Bessere Werbung: Sponsored Posts und Advertorials auf marketing-blog.biz»

Presseverhinderer - aber richtig! Drei Tipps für tolle Sätze

Presseverhinderer ist ein Vollzeit-Job. Und erfordert eine gute Ausbildung. Ein ganz wichtiger Baustein auf dem Weg zur Perfektion ist das Schreiben. Das Schreiben von richtig guten Sätzen. Alles unter 20 Wörtern ist nix. Ein Bandwurm muss es sein.

Denn wenn es nicht lang ist, ist es auch nicht wichtig. Und wenn es nicht wichtig ist, hätte man es sich auch sparen können. Deshalb hier die

Drei Tipps für richtig tolle Sätze:

1. Punkte und Kommas sparsam setzen
Wer es lang mag, braucht keine Punkte. Kommas auch nur für den Notfall. Die restlichen Satzzeichen kommen in den Giftschrank. Am besten machen Sie das so: Sie schreiben ganz normal. Und dann ersetzen Sie die Punkte durch Leerzeichen, die Konjunktionen lassen Sie weg. Das gibt prima Bandwürmer! Viel Spaß bei der anschließenden Wurmkur.

2. Lange Wörter machen wichtig
Benutzen Sie nie ein kurzes Wort, wenn es auch lang sein kann. Kurzes Wort = kurzer Verstand. Wahrhaft wichtige Menschen kennen nur so richtig wichtige Worte wie Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän.

3. Fremdwort schlägt Deutsch
Wenn es geht, benutzen Sie immer ein Fremdwort. Auch wenn Sie es erst nachschlagen müssen. Es ist immer gut. Ein Synonymwörterbuch ist dafür eine tolle Hilfe. Wählen Sie immer das komplizierteste Wort aus der Liste. Egal ob es passt. Der Leser wird schon verstehen, was Sie sagen wollen.

Sie werden sehen: wenn Sie diese Tipps befolgen, wird niemand Ihre Texte beachten. Und das wollen Sie ja schließlich.

PR-Bilder, hoffnungslos unterschätzt?

So Leute, Ihr könnt alle mitmachen. Ihr könnt darüber entscheiden, wie das PR-Foto des Jahres aussieht. Und wer sich allein die Vorschläge ansieht, wird schnell merken, dass die Wirkung von Bildern bei PR-Leuten oft hoffnungslos unterschätzt wird.

Da gibt es wirklich ein paar aufmerksamkeitsstarke Fotos, an denen man so leicht nicht vorbeischaut. Also, zugeschaut und mitgemacht bei den obs-Awards 2007. Es gibt auch was zu gewinnen.

Hier geht's lang.

Das Kapital wohnt in Saarbrücken

Leuteleute, wer hätte das gedacht? Vor kurzem wurde Saarbrücken zur teuersten Stadt Deutschlands gekürt. Was? Genau: teuerste Stadt Deutschlands. Das liest der Oskar aus Saarbrücken bestimmt nicht so gern. Ist aber so. Zumindest bei der neuesten Ausgabe von Monopoly.

Die haben einen wirklich schlauen PR-Coup gelandet. Nach den verschiedensten Editionen zu den seltsamsten Themen haben sie nun etwas aufgelegt, das - ob es uns nun gefällt oder nicht - Monopoly ins Gespräch gebracht hat: eine Deutschland-Edition.

Da ja spätestens seit dem WM-Jahr 2006 der Nationalstolz der deutschen Bürger erwacht ist, lag nichts näher, als Städte anstatt Straßen auf dem Spielbrett zum Verkauf anzubieten. Und vorher nicht selbst zu grübeln, was denn nun anstatt der Parkstraße auf dem Plan platziert werden sollte.

Nein. Man ließ die Deutschen selbst abstimmen, nicht ohne die lokale Presse mit vor den Karren zu spannen. Wenn man den Bekanntheitsgrad von Monopoly noch steigern konnte, damit ist es bestimmt gelungen. Vor allem in Saarbrücken.

