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König der Presseverhinderer

Was? Den kennen Sie noch nicht? Den König der Presseverhinderer? Dabei ist der noch nicht einmal einzigartig.

Stellen wir uns einmal vor, wir seien Journalist. Gut, vielleicht fällt das manchem schwer, vor allem dem, der schon unsere zahlreichen Tipps befolgt hat.

Aber trotzdem. Wir sind jetzt also Journalist. Und bekommen eine Einladung. Zu einer Pressekonferenz. Die ist sehr weit weg von uns, sodass der Besuch uns einen kompletten Arbeitstag kosten würde. Ja, das Unternehmen, das diese Pressekonferenz organisiert, interessiert uns schon. Aber dummerweise ist dieses Mega-Event so perfekt angekündigt, dass es so gar nicht neu aussieht.

Richtig. Diese Veranstaltung wurde von einem ausgebildeten Presseverhinderer geplant. Er hat die Sieben goldenen Regeln für eine verpatzte Pressekonferenz zur Serienreife gebracht. Was, die kennen Sie nicht? Hier sind sie:

1. Wenn du nichts Neues zu sagen hast, mach eine Pressekonferenz. Da hast du Gelegenheit dazu, mal wieder diese ganzen wichtigen Gesprächspartner zu treffen.

2. Mach die Pressekonferenz an einem Ort, der nur sehr schlecht zu erreichen, aber wunderschön ist. Man wird dich für die schöne Location loben. Achte darauf, dass möglichst wenig Parkplätze vorhanden sind. Niemand wird die Ruhe stören.

3. Wähle den Termin sorgfältig aus. Am besten montags um 8.00 h während der Sommerferien. Jeder wird dir dankbar sein für die entspannte Anreise.

4. Plane reichlich Zeit ein. Die Journalisten sind ja eh schon mal da und können dann so richtig viel über dein Unternehmen berichten. Die haben sonst eh nix zu tun.

5. Suche Redner und Moderatoren, die viel reden, aber wenig zu sagen haben. Das spornt die Journalisten zu wertvollen Transferleistungen an.

6. Wähle ein ganz allgemeines Thema ohne jeglichen Nachrichtenwert. Endlich gibt es mal eine schöne Hintergrundstory.

7. Komme hungrig zu deiner Pressekonferenz. Wer, wenn nicht du selbst soll denn die ganzen Schnittchen essen. Ist ja sonst keiner da.

Der Presseverhinderer, das unbekannte Wesen

Wer ein richtiger Presseverhinderer werden will, sollte immer ganz genau hinschauen, was die Profis so machen. Und die echten Profis unter den Presseverhinderern sind die, die jeden Text vor der Veröffentlichung nochmal sehen möchten. Jede Meldung, jeden Fachartikel. Alles eben.

Das mag keiner. Man sollte auch davon ausgehen können, dass ein Profi unter den Journalisten es schafft, einen Sachverhalt richtig wiederzugeben.

Manchmal allerdings gibt es Journalisten, die bei komplizierten Vorgängen darum bitten, noch einmal über den fertigen Text zu schauen. Damit wirklich alles stimmt. Und da kommen die Presseverhinderer ganz groß raus.

Die gucken nämlich nicht bloß drüber, nein. Die verhindern richtig. Sie korrigieren alles (obwohl das ja noch gar nicht durch die Schlussredaktion gegangen ist). Sie finden Kommafehler, wo gar keine sind. Sie korrigieren ss und ß, was das Zeug hält, und das falsch. Sie verschlimmbessern die Grammatik. Sie lassen sich völlig neue Sätze einfallen. Und schicken das dann stolz zurück.

Manche von diesen Presseverhinderer-Profis sollen sich schon gewundert haben, dass diese Artikel dann nie erschienen sind. Oder doch so ganz anders. Und dass nie wieder eine Anfrage kam. Komisch.

Wie werde ich Presseverhinderer?

Bestimmt haben Sie sich bei all dem Gerede über Presseverhinderer schon mal gefragt, wie Sie eigentlich auch zu diesen wahnsinnig wichtigen Menschen gehören können. Denn die Kunst des Verhinderns will zunächst gelernt und dann auch regelmäßig ausgeübt werden. Deshalb habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengestellt, die Sie bei Ihrer Weiterbildung bestens unterstützen werden. Übrigens sind wir natürlich dankbar, wenn Sie uns Ihre ersten Erfolge mitteilen. Schöne Geschichten über tolle Presseverhinderer werden bestimmt veröffentlicht.

