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Manche Tiere sind gleicher

Also, wenn mich etwas wirklich langweilt, dann sind das Kongresse und Konferenzen.
Unendliches Gebrabbel, Protokolle, jede Menge Sesselpupser.
Ich bin da ja mehr fürs Ausprobieren und einfach mal Machen.

Aber seis drum, hier mag das anders sein: Wer 3 Kongresstage in Berlin verbringen möchte - die re:publica lädt ein.

Und die Eintrittspreise sind wirklich günstig. 20 Euronen pro Tag, somit 60 für alle 3 und bei Einbindung eines Werbebanners gibts gleich einen Rabatt von 20 Eus.
Das ist für einen Kongress mehr als human.

Und dennoch: Etwas stört mich dann doch.

Für Pressevertreter steht ein begrenztes Kontingent an Akkreditierungen zur Verfügung. Pressevertreter erhalten ausschließlich bei Akkreditierung über (...) sowie schriftliche Freigabe durch die Veranstalter kostenlosen Zugang zur re:publica.


Ergo: Es gibt also "wichtigere Teilnehmer" als Blogger, von denen man (möglichst nur?) ein Banner erwartet und wieder andere Besucher von denen man sich eine Pressemeldung erhofft. Für wen ist die Veranstaltung eigentlich gedacht?
„Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher als andere" (Aber welcher Blogger liest schon Orwell?)
:-)

Und nicht nur weil der Bannerplatz hier teurer ist sehen wir uns außer Stande diesen Beitrag mit einem Link zu versehen.


Ähnlich naiv (verzeih mir), ähnlich konsequent:
Der Sichelputzer: re:publica verlangt unser Geld

Entschuldigung!

Da sind wir schon so lange dabei, haben rund 30 Marketingordner und erst heute den wohl aktuell populärsten aufgenommen: Gendermarketing. Und dass, wo doch Ende April in Berlin sogar der 1. Kongress dazu stattfindet, wo man unter anderem wohl Antworten auf Fragen wie "Haben Autos ein Geschlecht?" oder "Warum kaufen Frauen anders als Männer?" finden will.

Dazu hat man 2 Tage Zeit und muss 600 € latzen. Das können Sie bei uns billiger haben:
"Nein." "Weil sie anders sind." (genau wie ich übrigens anders kaufe als mein Freund)

Aber das ist zu profan. Besser wohl, man macht viele Worte, die einem den Verstand vernebeln - und das ganze bitte wohltemperiert, damit man ein gutes Gefühl bekommt. Ich Pickel.

"Frauen kaufen anders, Männer auch" lautet der irgendwie bekannte Spruch auf GenderTrends dazu, und man ist geneigt, in den klassischen Worten eines Loriot-Charakters zu antworten "Ach was!?"

Natürlich sähe ein Baumarkt anders aus, wenn eine Frau ihn eingerichtet hätte. Das verhielte sich auch so, würde ein Mann eine Parfümerie einrichten.

Bedarf es da wirklich einer weiteren Spezifizierung? Wir wissen doch, wenn alles und jeder wichtig ist, ist nichts mehr wichtig. Naja, egal. Interessieren würde mich aber trotzdem, wie eine virale Ethnoguerillagendercrmstadtmarketingaktion aussähe?

Es geht nicht um Mann - Frau. (Wenn, dann geht's bei Gendermarketing eher um Frau)

Es geht ums Verkaufen.

Und dazu braucht es Hirn und keine zwanghafte Unterscheidung beim 23. Chromosomenpaar. Und wie lange gölte denn diese Unterscheidung? Bis man die Dritten hat? ... das Dritte schaut? Oder hat man denn kein "Gender" mehr als Golden Ager??? Feierabend :-)


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