Ursprünglich waren 38 Städte aus Deutschlands Norden, Osten, Süden und Westen nominiert, die in einer Matrix aus Einwohnerzahl, Bekanntheitsgrad, kultureller Relevanz und geografischer Abdeckung ermittelt wurden. Mit großangelegten Unterschriftenaktionen und Petitionen konnten Saarbrücken, Aachen und Jena nachwirkend eine Nominierung erreichen, so dass schließlich 41 Kandidaten zur Wahl standen. Für jede Stadt konnte aus vier Wahrzeichen ausgewählt werden, von denen das meist gewählte stellvertretend auf dem Spielbrett abgebildet sein würde. Mehr als eine halbe Million Stimmen wurden über die Wahlperiode von elf Wochen abgegeben. Einen wesentlichen Beitrag zur Popularität der Wahl leistete unter anderem die lokale Presse. Unermüdlich forderte sie die hiesige Bevölkerung auf, für ihre Stadt zu stimmen. Besonderes Engagement zeigten dabei vor allem die kleineren Städte, was der Monopoly Deutschland Wahl das gewisse Etwas verlieh. So landeten schlussendlich nicht allein die großen Metropolen ganz vorn in den Top 22: Aachen, Halle, Chemnitz liefen beispielsweise vermeintlichen Favoriten wie München, Frankfurt oder Köln den Rang ab. Einzig die Berliner verfügten über einen gesunden Ehrgeiz, der ihnen schließlich die Top-Position hinter Saarbrücken sicherte.


So hat man also Saarbrücken ganz aus dem äußersten Westen der Republik ins Zentrum des Interesses gerückt. Und das ganz ohne die Partei aus der ganz linken Ecke und ihren Oskar. Ob es sich jetzt als Hochburg der Kapitalisten etabliert?

So oder so: Monopoly hat gezeigt, wie PR zum Mitmachen aussieht. Und viele haben mitgemacht. Wahrscheinlich noch nicht einmal ohne Spaß.

König der Presseverhinderer

Was? Den kennen Sie noch nicht? Den König der Presseverhinderer? Dabei ist der noch nicht einmal einzigartig.

Stellen wir uns einmal vor, wir seien Journalist. Gut, vielleicht fällt das manchem schwer, vor allem dem, der schon unsere zahlreichen Tipps befolgt hat.

Aber trotzdem. Wir sind jetzt also Journalist. Und bekommen eine Einladung. Zu einer Pressekonferenz. Die ist sehr weit weg von uns, sodass der Besuch uns einen kompletten Arbeitstag kosten würde. Ja, das Unternehmen, das diese Pressekonferenz organisiert, interessiert uns schon. Aber dummerweise ist dieses Mega-Event so perfekt angekündigt, dass es so gar nicht neu aussieht.

Richtig. Diese Veranstaltung wurde von einem ausgebildeten Presseverhinderer geplant. Er hat die Sieben goldenen Regeln für eine verpatzte Pressekonferenz zur Serienreife gebracht. Was, die kennen Sie nicht? Hier sind sie:

1. Wenn du nichts Neues zu sagen hast, mach eine Pressekonferenz. Da hast du Gelegenheit dazu, mal wieder diese ganzen wichtigen Gesprächspartner zu treffen.

2. Mach die Pressekonferenz an einem Ort, der nur sehr schlecht zu erreichen, aber wunderschön ist. Man wird dich für die schöne Location loben. Achte darauf, dass möglichst wenig Parkplätze vorhanden sind. Niemand wird die Ruhe stören.

3. Wähle den Termin sorgfältig aus. Am besten montags um 8.00 h während der Sommerferien. Jeder wird dir dankbar sein für die entspannte Anreise.

4. Plane reichlich Zeit ein. Die Journalisten sind ja eh schon mal da und können dann so richtig viel über dein Unternehmen berichten. Die haben sonst eh nix zu tun.

5. Suche Redner und Moderatoren, die viel reden, aber wenig zu sagen haben. Das spornt die Journalisten zu wertvollen Transferleistungen an.

6. Wähle ein ganz allgemeines Thema ohne jeglichen Nachrichtenwert. Endlich gibt es mal eine schöne Hintergrundstory.

7. Komme hungrig zu deiner Pressekonferenz. Wer, wenn nicht du selbst soll denn die ganzen Schnittchen essen. Ist ja sonst keiner da.

