Leuteleute, wer hätte das gedacht? Vor kurzem wurde Saarbrücken zur teuersten Stadt Deutschlands gekürt. Was? Genau: teuerste Stadt Deutschlands. Das liest der Oskar aus Saarbrücken bestimmt nicht so gern. Ist aber so. Zumindest bei der neuesten Ausgabe von Monopoly.
Die haben einen wirklich schlauen PR-Coup gelandet. Nach den verschiedensten Editionen zu den seltsamsten Themen haben sie nun etwas aufgelegt, das - ob es uns nun gefällt oder nicht - Monopoly ins Gespräch gebracht hat: eine Deutschland-Edition.
Da ja spätestens seit dem WM-Jahr 2006 der Nationalstolz der deutschen Bürger erwacht ist, lag nichts näher, als Städte anstatt Straßen auf dem Spielbrett zum Verkauf anzubieten. Und vorher nicht selbst zu grübeln, was denn nun anstatt der Parkstraße auf dem Plan platziert werden sollte.
Nein. Man ließ die Deutschen selbst abstimmen, nicht ohne die lokale Presse mit vor den Karren zu spannen. Wenn man den Bekanntheitsgrad von Monopoly noch steigern konnte, damit ist es bestimmt gelungen. Vor allem in Saarbrücken.
Ursprünglich waren 38 Städte aus Deutschlands Norden, Osten, Süden und Westen nominiert, die in einer Matrix aus Einwohnerzahl, Bekanntheitsgrad, kultureller Relevanz und geografischer Abdeckung ermittelt wurden. Mit großangelegten Unterschriftenaktionen und Petitionen konnten Saarbrücken, Aachen und Jena nachwirkend eine Nominierung erreichen, so dass schließlich 41 Kandidaten zur Wahl standen. Für jede Stadt konnte aus vier Wahrzeichen ausgewählt werden, von denen das meist gewählte stellvertretend auf dem Spielbrett abgebildet sein würde. Mehr als eine halbe Million Stimmen wurden über die Wahlperiode von elf Wochen abgegeben. Einen wesentlichen Beitrag zur Popularität der Wahl leistete unter anderem die lokale Presse. Unermüdlich forderte sie die hiesige Bevölkerung auf, für ihre Stadt zu stimmen. Besonderes Engagement zeigten dabei vor allem die kleineren Städte, was der Monopoly Deutschland Wahl das gewisse Etwas verlieh. So landeten schlussendlich nicht allein die großen Metropolen ganz vorn in den Top 22: Aachen, Halle, Chemnitz liefen beispielsweise vermeintlichen Favoriten wie München, Frankfurt oder Köln den Rang ab. Einzig die Berliner verfügten über einen gesunden Ehrgeiz, der ihnen schließlich die Top-Position hinter Saarbrücken sicherte.
So hat man also Saarbrücken ganz aus dem äußersten Westen der Republik ins Zentrum des Interesses gerückt. Und das ganz ohne die Partei aus der ganz linken Ecke und ihren Oskar. Ob es sich jetzt als Hochburg der Kapitalisten etabliert?
So oder so: Monopoly hat gezeigt, wie PR zum Mitmachen aussieht. Und viele haben mitgemacht. Wahrscheinlich noch nicht einmal ohne Spaß.
Kommentare
So, 06.07.2008 11:43
Stimme voll zu. Wer hat das gesagt: "Jedem Anfang liegt ein Zauber inne?" Bachmann.. weiß nich [...]
So, 06.07.2008 00:14
Hier noch ein neues Artikelverzeichnis, welches sich hauptsächlich mit Eigenbau Anleitungen be [...]
Sa, 05.07.2008 22:51
Toll, dass Sie beide den Tipp gut finden. Es kommt bei einer Rede oder Präsentation tatsächlic [...]
Sa, 05.07.2008 08:09
Vielen Dank für den Zuwurf und ein schönes Wochenende!
Fr, 04.07.2008 22:02
scharfsinnig beobachtet! die "schönsten" Eigentore als Präsenter schießt man sich halt immer n [...]
Fr, 04.07.2008 21:08
Beim zappen durch Premiere hab ich dann doch noch ein Spiel anzusehen. Nach so viel Fussball E [...]
Fr, 04.07.2008 17:24
Super! Das sind wohl die kleinen aber feinen Unterschiede, die in der Gesamtheit eine Präsenta [...]
Fr, 04.07.2008 11:28
Was vor lauter Schreck mach ich denn dann dieses Wochenende? Zum Glück gibts dann noch die For [...]
Fr, 04.07.2008 11:07
Danke! Stimmt ja die Bundesliga läuft erst wieder im August. Irgendwie hatte man sich an jeden [...]
Do, 03.07.2008 17:39
Ein wirklich wahres Sprichwort =D Sehr interessanter blog hier, macht Spass zu lesen...
Mi, 02.07.2008 13:21
Getreu dem Motto: Neues muß nicht immer gut sein!
Mi, 02.07.2008 13:17
... ist es nicht überall so? Egal auf welcher Seite des Schreibtisches man sich befindet, eine [...]
Mi, 02.07.2008 11:24
Ach ja: In unserem Fall kann der Journalist entscheiden, ob diese Grenze zwischen ihm und den [...]
Mi, 02.07.2008 11:22
Im Bereich des Filmjournalismus zum Beispiel gibt es eine Grenze (über die ich dieser Tage sow [...]
Mi, 02.07.2008 10:41
Unter den Marketing- Weblogs findet ein kleiner Fackellauf statt und auch ich habe ein Stöcken [...]
Mo, 30.06.2008 17:23
Hmm, erinnert mich an Googles Kampagne mit dem Plakat und der Formel, als sie Programmierer suchten.
Fr, 27.06.2008 14:11
Na, ich bin ja mal gespannt wer hier das Beste Routing hat
Fr, 27.06.2008 14:07
Und schon ist es weg und auf dem Weg nach Leverkusen.
Di, 24.06.2008 16:38
In der Marketing- und Kommunikationsbranche gibt es besonders viele Fachblogs, zumindest is [...]
Mo, 23.06.2008 17:19
Ich kann nur sagen, dass wir mit den Artikelverzeichnissen bislang noch immer Erfolge einfahre [...]