7 Tipps für eine qualifizierte Presseverhinderung

1. Studieren Sie. Egal was. Möglichst lang und möglichst mit Abschluss. Je komplizierter der Titel, den Sie erwerben, umso besser. Das macht sich gut in Ihrem Lebenslauf und auf Ihrer Visitenkarte. Was Sie wirklich wissen und können, ist völlig unerheblich. Der Titel ist entscheidend.

2. Machen Sie Praktika. Im Inland. Im Ausland. Egal wo. Egal bei welcher Firma. Und verewigen Sie diese in Ihrem Lebenslauf. Das macht Eindruck. Es ist egal, ob diese Praktika mit Presseverhinderung zu tun haben. Sie werden schon was draus machen.

3. Seien Sie immer und überall dabei. Damit man Sie kennt. Auf jeder Sitzung. Bei jeder Veranstaltung. Tragen Sie Ihr Gesicht spazieren. Aber sagen Sie bloß nicht, von welcher Firma Sie kommen. Es könnte Sie jemand anrufen oder sonstwie kontaktieren. Das müssen Sie unbedingt vermeiden.

4. Reden Sie viel und unverständlich. Und schreiben Sie genauso. Üben Sie sich darin, Worthülsen zu gedrechselten Kunstwerken zu verarbeiten. Man wird Sie dafür lieben. Reden Sie viel und sagen Sie wenig. Das verhindert sehr viel. Vor allem, dass man Sie zitiert.

5. Vernebeln Sie Ihre Kontaktdaten. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass Journalisten herausfinden, wie man Sie erreicht. Sagen Sie innerhalb der Firma niemals, wofür Sie eigentlich zuständig sind und tun Sie immer sehr beschäftigt. So wird man Sie in Ruhe lassen.

6. Wenn Sie über den Luxus einer Sekretärin (oder eines Sekretärs) verfügen, sagen Sie ihr oder ihm, dass Sie auf keinen Fall gestört werden möchten. Von niemandem. Und dass Termine nur nach einem Vorlauf von mindestens drei Wochen vergeben werden. Die Stille wird himmlisch sein.

7. Seien Sie niemals da. Sie sind ja eh schon auf diesen ganzen Veranstaltungen. Da kann Sie ja sowieso keiner erreichen, denn Ihr Handy ist selbstverständlich ausgeschaltet. Eine Mailbox haben Sie nicht. Sonst müssten Sie ja zurückrufen. Und das machen Sie sowieso nie. Wenn niemand Sie jemals erreicht, kann auch keiner hässliche Fragen stellen.


Sie werden sehen: Ihre Firma kennt keiner. Auch nach Jahren nicht.

Presseverhinderer

Manchmal setze ich mich ja auf die andere Seite meines Schreibtisches. Obwohl da eigentlich das Fenster ist... Ich setze mich da also hin und bin in meinem anderen Leben. Und da bin ich Freie Journalistin. Und schreibe für eine Fachzeitschrift.

Von Zeit zu Zeit kommt es also vor, dass ich recherchiere. Und erlebe Abenteuerliches. Weil ich manchmal vielen Leuten gleichzeitig die selben Fragen stellen muss, ist es ganz praktisch, ihnen diese Fragen per e-mail zu schicken. Was passiert? Nichts. Oder fast nichts.

Es gibt Unternehmen, die haben Presseverantwortliche. Und die antworten ganz schnell. Meistens. Es gibt andere Unternehmen, die sind so groß, dass sie es nicht nötig haben, zu sagen, wer die Presseverantwortlichen sind. Und wer die Daten der entsprechenden Damen und Herren nicht zufällig von einem Kollegen erfährt, wird diesen Herrschaften niemals Fragen stellen dürfen.

Das schönste allerdings passierte mir, als ich auf der Homepage eines wirklich großen Automobilzulieferers den Namen des Ansprechpartners X fand, aber keine e-mail-Adresse. Natürlich auch keine Telefonnummer. Ich rufe die Telefonzentrale der Firma an.

"Guten Tag, mein Name ist Weber. Ich recherchiere im Auftrag einer Fachzeitschrift und würde gern Herrn X sprechen."

Unfreundliche Stimme: "Herr X telefoniert gerade."

"Könnten Sie mir seine Durchwahl geben, dann kann ich es später noch einmal versuchen?"

Unfreundliche Stimme: "Nein."

"Die e-mail-Adresse?"

Unfreundliche Stimme: "Nein."

"Ich soll also noch einmal bei Ihnen anrufen?"

Unfreundliche Stimme. "Genau."

