Freitag, 29. Februar 2008
10:18
Leben revisited
"Wenn ich groß bin, dann ...", süß. Unschuldiger Kindersprech. Und was, wenn ersiees dann groß ist?
"Im nächsten Leben werde ich ..." - es darf bezweifelt werden - und nicht zuletzt, weil den meisten, die das sagen, noch genug Zeit bliebe, alles im Hier und Jetzt zu ändern, aber vielleicht hofft man darauf, mit einem besonderen Mutgen wiedergeboren zu werden.
Deshalb sage ich: "Beim nächsten Kunden werde ich ..." - und werde wieder scheitern. An irgendetwas Unvorhersehbarem - oder an etwas so Offensichtlichem, dass es mir unfassbar erscheint, dass dem so ist. Schlagwort: Marketing (und) Berater.
Wer Geschäfte mit der Angst machte, hatte einst gute Chancen, sich bei Eduard Zimmermann als Nepper, Schlepper, Bauernfänger titulieren lassen zu dürfen. Heute schimpft man sich Consultant und genießt hohes Ansehen.
Warum das funktioniert, ist einfach erklärt: Es ist die perfekte Mischung aus seriöser Banalitätskommunikation gepaart mit Unsicherheitsaffirmation. Er selbst muss ja nichts lösen oder wirklich Klares erarbeiten. Er weist nur darauf hin, gibt zu bedenken, macht darauf aufmerksam, rät und rät ab und meint dann auch noch, wahrscheinlich subjektiv wahrhaftig: er rege an.
Nun ist das ein solches Klischee, dass jener denkende Mensch doch sofort merken muss, dass diese Person nicht Teil der Lösung ist, sondern Teil des Problems. Wahrscheinlich sogar der Großteil des Problems. Und das ist das Problem: der denkende Mensch. Wo ist er? (Gibt man den Begriff bei Google ein, dürfte er vor allem auf Ayuverda-Farmen o. Ä. zu finden sein.)
Natürlich ist es sinnvoll, wenn Menschen Dienstleister involvieren, damit diese Aufgaben erledigen, die sie schneller und besser können, als man selbst es kann. Dienstleister können einem also Arbeiten abnehmen, Entscheidungen nicht. Das aber wird wohl seitens der Auftraggeber erwartet. Was denkt sich die Person, die sowas denkt?
Ab einem gewissen Grad - und früher als man denkt, ist doch Information gleichzusetzen mit Konfusion. Spricht man die Auftraggeber darauf an, geben sie einem Recht, aber keine Freigabe. Dass durch das Zaudern irgendwann dann mal allein aus Gründen der mangelnde Zeit zur Umsetzung, dem Mangel an Verfügbarkeit von Plätzen und Personal nicht mehr geht, wird bedauert, aber nicht bereut.
Was tun? - wird dann der Consultant gefragt, der dann mit ernster Miene darauf hinweist, dass man jetzt natürlich erstmal schauen muss, was jetzt noch möglich ist.
Ach was!? Echt? Irre!
Und ich bin der Einzige, der diesen Satz nicht mit der Motorik eines Wackeldackels begleitet.
Aber will ich das sein? Weder in diesem noch in irgendeinem anderen Leben.
Was ich will, will ich jetzt: gut, ach was: brillant sein.
Aber als Mensch der Tat ist das alles gar nicht mal so einfach möglich. Zuviele Kinder um einen rum, Kinder jenseits der 30
"Im nächsten Leben werde ich ..." - es darf bezweifelt werden - und nicht zuletzt, weil den meisten, die das sagen, noch genug Zeit bliebe, alles im Hier und Jetzt zu ändern, aber vielleicht hofft man darauf, mit einem besonderen Mutgen wiedergeboren zu werden.
Deshalb sage ich: "Beim nächsten Kunden werde ich ..." - und werde wieder scheitern. An irgendetwas Unvorhersehbarem - oder an etwas so Offensichtlichem, dass es mir unfassbar erscheint, dass dem so ist. Schlagwort: Marketing (und) Berater.
Wer Geschäfte mit der Angst machte, hatte einst gute Chancen, sich bei Eduard Zimmermann als Nepper, Schlepper, Bauernfänger titulieren lassen zu dürfen. Heute schimpft man sich Consultant und genießt hohes Ansehen.
Warum das funktioniert, ist einfach erklärt: Es ist die perfekte Mischung aus seriöser Banalitätskommunikation gepaart mit Unsicherheitsaffirmation. Er selbst muss ja nichts lösen oder wirklich Klares erarbeiten. Er weist nur darauf hin, gibt zu bedenken, macht darauf aufmerksam, rät und rät ab und meint dann auch noch, wahrscheinlich subjektiv wahrhaftig: er rege an.
Nun ist das ein solches Klischee, dass jener denkende Mensch doch sofort merken muss, dass diese Person nicht Teil der Lösung ist, sondern Teil des Problems. Wahrscheinlich sogar der Großteil des Problems. Und das ist das Problem: der denkende Mensch. Wo ist er? (Gibt man den Begriff bei Google ein, dürfte er vor allem auf Ayuverda-Farmen o. Ä. zu finden sein.)
Natürlich ist es sinnvoll, wenn Menschen Dienstleister involvieren, damit diese Aufgaben erledigen, die sie schneller und besser können, als man selbst es kann. Dienstleister können einem also Arbeiten abnehmen, Entscheidungen nicht. Das aber wird wohl seitens der Auftraggeber erwartet. Was denkt sich die Person, die sowas denkt?
Ab einem gewissen Grad - und früher als man denkt, ist doch Information gleichzusetzen mit Konfusion. Spricht man die Auftraggeber darauf an, geben sie einem Recht, aber keine Freigabe. Dass durch das Zaudern irgendwann dann mal allein aus Gründen der mangelnde Zeit zur Umsetzung, dem Mangel an Verfügbarkeit von Plätzen und Personal nicht mehr geht, wird bedauert, aber nicht bereut.
Was tun? - wird dann der Consultant gefragt, der dann mit ernster Miene darauf hinweist, dass man jetzt natürlich erstmal schauen muss, was jetzt noch möglich ist.
Ach was!? Echt? Irre!
Und ich bin der Einzige, der diesen Satz nicht mit der Motorik eines Wackeldackels begleitet.
Aber will ich das sein? Weder in diesem noch in irgendeinem anderen Leben.
Was ich will, will ich jetzt: gut, ach was: brillant sein.
Aber als Mensch der Tat ist das alles gar nicht mal so einfach möglich. Zuviele Kinder um einen rum, Kinder jenseits der 30
Geschrieben von Heiko Walkenhorst in Meta-Marketing
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