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Presseverhinderer durch Abk.

Wer so richtig dafür sorgen möchte, dass man ganz bestimmt gar nicht versteht, worum es geht, der arbeitet mit Abkürzungen. Ganz intensiv. Das mögen Journalisten auch. Ein aktuelles Beispiel findet sich heute ganz frisch bei OpenPR

TÜViT zertifiziert KOLDI nach Prüfkriterien des VOI
(openPR) - Bonn. Mit der Zertifizierung der Branchenlösung KOLDI, die aus dem Dokumenten-Management-System HyperDoc von IQDoQ und der FIBU-Lösung DIAMANT besteht, wurde jetzt ein weiteres System nach den bewährten Kriterien des VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. geprüft. Das Zertifikat der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) – Unternehmensgruppe TÜV NORD bescheinigt, dass alle Anforderungen der „Prüfkriterien für Dokumenten Management Lösungen“ (PK-DML) erfüllt sind. Damit entspricht die KOLDI-Lösung nachweislich den Anforderungen gemäß GoBS (Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme) und gewährleistet, dass die Dokumente revisionssicher archiviert werden.
Die PK-DML liegen jetzt in der dritten überarbeiteten Auflage vor und sind im Online Shop des VOI (www.voi.de) zum Preis von 50 Euro zuzüglich Versandkosten bestellbar.


Also, auch wenn hier die Abk. erklärt sind, bezweifle ich doch sehr, dass ihr gehäuftes Auftreten das Verständnis verbessert. Und ich meine, mich zu erinnern, einmal gelernt zu haben, dass ein solches Geschreibsel nicht unbedingt die Veröffentlichungschancen steigert. Aber vielleicht täusche ich mich ja.

Meiner Meinung nach sind das jedenfalls ganz talentierte Presseverhinderer.

Presseverhinderer live

Hier eine kleine Terminankündigung:

Wem Koblenz nicht zu weit weg ist, der ist herzlich eingeladen zum Vortrag

Vom Presseverhinderer zum Informanten

Im Rahmen des Marketing-Spezial-Tages, den der Marketing-Club Rhein-Mosel am 25.10.08 veranstaltet, werde ich auch die Presseverhinderer nicht zu kurz kommen lassen.

Anmeldungen sind noch bis zum 22.10. möglich.

Noch mehr Post vom Presseverhinderer

Heute bekam ich eine e-mail. Das ist an sich nichts Besonderes, da ich normalerweise sehr viele e-mails bekomme. Manche Leute möchten mir gern Potenzmittel oder irgendwelches Zeugs zum Vergrößern bei mir nicht vorhandener Körperteile verkaufen. Denen antworte ich normalerweise nicht. Mein SPAM-Filter sortiert sie großzügig aus.

Meistens sortiert er auch mails ohne Betreff aus. Diese interessante mail von heute kam aber durch. Kein Betreff. Und sie kam von Sabine Ilz***. Die kenne ich gar nicht. Aus purer Neugier habe ich reingeschaut.

Und sehe, diese Sabine schreibt mir, weil sie wohl weiß, dass ich als Freie Journalistin im Automobilbereich arbeite. Bei näherer Betrachtung erweist sich nämlich, dass Sabine bei einem der größten und bekanntesten Internet-Gebrauchtwagenportale in München beschäftigt ist. Dort sollten die sich eigentlich Profis leisten können...

Sie schickt mir einen ellenlangen Text. Recht unübersichtlich ist der. Daran hängt ein pdf. Das habe ich nicht geöffnet. Bilder kann ich per e-mail anfordern, wenn ich möchte. Und wenn ich ganz nach unten scrolle, sehe ich, aus welchem Unternehmen diese mail kommt.

Wenn Sabine möchte, dass ich über ihr Unternehmen schreibe, muss sie sich etwas mehr anstrengen. Es wäre nett, wenn ich von Anfang an sehen könnte, woher sie schreibt und worum es geht. Aber das ist wohl zu viel verlangt.

Vielleicht hat sie ja auch eine Ausbildung als Presseverhinderer gemacht. Dann wäre ihr Vorgehen fast schon perfekt!

Ich habe mich über ihre mail gefreut. Jetzt habe ich wieder ein Beispiel mehr für meine Sammlung. Danke!

Presseverhindern professionell - durch persönlichen Kontakt

Es gibt einige Menschen, die meinen, Öffentlichkeitsarbeit funktioniere auf Zuruf. Natürlich haben diese Personen die tollsten Stories auf Lager, um die sich jeder Journalist reißt. Und mit dieser Suuuuuuper-Story rufen die dann den Müller an. Den kennen die schon seit Jahren.

