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Presseverhinderer auf der Preisverleihung

Neulich war ich als Journalistin auf einer Preisverleihung. Und wenn man dann im Anschluss als Zeitschrift darüber berichten möchte, ist es immer gut, wenn man ein schönes Foto der Preisträger mit ihrem Preis hat. Man glaubt gar nicht, wie schlecht so etwas organisiert sein kann...

Bei dieser Veranstaltung lief eigentlich fast alles schief. Alle Preisträger standen vor einer Leinwand. Und darauf wurden Informationen zu den Geehrten projiziert. Die hatten dann alle Schrift und Bilder im Gesicht und mussten zusätzlich noch blinzeln. Keine schönen Motive.

Außerdem: man empfing seine Urkunde aus der Hand eines Promis, der jedem Preisträger noch ein paar warme Worte mit auf den Weg gab. Zeit zum Fotografieren? Fehlanzeige.

Am Schluss wurde ein Fototermin versprochen. Der wurde aber gründlich durch das parallel gereichte Essen torpediert. Wer will sich schon fotografieren lassen, wenn er dabei Garnelen und Co versäumt?

Wer Veranstaltungen mit Medienpräsenz plant, sollte im Vorfeld eigentlich immer ein paar Gedanken daran verschwenden, wie denn das Fotografieren in den Ablauf mit eingebaut werden kann. Denn gute Fotos sind ja auch im Interesse der Veranstalter.

Solche Abläufe sollte man vorab üben. Bis das richtig sitzt. Noch mehr natürlich, wenn auch noch das Fernsehen im Boot ist. Denn Berichte werden wesentlich kürzer ausfallen, wenn das Bildmaterial schlecht ist.

Journalisten attestieren PR eine hohe Glaubwürdigkeit

Oft könnte man meinen, es herrsche Krieg zwischen Journalisten und PR-Menschen. Da wird auf beiden Seiten geschimpft über mangelnde Sachkenntnis und wenig Entgegenkommen. Vor kurzem hat der djd Journalisten zur Qualität von PR-Material befragt.

Das Ergebnis erstaunt relativ wenig: gute Bilder sind begehrt. Denn ständig sind Journalisten auf der Jagd nach Bildmaterial, das ihr Medium interessanter macht. Doch die Realität liefert oft nur langweilige Produktfotos und keine Pressefotos, die diesen Namen verdienen.

Ganz unten auf der Beliebtheitsskala der befragten Journalisten steht übrigens der Redaktionsbesuch. Er kommt noch nach dem Werbematerial. Also: Redaktionen nur dann besuchen, wenn es wirklich etwas wichtiges zu besprechen gibt.

Trotz allem macht uns PR-Professional auf ein interessantes Detail aufmerksam:

41 Prozent der Medienbeiträge enthalten immerhin 20 bis 39 Prozent PR-Material. Mehr als jeder dritte Beitrag basiert sogar zu mehr als 40 Prozent auf Pressemitteilungen. Überraschend ist auch, dass die Journalisten dem PR-Material eine relativ hohe Glaubwürdigkeit attestieren. So bewertet die Mehrheit der Befragten (38 Prozent) PR-Materialien auf einer Skala von 1 (gar nicht glaubwürdig) bis 6 (sehr glaubwürdig) mit 4.


So schlecht ist es also gar nicht bestellt um das PR-Material. Dass inhaltslose Superlative und PR-lish wenig erfreuen, sollte sich inzwischen rumgesprochen haben...

PR-Bilder - damit kann man was bewegen

Wie in jedem Jahr veranstaltet obs, der Original Bildservice, einen Wettbewerb um das beste PR-Foto des Jahres. Und allein der Blick auf die eingereichten Fotos veranschaulicht, dass man mit guten Pressefotos eine Menge bewegen kann. Vor allem eins schafft ein gutes Foto: Aufmerksamkeit. Und die wollen wir doch alle, oder?

Hier geht es zu den obs-Awards 2008

Grüß Gott an die Presseverhinderer!

Es gibt Menschen unter den Presseverhinderern, die sind so gut zu mir! Soooo gut! Gerade arbeite ich an einem Artikel über Schulungskonzepte. Dafür habe ich Anfragen an sehr viele sehr wichtige Menschen geschickt. Und eine Menge Antworten bekommen.

Dass ein so unbedeutendes Unternehmen wie Bosch mir einerseits eine nur für mich erstellte Auswahl von Bildern im Internet bereitstellt, hatte mich zunächst gefreut. Aber dann...

Mini-Vorschaubilder im Briefmarkenformat sind leider nicht zu entziffern. Und selbst die etwas größeren Bilder muss ich für eine Vorschau erst herunterladen, um sie anschauen zu können. Wenn ich sie dann haben will, bekomme ich sie als ganz handliches tiff. Mit so ca. 36 MB. Pro Bild. Es gibt zwar Legenden dazu, aber die sind fast identisch.

Auch im Zeitalter von DSL kostet das immer noch Zeit. Ich muss runterladen, öffnen, selektieren, speichern und am Ende das löschen, was ich nicht gebrauchen kann. Man zwingt mich also dazu, meine ohnehin schon volle Festplatte weiter mit Daten zuzumüllen.

Ob ich die Bilder verwende? Weiß ich noch nicht. Mal schauen, was die Konkurrenz so bietet.

