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Nur für Presseverhinderer: 7 Tipps für den Presseversand

Als aktiver Presseverhinderer sind Sie ja jetzt schon geübt. Ärgerlicherweise verlangt aber Ihre Firma von Ihnen, dass Sie aktiv Pressearbeit betreiben. Wir verraten Ihnen hier, wie Sie wirkungsvoll verhindern, dass man dennoch über Sie berichtet.

Dass Sie Ihre Pressemitteilungen per e-mail versenden, ist ausnahmsweise mal eine gute Idee. Es finden sich zwar auch noch Journalisten, die Post oder Fax bevorzugen, aber so viele sind das gar nicht mehr...

1. Tipp: Absender
Wählen Sie einen möglichst wenig vertrauenerweckenden Absender, der außerdem nichts, aber auch gar nichts darüber verrät, um wen es sich handeln könnte, am besten Ihre private e-mail-Adresse. Mit Kleine_Maus@hotmail.com können Sie eigentlich nichts falsch machen. So überwinden Sie spielend alle SPAM-Filter.

2. Tipp: Headline
Die Headline ist entscheidend für Profi-Presseverhinderer. Am besten schreiben Sie etwas richtig Spannendes. Wie "Pressenewsletter 1/08". Da weiß dann jeder sofort, worum es geht. Verraten Sie bloß nichts über den Inhalt Ihrer Meldung. Sonst liest das noch jemand.

3. Tipp: Teaser
Schreiben Sie in den ersten Absatz Ihrer Meldung möglichst viel Allgemeines über Ihre Firma. Vermeiden Sie Aktuelles und vor allem den Anlass Ihrer Meldung. Sie werden damit sehr erfolgreich sein.

4. Tipp: Textlänge und Links
Verfassen Sie einen langen Text ohne jegliche Gliederung und hängen ihn in möglichst vielen beliebigen Dateiformaten an Ihre e-mail. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass der selbe Text auf der Homepage Ihrer Firma zu finden ist und auch zum Download zur Verfügung steht. Verlinken Sie nicht auf diesen Text, falls er doch zu finden sein sollte. Benutzen Sie auf gar keinen Fall Presseportale wie zum Beispiel OpenPR. Die Gefahr, dass jemand Ihren Text dort findet, ist viel zu groß. Schicken Sie sicherheitshalber das Ganze zusätzlich noch per Fax und Post.

5. Tipp: Dateianhänge
Beglücken Sie die Welt mit Dateien. Groß sollten sie sein und vielfältig. Für Texte eignen sich exotische Formate oder auch das pdf. Das macht es Journalisten ganz einfach, den Text zu übernehmen. Die paar Textumbrüche machen ja gar nichts. Hochaufgelöste Bilder sind toll. Als TIFF. Verwenden Sie drei ähnliche Motive im praktischen DIN A 4-Format. Dann kommen Sie garantiert auf den Titel.

6. Tipp: Verteiler
e-mails versenden ist ja ganz leicht. Denken Sie beim Versand deshalb auch an Pontius und Pilatus. Die lesen Ihre Pressetexte auch so richtig gern. Zeigen Sie allen, an wen Sie die Nachricht noch versandt haben. Das schafft Respekt. Verteilen Sie bitte nicht zielgerichtet. Ihre Informationen will doch einfach jeder haben.

7. Tipp: Ansprechpartner
Bitte vermeiden Sie es, Ihre wichtigen Pressemeldungen durch die Daten des Ansprechpartners zu verunzieren. In der Meldung steht ja schon alles drin. Wer da noch Fragen hat, ist eh zu blöd, um zu verstehen, was Sie wollen. Verstecken Sie auch sorgfältig die Kontaktdaten auf Ihrer Homepage. Sonst stört noch jemand Ihren Büroschlaf.

Sie sehen: auch mit e-mails kann man prima zum Presseverhinderer werden. Mit etwas Übung schaffen Sie das auch.