"Ey, Müller!", heißt es dann. "Schreib doch mal meine Story, die ist toll!" Müller stellt Fragen. Und merkt, die Story bringt nix. Noch nicht einmal mitten im Sommerloch. Was macht Müller? Er sagt jajaja. Und die Story kommt nicht. Er speichert die Telefonnummer von der Person in sein Telefon und geht nicht mehr ran, wenn er sie sieht. So arbeiten die telefonischen Presseverhinderer mit dem persönlichen Kontakt.

Aber, es geht auch schriftlich. Die Suuuuuper-Story wird also nach bester Schulaufsatz-Manier aufgeschrieben. Schön ausgeschmückt. Das Beste zum Schluss. Und dann an den Müller geschickt. Nachtelefoniert. Müller sagt jaja. Und schmeißt sie weg. Er arbeitet bei einer Tageszeitung, aber die Geschichte war nix für die Tagespresse. Und schlecht war sie auch, denn das Wichtigste am Schluss hat er gar nicht mehr gelesen.

Da hat der persönliche Kontakt leider nichts gebracht. Denn wer nichts zu sagen hat, der wird auch mit den besten Kontakten nur einen sehr begrenzten Erfolg haben. Wer allerdings nicht sparsam mit guten Informationen ist, wird sich langfristig einen schönen Stamm an Kontakten aufbauen. Und damit aus dem Heer der Presseverhinderer ausbrechen.

Gibt es eine Grenze zwischen PR und Journalismus? Und wo?

Kennen Sie Thomas Leif? Nein? Sollten Sie aber. Er ist der Don Quijote der Neuzeit. Er kämpft für das Gute und damit gegen Windmühlenflügel. Er kämpft für den Journalismus. Und gegen die PR. Das macht er vor allem als Vorsitzender des Vereins "netzwerk recherche".

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin nicht für PR mit der Brechstange, sondern für sauberen Journalismus. Dass es dennoch eine gute Sache ist, wenn Unternehmen ihre Meldungen und Neuigkeiten aktiv verbreiten, muss dem ja nicht entgegenstehen. Denn auch Journalisten können denken. Und wenn ihnen eine PR zu platt ist, zwingt niemand sie dazu, das zu übernehmen. Wenn sie daraufhin kritisch berichten, ist das ihr gutes Recht.

Kommen wir aber zurück zu Thomas Leif. Er ist Chefreporter beim SWR. Und er kämpft als Vorsitzender des "netzwerk recherche" für folgendes (so steht es jedenfalls hier):

„Guter Journalismus ist einer aufgeklärten Demokratie verpflichtet und bemüht sich um das `ganze Bild´ und die vollständige Klärung der Sachverhalte. PR ist den Interessen der Auftraggeber verpflichtet und muss positive Botschaften verbreiten. Durch die interessengeleitete Akzentuierung oder Auslassung von wichtigen Informationen vermittelt PR nur Teil-Wahrheiten und Ausschnitte der Realität", sagte der Vorsitzende des Netzwerk Recherche, Dr. Thomas Leif.


Die Auffassung über die PR lassen wir jetzt einmal unkommentiert... Dass nun aber diesem Thomas Leif vorgeworfen wird, er betreibe selbst unseriösen Journalismus und mache sich für seinen Brötchengeber recht unkritisch stark, ist schon irgendwie komisch. Leif hat nämlich eine Reportage gemacht, die doch ganz eindeutig Partei für das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender ergreift. (mehr dazu)

So etwas sollte jemandem, der so eindeutig für den unabhängigen Journalismus eintritt, dann doch nicht passieren. Oder hat Leif jetzt heimlich die Seite gewechselt und arbeitet inzwischen undercover an seiner Karriere als PR-Mensch?

Grüß Gott an die Presseverhinderer!

Es gibt Menschen unter den Presseverhinderern, die sind so gut zu mir! Soooo gut! Gerade arbeite ich an einem Artikel über Schulungskonzepte. Dafür habe ich Anfragen an sehr viele sehr wichtige Menschen geschickt. Und eine Menge Antworten bekommen.

Dass ein so unbedeutendes Unternehmen wie Bosch mir einerseits eine nur für mich erstellte Auswahl von Bildern im Internet bereitstellt, hatte mich zunächst gefreut. Aber dann...

Mini-Vorschaubilder im Briefmarkenformat sind leider nicht zu entziffern. Und selbst die etwas größeren Bilder muss ich für eine Vorschau erst herunterladen, um sie anschauen zu können. Wenn ich sie dann haben will, bekomme ich sie als ganz handliches tiff. Mit so ca. 36 MB. Pro Bild. Es gibt zwar Legenden dazu, aber die sind fast identisch.

Auch im Zeitalter von DSL kostet das immer noch Zeit. Ich muss runterladen, öffnen, selektieren, speichern und am Ende das löschen, was ich nicht gebrauchen kann. Man zwingt mich also dazu, meine ohnehin schon volle Festplatte weiter mit Daten zuzumüllen.

Ob ich die Bilder verwende? Weiß ich noch nicht. Mal schauen, was die Konkurrenz so bietet.

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