Bei einem Großteil aller Entscheidungen im Bereich Kommunikation sind der Mut und die Chance der Befürchtung und dem Risiko unterlegen. Sogar, wenn nur ein Restrisiko von unter 10% vorhanden ist, bewirkt das in der Regel immer noch die Entscheidung in Richtung Sicherheit.
Der Zweifel wird immer wesentlich höher bewertet als die Möglichkeit. Was zweifelsfrei daran liegt, dass Ängste überall geschürt werden. Sicherheit gepredigt. Woher soll der Mut in einem solchen Klima kommen. Wenn er überall im Keim erstickt wird.
Dabei bewundern alle mutige Ideen. Mutige Entscheidungen. Lesen Bücher und schauen Filme über mutige Menschen. Aber im Alltag verlässt uns der Mut so schnell wie die Bewunderung in der Phantasie gekommen war. Dabei ist neben der Qualität einer Idee vor allem die Qualität des Muts entscheidend, diese auch in die Tat um zu setzen. Nur Mut.
geschrieben von Christof Hintze am Montag, 3. Juli 2006, Foto: Peter von Felbert
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Bei meinem Lieblingsgastwirt (den verrate ich jetzt nicht, sonst ist eventuell bald die Hölle los), da gibt es, so wie es eigentlich üblich sein sollte, einen Stammtisch. Für seine Stammgäste. Da kann das moderne Marketing viel von lernen. Denn der bleibt den Stammgästen vorbehalten. Und niemand anderes setzt sich daran. Außer es ist weit und breit kein Stammgast in Sicht. Oder man sichert zu, den Tisch umgehend zu verlassen, sollte ein Stammgast aufkreuzen. Das nenne ich Kundenbindungs- und Kundengewinnungsprogramm. Den besten Gästen soll es auch am besten gehen. Und das sollen auch alle mitbekommen. Und wer will, kann ja dahin kommen. Denn der Tag wird kommen, da wird man vom Stammgast an den Tisch geladen. Wenn man will. Man muss nicht. Aber es ist nicht so, wie im Rest der Republik, dass Neukunden es vorne und hinten reingeschoben bekommen und man als langjähriger Kunde von vorne bis hinter verarscht wird.
Ich erzähle das meinen Kunden immer und immer wieder. Die guten Kunden sind die wichtigsten. Da müssen die anderen erst mal hin kommen. Und es muss sich lohnen, ein guter Kunde zu werden, zu sein und zu bleiben. Aber Neukunden das Blaue vom Himmel zu verprechen, um einen Moment später den nächsten noch verlockendere Angebote zu machen, zahlt sich nicht aus und kommt auch noch teuer zu stehen.
geschrieben von Christof Hintze am Mittwoch, 11. Oktober 2006
Kundenbindung ist immer zugleich auch Kundengewinnung.
Denn man kann nichts Neues tun, das nicht aus Altem entstanden ist. Dieses Gesetz haben die wenigsten verinnerlicht. Deshalb müssen vorne immer viele neue Kunden rein, weil hinten viele alte raus fallen. Da wir aber dazu verdonnert sind, immer nur nach vorne zu sehen, sehen wir nicht was in unserem Rücken passiert.
Das Neue ist zu verlockend. Dass man sich ebenso um das Alte bemüht. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, warum sollten Unternehmen mit den Kunden anders umgehen. Kaum hat man einen Vertrag unterschrieben, gibt es das selbe Angebot 3 Monate gratis. Oder für die Hälfte. Und man selbst hängt im teuren Vertrag. Viele Unternehmen haben das einfach nicht drauf. Aber sie bezahlen dafür die gerechte Strafe.
Das ist wie beim Lieblingsitaliener. Man wird immer herzlich begrüßt. Bekommt nachher einen Grappa aufs Haus. Hat einen guten Tisch. Und eines Tages, fragt einen Giovanni, ob ich ein Problem damit hätte, mich da hinten an den Tisch direkt nebem dem Klo zu setzen. An dem alle vorbei müssen, die sich die Hände beim Rein- und Rausgehen nicht gewaschen haben. Weil er den für neue Gäste dringend bräuchte.
