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Ente für Journalisten

Manchmal lassen sich auch Journalisten leimen... Estnische Medien spotten derzeit viel über einige russische Kollegen. Denn die hatten ohne jegliche zusätzliche Recherche eine Geschichte aus einer Zeitschrift aus Estland übernommen. Die Russen empörten sich darüber, dass Journalisten bei Pressekonferenzen in Estland ab dem 1. Februar 2009 keine Schuhe mehr tragen dürften. Sie stellten sich wohl schon vor, welch angenehme Düfte dann in den oft knapp bemessenen Räumlichkeiten gerade im Winter entstehen könnten.

Auf newsroom.de lesen wir folgendes:

Mit dem angeblichen Schuh-Verbot kam "Eesti Ekspress" auf den Vorfall vom 14. Dezember zurück, bei dem ein irakischer Fernsehreporter US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz mit seinen Schuhen bewarf und ihm Beleidigungen zurief. Die Bilder von der Schuh-Attacke, der Bush reaktionsschnell auswich, gingen um die Welt. Im "Eesti Ekspress" hieß es, als Konsequenz aus dem Angriff auf Bush müssten Journalisten in Zukunft barfuß zu Pressekonferenzen erscheinen und dürften allenfalls bei frostigen Temperaturen Wollsocken anziehen.


Die Zeitschrift Eesti Ekspress sagt dazu:

Es sieht so aus, als lebten wir in einer Ära mit vollständiger Humorlosigkeit


Normalerweise heißt es ja auch, man solle immer zwei sichere Quellen haben... Dann hätte die Ente wohl auffallen können.

König der Presseverhinderer

Was? Den kennen Sie noch nicht? Den König der Presseverhinderer? Dabei ist der noch nicht einmal einzigartig.

Stellen wir uns einmal vor, wir seien Journalist. Gut, vielleicht fällt das manchem schwer, vor allem dem, der schon unsere zahlreichen Tipps befolgt hat.

Aber trotzdem. Wir sind jetzt also Journalist. Und bekommen eine Einladung. Zu einer Pressekonferenz. Die ist sehr weit weg von uns, sodass der Besuch uns einen kompletten Arbeitstag kosten würde. Ja, das Unternehmen, das diese Pressekonferenz organisiert, interessiert uns schon. Aber dummerweise ist dieses Mega-Event so perfekt angekündigt, dass es so gar nicht neu aussieht.

Richtig. Diese Veranstaltung wurde von einem ausgebildeten Presseverhinderer geplant. Er hat die Sieben goldenen Regeln für eine verpatzte Pressekonferenz zur Serienreife gebracht. Was, die kennen Sie nicht? Hier sind sie:

1. Wenn du nichts Neues zu sagen hast, mach eine Pressekonferenz. Da hast du Gelegenheit dazu, mal wieder diese ganzen wichtigen Gesprächspartner zu treffen.

2. Mach die Pressekonferenz an einem Ort, der nur sehr schlecht zu erreichen, aber wunderschön ist. Man wird dich für die schöne Location loben. Achte darauf, dass möglichst wenig Parkplätze vorhanden sind. Niemand wird die Ruhe stören.

3. Wähle den Termin sorgfältig aus. Am besten montags um 8.00 h während der Sommerferien. Jeder wird dir dankbar sein für die entspannte Anreise.

4. Plane reichlich Zeit ein. Die Journalisten sind ja eh schon mal da und können dann so richtig viel über dein Unternehmen berichten. Die haben sonst eh nix zu tun.

5. Suche Redner und Moderatoren, die viel reden, aber wenig zu sagen haben. Das spornt die Journalisten zu wertvollen Transferleistungen an.

6. Wähle ein ganz allgemeines Thema ohne jeglichen Nachrichtenwert. Endlich gibt es mal eine schöne Hintergrundstory.

7. Komme hungrig zu deiner Pressekonferenz. Wer, wenn nicht du selbst soll denn die ganzen Schnittchen essen. Ist ja sonst keiner da.

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