Das Gespräch ist beendet. Irgendwie habe ich wenig Lust, nochmal anzurufen. E-mailen kann ich nicht, habe ja keine Adresse. Einen Brief schreiben? Wo der wohl landet?

Um es klarzustellen. Herr X wird auf der Homepage als Presseverantwortlicher genannt. Offenbar möchte er von der Presse nicht bei der Arbeit gestört werden. Ich respektiere das. Und berücksichtige in meinem Artikel sein Unternehmen nicht.
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Mit Veranstaltungen bekannter werden


Der Business-Blog-Karneval soll auch am Marketing-Blog nicht vorüberziehen. Wer sagt eigentlich, dass PR-Maßnahmen immer aus geschriebenen Worten bestehen? Auch Veranstaltungen sind ein prima Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Und mit ihnen kommt man auch in die Presse... Übrigens: ein Event ist auch eine Veranstaltung.


Sie sind Experte auf Ihrem Gebiet? Prima. Warum lassen Sie dann nicht andere an Ihrem Wissen teilhaben? Gerade für diejenigen, die mit viel Fachwissen glänzen müssen, kann das eine interessante Art der Akquise und des Kontakte-Knüpfens sein. Das Beste daran: Veranstaltungen eignen sich hervorragend für Pressearbeit, denn sie bieten einen aktuellen Aufhänger.

Veranstaltungen können auf ganz unterschiedlichen Ebenen ablaufen. Wer regional aktiv ist, hat seine Zuhörer schon vor der Tür. Zum Beispiel kann sich ein Rechtsanwalt mit einem Info-Abend zum Thema „Worauf muss ich beim Testament achten?“ vor Ort bei potenziellen Mandanten bekannt machen.

Keine Werbung bitte
Wichtig bei solchen Veranstaltungen ist, sie nicht als Werbung zu verstehen. Die Information muss im Vordergrund stehen. Der Referent beweist mit seinem Vortrag und seinem Know-How, dass er ein kompetenter Ansprechpartner zu seinem Thema ist. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, sich gegenüber den Zuhörern sympathisch darzustellen.

Medienvertreter einladen
Gerade im lokalen Umfeld bietet es sich an, Vertreter der lokalen Presse einzuladen. Denn ein Bericht in der Lokalpresse ist bei einem interessanten Thema häufig drin. Gut funktionieren kann eine lokale Veranstaltung auch in Zusammenarbeit mit der örtlichen Volkshochschule oder anderen Partnern. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch eine Kooperation mit befreundeten Unternehmen, mit denen man nicht im Wettbewerb steht, kann gewinnbringend für Veranstaltungen sein.

Bekanntheitsgrad steigern – durch Veranstaltungen
Auch wenn eine Veranstaltung im überregionalen Rahmen vielleicht etwas aufwändiger ist, so kann sie sich für den Bekanntheitsgrad bezahlt machen. In Fachkreisen bringt man es so unter Umständen zu einem „Namen“ innerhalb der Branche. Einladen sollte man sehr gezielt: also nur ausgewählte Besucher, die sich wirklich für das Thema interessieren. Dies geschieht bevorzugt per mailing, zusätzlich ist eine Ankündigung in der Fachpresse sicherlich sehr hilfreich.

Pressearbeit nicht vergessen
Der Ablauf für die begleitende Pressearbeit ist ähnlich, egal ob sie lokal oder überregional stattfindet. Eine gute Ablaufplanung ist unerlässlich, gerade wenn Fachzeitschriften mit ins Spiel kommen. Denn sie erscheinen meist nicht so häufig. Wer es anstrebt, mit seiner Ankündigung in ein bestimmtes Heft zu kommen, sollte langfristig planen. Mit der lokalen Tagespresse ist es da schon etwas leichter.

Gut geplant ist halb gewonnen
Wer seine Planung mit spitzem Bleistift und Terminkalender angeht, hat seine Veranstaltung schon fast in der Tasche. Nicht vergessen: bei Einladungen, egal ob für die Presse oder die Teilnehmer, immer eine Rückantwort fordern. Nur dann ist eine konkrete Planung möglich.

Niemals ohne
Pressevertreter erhalten beim Termin eine Pressemappe oder mindestens einen Begleit-Pressetext, aus dem die wichtigsten Daten der Veranstaltung hervorgehen, zum Beispiel die Namen der Referenten und der beteiligten Firmen. Es empfiehlt sich auch, eine Gelegenheit zum Fotografieren zu geben.

Für die Presse ist die Veranstaltung, gerade wenn es um ein kontroverses oder aktuelles Thema geht, immer ein Grund zur Berichterstattung. Es kommt nur auf die guten Ideen an.


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