Kein Problem, antworte ich. Und bin seit dem nie mehr da gewesen. Seid gut zu den Guten, es lohnt sich.
geschrieben von Christof Hintze am Montag, 4. September 2006
(Vorabdruck einer Rede, die ich in zehn Jahren vor der Akademie der deutschen ... ähm, irgendeiner Akademie eben, halten werde)
Verehrte Jury,
Musik ist Balz, Tanzen ist Balz, tja und Werbung ist natürlich auch nichts anderes als Balz. Das geht so: Werbemännchen sitzt in seiner Höhle und reibt sich gedankenverloren den kleinen Grundnutzen, da kommt der Frühling, und das Männchen will raus. Will eine hübsche, nette, nicht zu komplizierte Zielgruppe kennen lernen, ihr näher kommen und vielleicht auch ein paar kleine, hübsche Geschäfte mit ihr groß ziehen. Doch kaum vor der Höhle, verschlägt es ihm die Sprache: Was ist das?? Dutzende anderer Werbemännchen stehen rum und tun und machen und tun und machen sich Konkurrenz!
Verdammt! Jetzt kommt der Moment, in dem er erst mal nachdenken muss. Hat ihm nicht jeder erzählt: Anpassung? Wär das Überlebensding? Hm! Nu aber mal langsam: Wie sehen denn eigentlich die Zielgruppen aus, die auf Anpassung stehen und die man mit max. Anpassung noch abkriegt? Kanns euch sagen: Schmucklos, trist, ein Jammer, will eh keiner haben, Überbiss, HHNE unter ferner liefen. Nee, so nicht. Also, was tun? Und da schlägt die Stunde des Tollseins: Sexy sein! Muss man. Auffallen, begehrlichsein, die richtige Werbeagentur – was ich den ganzen lieben langen Tag propagier, eben. Tja.
Nun haben aber manche noch nicht gemerkt, dass die Steinzeit vorbei ist. Was tun sie, arme Troglodyten unter den Werbemännchens? Auf die Werbe-[sagtmannnicht] hauen, dass es nur so spritzt, und voll aufdrehen und übertreiben und den Preis runter und die Diskont-Marketing-Welle machen, aber sowas von. Und was, wenn sie fertig sind? Keiner mehr da. Alle: „Iiih!“ gesagt, fremd geschämt, abgehauen. Jaja.
Doch wie macht mans richtig? Werd ich oft gefragt, und dann nehm ich die Gitarre (hab zwar keine, aber egal, kann eh kein Instrument), nehm also meine Gitarre, setz mich hin und spiel ein Lied. Es ist das Lied vom Anschmusen. Eine Parabel oder wie die Dinger heißen. Geht ungefähr so:
Zielgruppe, liebe Zielgruppe, gib mir dein Geld./
Dafür geb ich dir einen Austausch, einen Wert,/
einen relevanten Nutzen, glaub mir, das wird schön./
Eine super Balz als Vorspiel (siehe oben),/
ich bin gar nicht so wie alle sagen, ehrlich,/
wir lassen uns ganz viel Zeit (nicht zu viel, sonst schlaf ich ein)./
Ich bring dir Referenzen ohne Ende,/
die waren alle zufrieden./
Wenn du willst, kannst du mich wieder sehen,/
wenn nicht, auch okay, dann nerv ich dich nicht. Usw.
Glauben Sie mir, so geht Werbung.
Haha, Quatsch, war alles nur Spaß! Nehmen Sie sich die richtige Werbeagentur, dann klappts auch mit der Zielgruppe!
geschrieben von Torsten Matthes am Mittwoch, 5. Juli 2006
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Gerold hatte zunächst Zweifel am Buch zum Blog, fands dann toll, Patrick war erstaunt und bedankte sich artig, Novesia hatte gar hatte Tränen der Rührung in den Augen, Timo bescheinigt "Feuer in den Fingern", nennt es ein echtes Werk, und unsere Frauke freute sich über ihr schönstes Weihnachtsgeschenk.
