leute geben, die das richtig lustig finden.

Die indischen Unternehmen versuchen dem durch die Anglizierung von Mitarbeiternamen oder "Akzentneutralisierung" entgegenzuwirken.

Der Unmut der indischen Call Center-Agents rief nunmehr auch Bollywood auf den Plan, welches das Thema in der TV-Show "The Call Center" aufgriff. Amis werden hier als arrogant, unmoralisch und auf komische Weise grob skizziert.
Vielleicht demnächst auf RTL2?

Weitere Infos gibt es beim San Francisco Chronicle

Twitter

Verwaltung des Blogs

Login