Es gab einmal eine Zeit, da war ich Pressesprecherin. In einem bodenständigen deutschen Unternehmen. Dort ging es sehr bodenständig zu, und vor allem sehr technisch. So kam es, dass manchmal Journalisten einen Artikel schrieben und ihn vor der Veröffentlichung nochmal an mich schickten. Man wollte sichergehen, dass inhaltlich alles stimmt.
Schließlich will ja niemand etwas Falsches schreiben. Noch nicht einmal über diese bodenständige deutsche Firma. Und weil ich das ja als Pressesprecherin auch nicht wollte, gab ich das Ganze an die entsprechende Fachabteilung. Schließlich hatten die Leute dort das entsprechende Know-How, um wirklich die kleinste technische Kleinigkeit prüfen zu können.
Und dann passierte es: der Super-Gau. Der sehr technisch versierte Maschinenbauer-Kollege fing an, den Text des Journalisten zu verbessern, ach was sag ich: verschlimmbessern. Er warf die Worte in die Waagschale, als hätte er den Text selbst geschrieben. In schönstem Maschinenbauerdeutsch. Und was allem noch die Krone aufsetzte, er schickte den so bearbeiteten Text an den Journalisten.
Es dauerte keine zehn Minuten, da klingelte mein Telefon. Ich wusste von nichts, denn ich rechnete damit, dass der Kollege mir den Text gibt und ich ihn dann weiterreiche. Ich nahm ab und hörte eine aufgebrachte Stimme:
„Sagen Sie mal, spinnt der denn?“, fragte es erbost. Ahnungslos antwortete ich, dass ich nicht wüsste, wovon er denn spräche. Der Journalist schilderte mir den Sachverhalt und sagte verärgert, dass er den Text nun wohl in der ursprünglichen Form veröffentlichen würde. Er war stinksauer. Auf meinen Kollegen. Auf mich. Auf die ganze Firma.
Ich hatte große Mühe, den Mann wieder zu beruhigen. Ich musste mit dem Kollegen reden. Ich musste den verschlimmbesserten Text wieder zu einem normalen Text machen. Ich musste am Image der Firma rumpolieren. Ich musste das Ego des Journalisten wieder aufrichten. Es war schrecklich.
Von da an wusste ich genau: in so einer Firma ist man ständig unter Presseverhinderern. Sie lauern überall und man muss sie immer in Schach halten. Nur wer ständig mit ihnen rechnet, wird überleben.
Kommentare
Do, 24.07.2008 12:44
Wozu?? Du scheinst ja bestens Informiert zu sein, Komplimänt, hätte ich wirklich nicht erwartet.
Do, 24.07.2008 08:55
Ja ich gebe es zu. Ich war es. Worum geht es hier überhaupt???
Mi, 23.07.2008 16:54
... erinnert an Martin Luther King, vom Stil her find ich´s garnicht so schlecht: klar, offen, [...]
Mi, 23.07.2008 15:46
Ja, ja, die gute alte Propaganda-Optik, nur dass die Raketen fehlen, aber ansonsten 1:1
Mi, 23.07.2008 13:18
Hallo, sehr nett sowas. Die Dame mit Z. kenne ich glaube ich auch. Hat die nicht 4000+ Kont [...]
Mi, 23.07.2008 12:55
jhgjghjhg
Di, 22.07.2008 19:03
also, ich seh das so: Team-Arbeit = Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer [...]
Di, 22.07.2008 18:09
Ich find das auch eine klasse Idee
Mo, 21.07.2008 13:40
Dir auch einen guten Tag. Ich kommen gerade von Det Müllers Blog und werde mich hier mal umsch [...]
So, 20.07.2008 23:13
Na ist aber doch schön zu lesen, dass Data Becker zumindest weiß, wie man das mit dem Marketin [...]
So, 20.07.2008 15:23
Manchmal kann man sich wirklich nur noch wundern kopfschüttel
Do, 17.07.2008 23:57
Schönes Zitat, ich stimme voll und ganz zu
Do, 17.07.2008 11:44
Sehr gut! Absolut richtig! Genau meine Meinung!
Mi, 16.07.2008 16:57
Das ist ja echt mal eine lustige sache =)
Mi, 16.07.2008 16:03
lol^^
Mi, 16.07.2008 11:37
Vermutlich war ihr selbst nicht ganz bewusst wie ihr eigenes schreiben letztendlich wirkt und [...]
Di, 15.07.2008 12:31
Man kann einfach, wenn man so etwas initial versucht, ein weniglich kreativer an die Sache ran [...]
Di, 15.07.2008 12:25
Also manche Menschen kommen ja auf Ideen, die einem beim ersten Kaffee im Büro ein dickes Sch [...]
Di, 15.07.2008 11:48
Natürlich meint sie es so. Vielleicht könnte sie es aber auch so sagen? Noch besser: Sie vorab [...]
Di, 15.07.2008 11:42
Oh, ich glaube sie meinte es eher so, dass sie über Euch Ihre Werbefläche vermitteln lassen wi [...]