Bei so vielen tollen Rezensionen von so kompetenter Seite blieb uns nur eines übrig. Wir sicherten uns die Zweitverwertungsrechte und strahlen die spannendsten Beiträge erneut aus.
Mein Lieblingsbild in Sachen Werbung ist der Bademeister. Ständig hüpfen Marketing- und Kommunikations-Menschen ins Schwimmerbecken – von allen Seiten, auch von den Seiten, von denen sie nicht dürfen. Und ich bin der Werbebademeister. Der schon an der Badehose erkennt, am Gang, am Sprung, am Auftauchen, wer ein guter Marketingschwimmer ist und wer nicht. Oft springen Nichtschwimmer in mein Becken. Die sich schlau, wie sie sind, am Beckenrand festhalten, an den Leinen oder, wenn es noch geht, mit den Zehenspitzen am Boden. Und so tun, als ob sie perfekt schwimmen können.
Tragen stolz ihre Marketingschwimmabzeichen zur Schau. Aber ich als Bademeister kenne meine Pappenheimer. Und so ist das Marketingschwimmbad eins, in dem immer viel los ist. Sie saufen ab und gehen dann rasch rüber in das Vertriebsschwimmbad (das nicht weniger tief ist, aber da hat noch keiner gesehen, dass derjenige nicht schwimmen kann).
Der Anteil der Nichtschwimmer in Positionen mit Verantwortung ist größer als viele glauben. Ins kalte Wasser werfen, ist hier an der Tagesordung. Am Anfang wollte ich jeden retten. Jedem Schwimmen beibringen. Oder jedem raten, erst mal ins Becken zu gehen, das nicht so tief ist. Das war keine gute Einstellung. Und so bewundere ich heute die guten Schwimmer, die in aller Ruhe ihre Strategiebahnen ziehen. Mal Kraulen, mal Brust, mal Rücken. Und einige sogar Schmetterling. Man kennt sich. Ist nett und begrüßt sich. Und die anderen, die ja immer betonen, dass sie prima schwimmen können, die lass ich absaufen. Natürlich – wenn sie mir das Gefühl geben, dass mein Wirken ihnen von Nutzen sein kann, dann helfe ich selbstverständlich. Aber das Retten von Nichtschwimmern, gegen ihren Willen und wo es um so viel Geld, Arbeitsplätze, Marken und viel mehr geht? Das ergibt keinen Sinn. Die sollen im Flachen üben. Und nicht auf Kosten von guten Firmen. Die sollen mal richtig Wasser schlucken, damit sie merken, dass es hier um die Wirklichkeit geht, in der wir alle leben. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Was glaubt ihr, wieviel Junior Produkt Manager ganze Konzerne beschädigt bis ruiniert haben. Ebenso viele wie Kinder leichtsinnig Häuser abgeflammt haben. Und das sind mehr als erfahrene Menschen, die nicht leichtsinnig mit dem Feuer spielen. Glaube ich.
Also sitze ich da und genieße den Tag. Der Agentur-Bademeister.
geschrieben von Christof Hintze am Mittwoch, 28. Juni 2006
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4 Studentinnen haben eine Projektarbeit zum Thema "Blogs in der Unternehmenskommunikation"veröffentlicht aus dem Netz genommen.
Manchen gefiels, manchen gefiels nicht.
Wir hatten drüber geschrieben, sw-guide hat sogar gewarnt.
Der verantwortliche Dozent bittet numehr die Blogosphäre um Aufmunterndes.
Dem Manne und seinen Mädels kann geholfen werden.
Aufmunterndes, Relevantes, Begeisterndes, Informatives, Wissenschaftliches, Fundiertes, Polarisierendes, Geistreiches, Schönes, Lustiges, Mehrwertiges, Bloggisches...