Auf den Hund gekommen

Düsseldorf ist die Stadt der Mode. Das wissen nicht nur Insider. Dass unser Cheffe dort residiert, sollte hierfür Zeichen genug sein. Nun aber gibt es noch ganz andere, die hierfür den Beweis liefern. Und das auf äußerst fulminante Art und Weise:

Eine Modenschau mit Hund! Jawohl.

Petwalk in Kaiserswerth, der kleine, feine Laden für Futter und Napf und Schnick und Schnack, rund um Hund und Katz veranstaltet die erste Düsseldorfer Modenschau mit Hunden!


Doch damit nicht genug:

Gela Reißenweber, die Inhaberin des Ladens aktivierte andere, bekannte Düsseldorfer Geschäftsleute und stellte eine Open-Air-Show zusammen, die sich sehen lassen kann: „CC petit mais raffiné“ präsentiert neben Casual Wear auch traumhafte Unterwäsche. „Die Modevilla“ mit der Designerin Mahi Degenring zeigt exklusive Business- und Cocktail-Mode.
„Honeymoon“ besticht mit hinreißenden Abendkleidern – und natürlich einem Brautkleid als Höhepunkt der Show. „Parfümerie Kann“ sorgt für das perfekte Make-up in den neuen Farben und „HaarWerk“ kümmert sich um die modisch-aktuellen Frisuren.


Was passierte in meinem Kopf, als ich das las? Ich fragte mich, wie wohl die Hunde in der Unterwäsche aussehen könnten. Schäferhund mit String-Tanga, Mops-Dame mit Spitzen-BH, das sind Sachen, die wir schon immer mal sehen wollten... Oder Pudel-Mädels im Hochzeitskleid. Aber der Höhepunkt sind sicherlich die Hunde-Make-ups.

Zum Glück wird man ja später noch darüber aufgeklärt, dass die Hunde zwar mit von der Partie sind, aber außerdem noch Models zum Einsatz kommen. Das beruhigt ungemein.

Trotz allem: getreu der goldenen PR-Regel, dass Tiere und Kinder immer gut sind für reichlich Berichterstattung, hat man hier eine witzige Verbindung geschaffen. Dass trotzdem nicht jeder auf Hund in Mäntelchen und Designer-Halsbänder steht, macht ja nix. Die können dann ja die Spitzenwäsche anschauen.

Weiteres pikantes Detail übrigens ist die Tatsache, dass hier eine Kölner PR-Agentur für ein Düsseldorfer Geschäft arbeitet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Übrigens: Das Event steigt am kommenden Wochenende, am Sonntag den 2. September ab 14.30 Uhr in der neuen Fußgängerzone am Klemensplatz, Düsseldorf/Kaiserswerth. Vielleicht geht ja jemand hin.

Der Presseverhinderer, das unbekannte Wesen

Wer ein richtiger Presseverhinderer werden will, sollte immer ganz genau hinschauen, was die Profis so machen. Und die echten Profis unter den Presseverhinderern sind die, die jeden Text vor der Veröffentlichung nochmal sehen möchten. Jede Meldung, jeden Fachartikel. Alles eben.

Das mag keiner. Man sollte auch davon ausgehen können, dass ein Profi unter den Journalisten es schafft, einen Sachverhalt richtig wiederzugeben.

Manchmal allerdings gibt es Journalisten, die bei komplizierten Vorgängen darum bitten, noch einmal über den fertigen Text zu schauen. Damit wirklich alles stimmt. Und da kommen die Presseverhinderer ganz groß raus.

Die gucken nämlich nicht bloß drüber, nein. Die verhindern richtig. Sie korrigieren alles (obwohl das ja noch gar nicht durch die Schlussredaktion gegangen ist). Sie finden Kommafehler, wo gar keine sind. Sie korrigieren ss und ß, was das Zeug hält, und das falsch. Sie verschlimmbessern die Grammatik. Sie lassen sich völlig neue Sätze einfallen. Und schicken das dann stolz zurück.

Manche von diesen Presseverhinderer-Profis sollen sich schon gewundert haben, dass diese Artikel dann nie erschienen sind. Oder doch so ganz anders. Und dass nie wieder eine Anfrage kam. Komisch.

Twitter

Verwaltung des Blogs

Login