Denglisch und kein Ende

Wiederholt haben wir uns ja hier schon ausgelassen über Perlen der deutschen Sprache. Gerade ist mir wieder so ein prima Denglisch-Text über den Weg gelaufen. Es fällt ja auf, dass gerade bei Firmen, die im Internet unterwegs sind, eine extreme Inflation des Denglischen zu beobachten ist. Aber sehen Sie selbst:

Das Düsseldorfer Internet Start-up A better tomorrow launcht heute die neue Aktionsreihe „TeeDash“
Aufbauend auf dem großen Erfolg der „Cheap Friday“ Reihe, bei der es jeden Freitag ein Artikel aus dem Sortiment der Streetwear Community stark reduziert gibt, erweitern die Düsseldorfer ihr „Live Shopping“ Angebot. Beim Teedash gibt es besondere Designshirts nicht nur an einem Tag zu einem sehr guten Preis (12 Euro) sondern auch limitiert nur an diesem Tag. Das vorgestellte Design kann nach 24 Stunden definitv nicht mehr erworben werden. Los geht’s heute mit einem ausgefallenen Design des Ausnahmedesigners Dekorone auf www.a-better-tomorrow.com.


Klar, irgendwie kann man das verstehen. Aber ist es wirklich unbedingt nötig, so viel Denglisch zu produzieren? Und: will das die Zielgruppe wirklich? Die verstehen doch auch Deutsch, oder?

Auf den Hund gekommen

Düsseldorf ist die Stadt der Mode. Das wissen nicht nur Insider. Dass unser Cheffe dort residiert, sollte hierfür Zeichen genug sein. Nun aber gibt es noch ganz andere, die hierfür den Beweis liefern. Und das auf äußerst fulminante Art und Weise:

Eine Modenschau mit Hund! Jawohl.

Petwalk in Kaiserswerth, der kleine, feine Laden für Futter und Napf und Schnick und Schnack, rund um Hund und Katz veranstaltet die erste Düsseldorfer Modenschau mit Hunden!


Doch damit nicht genug:

Gela Reißenweber, die Inhaberin des Ladens aktivierte andere, bekannte Düsseldorfer Geschäftsleute und stellte eine Open-Air-Show zusammen, die sich sehen lassen kann: „CC petit mais raffiné“ präsentiert neben Casual Wear auch traumhafte Unterwäsche. „Die Modevilla“ mit der Designerin Mahi Degenring zeigt exklusive Business- und Cocktail-Mode.
„Honeymoon“ besticht mit hinreißenden Abendkleidern – und natürlich einem Brautkleid als Höhepunkt der Show. „Parfümerie Kann“ sorgt für das perfekte Make-up in den neuen Farben und „HaarWerk“ kümmert sich um die modisch-aktuellen Frisuren.


Was passierte in meinem Kopf, als ich das las? Ich fragte mich, wie wohl die Hunde in der Unterwäsche aussehen könnten. Schäferhund mit String-Tanga, Mops-Dame mit Spitzen-BH, das sind Sachen, die wir schon immer mal sehen wollten... Oder Pudel-Mädels im Hochzeitskleid. Aber der Höhepunkt sind sicherlich die Hunde-Make-ups.

Zum Glück wird man ja später noch darüber aufgeklärt, dass die Hunde zwar mit von der Partie sind, aber außerdem noch Models zum Einsatz kommen. Das beruhigt ungemein.

Trotz allem: getreu der goldenen PR-Regel, dass Tiere und Kinder immer gut sind für reichlich Berichterstattung, hat man hier eine witzige Verbindung geschaffen. Dass trotzdem nicht jeder auf Hund in Mäntelchen und Designer-Halsbänder steht, macht ja nix. Die können dann ja die Spitzenwäsche anschauen.

Weiteres pikantes Detail übrigens ist die Tatsache, dass hier eine Kölner PR-Agentur für ein Düsseldorfer Geschäft arbeitet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Übrigens: Das Event steigt am kommenden Wochenende, am Sonntag den 2. September ab 14.30 Uhr in der neuen Fußgängerzone am Klemensplatz, Düsseldorf/Kaiserswerth. Vielleicht geht ja jemand hin.

Sommerloch

Langsam aber sicher ist es wieder so weit. Nachdem nun auch die Temperaturen die entsprechenden Werte erreicht haben, fällt Deutschland. Es fällt tief hinein, ins Sommerloch. Während die Staus auf den Autobahnen immer länger werden, sitzt so mancher Redakteur an seinem gut besonnten Schreibtisch und würde sich echt freuen.