All das gibts hier:
Allerdings nicht ganz gratis, dafür für alle denkbaren Zielgruppen geeignet.
(Und dies war nicht die letzte Erwähnung des noteblogbooks)
carmen zedler zu Guten Tag. Di, 22.07.2008 19:03 also, ich seh das so:
Team-Arbeit = Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer [...]
Markus zu T-Shirt Dating / Online Dating Di, 22.07.2008 18:09 Ich find das auch eine klasse Idee
Wieso immer nur online, wenns offline genauso gut funkt [...]
Thomas zu Guten Tag. Mo, 21.07.2008 13:40 Dir auch einen guten Tag. Ich kommen gerade von Det Müllers Blog und werde mich hier mal umsch [...]
Wortführer zu Wegen Benzinpreise: Auto zwangsprostitutiert Di, 15.07.2008 11:48 Natürlich meint sie es so. Vielleicht könnte sie es aber auch so sagen? Noch besser: Sie vorab [...]
Nicole zu Wegen Benzinpreise: Auto zwangsprostitutiert Di, 15.07.2008 11:42 Oh, ich glaube sie meinte es eher so, dass sie über Euch Ihre Werbefläche vermitteln lassen wi [...]
Kommentare
Do, 24.07.2008 12:44
Wozu?? Du scheinst ja bestens Informiert zu sein, Komplimänt, hätte ich wirklich nicht erwartet.
Do, 24.07.2008 08:55
Ja ich gebe es zu. Ich war es. Worum geht es hier überhaupt???
Mi, 23.07.2008 16:54
... erinnert an Martin Luther King, vom Stil her find ich´s garnicht so schlecht: klar, offen, [...]
Mi, 23.07.2008 15:46
Ja, ja, die gute alte Propaganda-Optik, nur dass die Raketen fehlen, aber ansonsten 1:1
Mi, 23.07.2008 13:18
Hallo, sehr nett sowas. Die Dame mit Z. kenne ich glaube ich auch. Hat die nicht 4000+ Kont [...]
Mi, 23.07.2008 12:55
jhgjghjhg
Di, 22.07.2008 19:03
also, ich seh das so: Team-Arbeit = Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer [...]
Di, 22.07.2008 18:09
Ich find das auch eine klasse Idee
Mo, 21.07.2008 13:40
Dir auch einen guten Tag. Ich kommen gerade von Det Müllers Blog und werde mich hier mal umsch [...]
So, 20.07.2008 23:13
Na ist aber doch schön zu lesen, dass Data Becker zumindest weiß, wie man das mit dem Marketin [...]
So, 20.07.2008 15:23
Manchmal kann man sich wirklich nur noch wundern kopfschüttel
Do, 17.07.2008 23:57
Schönes Zitat, ich stimme voll und ganz zu
Do, 17.07.2008 11:44
Sehr gut! Absolut richtig! Genau meine Meinung!
Mi, 16.07.2008 16:57
Das ist ja echt mal eine lustige sache =)
Mi, 16.07.2008 16:03
lol^^
Mi, 16.07.2008 11:37
Vermutlich war ihr selbst nicht ganz bewusst wie ihr eigenes schreiben letztendlich wirkt und [...]
Di, 15.07.2008 12:31
Man kann einfach, wenn man so etwas initial versucht, ein weniglich kreativer an die Sache ran [...]
Di, 15.07.2008 12:25
Also manche Menschen kommen ja auf Ideen, die einem beim ersten Kaffee im Büro ein dickes Sch [...]
Di, 15.07.2008 11:48
Natürlich meint sie es so. Vielleicht könnte sie es aber auch so sagen? Noch besser: Sie vorab [...]
Di, 15.07.2008 11:42
Oh, ich glaube sie meinte es eher so, dass sie über Euch Ihre Werbefläche vermitteln lassen wi [...]