…oder 729 ways to penetrate make love with (!) the customer.
Verehrte Leser des Marketing-Blogs, im letzten Jahr wurden hier die Parallelen von (tierischer) Akquise und Flirt auseinander genommen. Zeit noch einen Schritt weiter zu gehen.
Wie wir alle (hoffentlich) wissen ist Marketing – vor allem dank des viel zitierten web2.0 – eine interaktive Angelegenheit. Fast so wie Sex, zumindest wenn er gut sein soll. Knöpfe drücken, Reaktion checken, Trigger finden, andere Knöpfe drücken (zumindest nicht immer dieselben, auch wenn sie sich noch so sehr bewährt haben, denn Überreizung ist fatal), selbst Knöpfe drücken lassen und so weiter. Bis die Message erfolgreich rübergebracht (und idealerweise begeistert aufgenommen) wurde.
Besonders „Sendungsbewusste“ wollen natürlich weder sich noch andere langweilen und wissen um die schier unendliche Vielzahl an Stellungen. Ich möchte nicht auf alle eingehen (vielleicht später, z.B. Viralmarketing und Guerilla-Taktiken schreien eigentlich danach). Und selbstverständlich muss man nicht alle ausprobiert haben um gut zu sein. Schließlich kommt es immer auch auf den Partner an.
Denn sowohl die eigene Kraft und Beweglichkeit als auch die des Partners können Grenzen haben. Manchmal stören auch körperliche Besonderheiten. So etwas zu ignorieren ist nicht sehr sensibel und macht unbeliebt.
Es soll ja allen Beteiligten Spaß machen. Und dazu muss man auf den Partner achten. Wenn man eine selbstgefällige Turnstunde veranstaltet (das tun vor allem manche Werber gerne), kann man unheimlich beeindrucken, sich aber auch vollkommen lächerlich machen. Oder der Partner fühlt sich benutzt und erzählt Google davon in seinem Blog.
Der altbewährte Klassiker, die Missionarsstellung, ist dagegen recht bequem und risikolos, allerdings auch – anatomisch bedingt – nicht gerade ein Orgasmusgarant (für eine Partei zumindest). Trotzdem ist sie so beliebt. Man kann relativ sicher sein, dass zumindest nichts schiefgeht. Es soll Leute geben, die machen es nie anders. Immerhin, andere tun es gar nicht (mehr).
Aber bevor ich zu sehr abschweife oder allzu banal werde: Beim Sex wie beim Marketing gibt es eben keine allgemeingültigen Standardtechniken für gutes Gelingen. Es kommt immer auf Sender und Empfänger, deren Fitness und Hormonstand und auch auf das Mobiliar an. Aber oft klappt es am nachhaltigsten mit Liebe und Leidenschaft.
Also probieren, studieren, vor allem interagieren und in Bewegung bleiben. Und immer daran denken: Das Kamasutra („Die Verse des Verlangens“) ist viel mehr als eine Stellungssammlung. Es ist es ein Lehrwerk über ethische Lebenskunst und soziales Verhalten und als solches ein bedeutendes Werk der Kulturgeschichte.
Das große Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Genau wie Marketing. Und wer es auf seicht-schlüpfrige Handbuch-Theorie reduziert, wird nie ein Meister des Fachs. Und wenn er all die Techniken noch so oft nachstellt. Die Resultate werden eher unbefriedigend sein.
"Das Marketing-Kamasutra..." vollständig lesen
Kommentare
Mo, 06.10.2008 18:53
Nette Sammlung an Ideen. Ich finde gerade die Idee gut, jetzt alles zu verprassen. Das ist doc [...]
Mo, 06.10.2008 11:57
Danke für die Blumen K.B. Und ja, das ist richtig: die Strategie ist nicht in Stein gemeißelt, [...]
Mo, 06.10.2008 09:36
Na toll, da bin ich ja jetzt richtig motiviert für die Woche - und für überhaupt alles... hat [...]
So, 05.10.2008 18:56
Hallo, ziemlich guter Artikel. Fehlt nur noch, dass man eine einmal eingeschlagene Strategie [...]
So, 05.10.2008 00:56
Hallo Jasmin, für alle die an einem Job als Telefonsex Beraterin interessiert sind, kann ich n [...]
Sa, 04.10.2008 00:08
Sehr wahr, sehr gut. Sollte sich jeder Junior über sein ibook hängen, den Artikel.
Fr, 03.10.2008 21:12
das mit dem Verbrennen ist gar kein sooo neues Phänomen http://tinyurl.com/3v3lwv
Fr, 03.10.2008 15:21
Platz zwei bei Marketing ist wirklich ne Leistung. Respekt!
Do, 02.10.2008 10:57
danke für den tipp!
Do, 02.10.2008 09:46
Und nun noch ein Wort zur Vorsicht: Achtung!