Ein Redakteur freut sich? Worüber denn? Über Ihre Story. Genau. Denn jetzt ist ja Sommerloch. Und alle glauben, dass im Sommer eh nix passiert. Dabei können nur sehr wenige Bundesbürger es sich leisten, volle sechs Wochen Sommerloch, pardon Sommerferien, an Adria, Ostsee oder gar in noch ferneren Gefilden zu verbringen.

Die sind nämlich gar nicht alle weg. Und die, die hier sind, haben vor allem eins: Zeit für Lektüre. Denn es ist ja, Sie ahnen es bereits, Sommerloch. Gerade in Lokalredaktionen, aber eben auch bei Tageszeitungen allgemein grassiert eine geradezu panische Angst vor diesem mehr als schwarzen Loch. Monate vorher schon überlegt man dort, womit man diese Leere füllen könnte. Warum nicht mit Ihnen?

Übrigens: Politiker nutzen das Sommerloch schon seit Jahren mit Erfolg. Da werden Themen auf den Tisch gebracht, das glaubt man gar nicht. Leute werden wichtig, mit denen vorher keiner gerechnet hatte.

Das ist DIE Chance für Leute, auf die sonst keiner hört. Das Schlimmste, was passieren kann, wäre, dass die Nachricht schlicht verpufft. Wo? Im Sommerloch, wo denn sonst?

Wer hat Angst vorm Presseverhinderer?

Neulich begegnete mir ein Typus von Presseverhinderer, den ich Euch mal genauer vorstellen möchte. Also: das ist einer, der hat schon mal gehört, dass Berichte über sein Unternehmen in der Presse irgendwie gut sind. Und er hat es so weit gebracht, dass er mit vollständigen Daten im Internet genannt wird.

Das Unglaubliche passiert: ich sitze mal wieder auf der anderen Schreibtischseite und recherchiere. Und stoße tatsächlich auf die Firma dieses klugen Presseverhinderers. Die Informationen im Web reichen nicht so ganz aus für das, was ich vorhabe.

Also schicke ich eine e-mail. Ich frage höflich nach mehr Material zum Thema, auch nach passenden Bildern. Man antwortet mir zügig, dass eine CD unterwegs sei. Toll, denke ich, CD ist ok, dann hab ich alles, was ich brauche.

Ein paar Tage später kommt die CD. Einfach so. Mit einer Visitenkarte. Auf der Scheibe ein Wust von Daten, vor allem Berichte, die schon einmal irgendwo erschienen sind, in Zeitschrift oder Fernsehen. Wer will schon das nochmal bringen, was die anderen schon durchgekaut haben? Ich nicht.

Unkommentierte Fotos in kryptisch benannten Ordnern. Amateurfotos. Was kann ich mit diesem Material anfangen? Eigentlich nichts. Es kommt, wie es kommen musste. Die Firma taucht in meinem Artikel auf. Aber ohne schönes Statement. Ohne prima Foto.

Dabei hätte es echt klappen können.

Nur fliegen ist schöner

Kaum zu glauben. Das Flugzeug ist schneller als die Bahn. Darauf wäre jetzt echt keiner gekommen... Wenn es uns nicht die Kollegen von der PR-Agentur gesagt hätten. Die haben nämlich für ein Billigfliegerportal ne tolle Untersuchtung gemacht, in der festgestellt wird, dass man mit dem Flugzeug schneller ankommt.

Dass diese Pressemitteilung uns nun am 2.7.07 erreicht, dem ersten Tag der recht ernst gemeinten Streiks der Bahn-Mitarbeiter, ist aber ein paar Gedanken wert. Denn wenn ich schon den Vergleich zwischen Flieger und Bahn ziehe, dann kann ich mich ja auch auf ein aktuelles Ereignis beziehen. Das funktioniert meistens besser.

Um nicht zu sagen: normalerweise sucht doch jeder nach dem aktuellen Aufhänger. Oder? Und den hat die Bahn ja jetzt geliefert. Schöne Bilder könnte man malen von überfüllten Bahnhöfen und entnervten Reisenden, die nichts lieber hätten als ein Flugticket.

Okay, werden Sie einwenden. Was nützt ein Flugticket, wenn man wegen Bahnstreiks nicht zum Flughafen kommt? Ist ja schon gut. Ich dachte ja nur.... Dieser Streik, der hätte so gut gepasst.
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