7 Fototipps für den vollendeten Presseverhinderer

Beim Texten sind wir ja schon ganz gut als Presseverhinderer. Bestimmt haben Sie aber auch schon gemerkt, dass diese lästigen Journalisten dauernd Fotos haben wollen. Wir haben hier sieben todsichere Tipps für den professionellen Umgang des Presseverhinderers mit Bildmaterial.

1. Vermeiden
Vermeiden Sie es, wie auch immer geartetes Bildmaterial einzusetzen. Die Chance, dass es jemandem gefällt, ist einfach zu groß. Undenkbar, wenn Ihre Fotos in einer wichtigen Fachzeitschrift zu sehen wären. Erklären Sie das mal Ihrem Chef!

2. Verwenden Sie Anzeigenmotive
Falls es sich gar nicht verhindern lässt, nehmen Sie eben das letzte Anzeigenmotiv. Das wurde ja für Printmedien entwickelt und sieht doch so schön aus. Die von der Zeitung werden es bestimmt lieben.

3. Denken Sie an die richtige Auflösung
Machen Sie die Journalisten glücklich. Senden Sie ihnen Motive, die sie ohne weiteres auf einem Großplakat unterbringen könnten. Vielleicht hängt dann Ihr Bild bald am örtlichen Kaufhaus! Sorgen Sie dafür, dass der Mailserver so richtig qualmt. Wenn das den Presseleuten nicht passt, verwenden Sie die für das Internet verwendeten Dateien und diskutieren Sie auf keinen Fall mit dem Journalisten über die richtige Auflösung. Diese Besserwisser wollen ja sowieso nur Ihre Daten häckseln.

4. Keine Menschen
Zeigen Sie auf Ihren Pressefotos keine Menschen. Immer nur Produkte, möglichst ohne Bezug zur Realität oder zur Anwendung. Nur so kommt die Ware so richtig zur Geltung. Menschen lenken nur ab und ziehen lästige Blicke auf sich.

5. Zeigen Sie Ihr Logo
Das Allerwichtigste an Ihrem Pressefoto ist natürlich Ihr Logo. Auch wenn es normalerweise nicht auf dem Bild zu sehen wäre: sorgen Sie dafür, dass es hineinmontiert wird. Es muss nicht natürlich wirken. Nur dann wird Ihr Logo wirklich bemerkt.

6. Sichern Sie Ihr Foto-Archiv
Wenn Sie ein Pressefoto-Archiv im Internet haben, sichern Sie es gegen lästige Journalisten. Sorgen Sie dafür, dass nur handverlesene und vom Verfassungsschutz überprüfte Pressevertreter Zugang zu Ihrem wertvollen Material bekommen. Wo kommen wir denn hin, wenn einer nachts um halb drei Ihr Bildmaterial verwenden kann?

7. Wecken Sie nicht die Neugierde
Wenn Sie schon notgedrungen mit Bildmaterial arbeiten, machen Sie bloß nicht neugierig. Hingucker sorgen am Ende noch dafür, dass jemand Ihren Text liest. Und das müssen Sie unbedingt verhindern.

Presseverhinderer is watching you!

Die größten Presseverhinderer sind leider häufig Leute, mit denen man sich nur ungern anlegt. Wenn man es tut, dann hat das meist negative Konsequenzen. Die Rede ist hier von den Chefs. Und zwar genau von denen, die den Pressesprechern in den Unternehmen etwas zu sagen haben. Oft sind das leider Leute, die sich durch große Beratungsresistenz auszeichnen.

Als ich einst Pressesprecherin war, erlebte ich einen schönen Fall von gezielter Presseverhinderung. Mein damaliger Chef, Maschinenbauingenieur und Geschäftsführer einer GmbH & Co. KG, wollte unbedingt ein Thema in die Fachpresse bringen, das dafür nur äußerst bedingt geeignet war. Eine Besuchergruppe aus China wollte sich über das Unternehmen informieren.

Das spielte sich zu einer Zeit ab, als der momentan grassierende Nachrichtenboom zum Thema China noch nicht einmal im Ansatz begonnen hatte. Die von uns regelmäßig mit Unternehmensmeldungen versorgte Fachpresse für Auto-Werkstätten in Deutschland interessierte sich damals leider herzlich wenig für Delegationen aus China...

Also tat ich es: ich sagte meinem Chef, dass es eventuell doch keine so gute Idee sei, mit dieser doch sehr wenig interessanten Meldung Redaktionen zu langweilen, die doch schon genug Informationen bekämen. Dazu kam übrigens ein echt grottenschlechtes Gruppenfoto mit den Chinesen. Ein Amateurfoto mit niedriger Auflösung, auf dem sowieso nichts zu erkennen war. Es machte leider auch niemanden neugierig.

Ehrlich gesagt: mir war es peinlich, eine solche Sache unters Volk bringen zu müssen. Ich versuchte den Chef zu überzeugen, dass die Geschichte eh niemand bringen würde und dass wir damit eher mehr kaputt machen würden als gute Beziehungen aufzubauen. Er wollte es trotzdem. Das Dumme war: er war der Chef.

Also schrieb ich eine Pressemitteilung. Ich versuchte echt noch, der Sache irgendwas Positives abzugewinnen, aber es gelang mir nicht. Ich verschickte den Text mit Bild und harrte der Dinge, die da kamen.

Raten Sie mal, wie oft die Geschichte den Weg in die Zeitschriften fand. Null mal. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass mich dies mit großer Genugtuung erfüllte. Noch nicht einmal die täglich erscheinenden elektronischen Newsletter, die froh über jede noch so kleine Nachricht waren, erbarmten sich der erbärmlichen Story.

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