Dienstag, 19. Dezember 2006
Ive played all my cards
And thats what youve done too
Vorweg: Ich bin mal abgemahnt worden. In einer Markensache. Wer mich abgemahnt hat, darf ich hier nicht schreiben. Ich darf an den Namen der Firma wahrscheinlich nicht mal denken.
Mit etwas Abstand und bei isolierter Betrachtung muss ich aber, so schwer es einem Sturkopf wie mir auch fällt, einräumen, dass nicht nur die Abmahnung sondern auch meine anschließende Niederlage vor dem Landgericht eine gewisse Berechtigung hatte.
Ich wusste schon vor der Verhandlung, dass ich in der Sache keine Chance haben würde.
Mit ein bisschen PR (Blogs waren mir seinerzeit noch nicht bekannt), dem einem oder anderen Anruf hier und da, also kurz und gut, mit dem richtigen Marketing-Mix, wäre es mir aber möglich gewesen, der klagenden Firma derart einen vor den Latz zu knallen, dass sie sich wohl nicht mehr erholt hätte, eine Verhandlung in der Sache nie zustande gekommen wäre, die Marke anschliessend ausschließlich mir gehört hätte.
Ich habe dann gekniffen.
Weil ich Gewissensbisse bekam, weil Freunde von mir für den Kläger arbeiteten, weil ich mt den Klägern selbst mal befreundet war.
Weil ich keinen Bock mehr auf schlaflose Nächte und sorgenvolle Tage hatte.
Und so wurde es teuer für mich. Verdammich teuer.
Und all diesen Quatsch hätte man durch ein einziges Gespräch vermeiden können.
Dass ich da nicht früher drauf gekommen bin? Ich werfe es mir heute noch vor.
Und immer wenn ich heute in der Blogosphäre von einer Abmahnung lese, versuche ich so viel wie nur möglich über die Inhalte zu erfahren und mir ein Bild zu machen.
Und da ich nun mal aus eigener Erfahrung weiß, dass es auch berechtigte Abmahnungen gibt, versuche ich nicht direkt Partei für den Abgemahnten zu ergreifen.
Und so bin ich auf einige Fälle gestoßen, in denen ich durchaus Verständnis für den Abmahner hatte.
Vor wenigen Tagen jedoch wurde ich auf einen Fall aufmerksam, der mir fast die Tränen in die Augen trieb. Da outete sich jemand im Grunde genommen als Fan und bekam dafür eins mit der Abmahnkeule übergebraten. So was kann nicht sein! So was darf nicht sein!
„Da kann man jetzt drüber bloggen, da kann man aber auch handeln.“
Da ich den lieben langen Tag kaum etwas anderes mache als mit Marketern und PRlern für Marketer und PRler zu telefonieren (vom Bloggen, Kaffee trinken und parallelrauchen mal abgesehen), war schnell klar, was ich tun konnte.
Eben.
Telefonieren.
Und diesen widerlichen Abmahnern mal ordentlich aufs Dach steigen.
Nach einigem Hin und Her erreichte ich genau den Mann, mit dem ich sprechen musste, der entscheiden konnte - der entscheiden wollte.
Ob dieser Mann nun selbst so glücklich mit dem Vorgehen seiner Organisation war, das sei mal dahingestellt (Wes Brot ich ess, des Lied ich sing). In jedem Fall war er sehr bemüht eine Lösung für das Blog, ohne dessen Auftrag ich handelte, aufzuzeigen.
Und das tat er dann auch. 100 Euro als Spende, Einstellung der Sache, dass sei bei kleinen Fischen gängige Praxis. Ich fragte ihn, ob dies sein Angebot sei. Er sagte, dass er mir ein solches Angebot nicht machen könne, dafür müsse er schon mit dem eigentlich Betroffenen sprechen.
Jetzt kann man natürlich drüber streiten, ob sich da eine wirklich gute Lösung abzeichnete.
Es wäre sicher kein gutes Angebot, wenn man denn Recht bekommen, Recht durchsetzen will. Aber es wäre verdammt nah am Sorglospaket und insofern..., vielleicht ginge es ja noch billiger...
Ich kontaktierte also die Blogger und überbrachte die Nachricht. Bei einem von beiden sprach ich auf die Mailbox, bei dem anderen hatte ich mehr Glück und berichtete.
So richtig gefallen konnte dieses Angebot am anderen Ende der Leitung wohl nicht, hatte man zu diesem Zeitpunkt – so sagte man mir wörtlich – wohl neben einem Anwalt (verständlich und richtig) bereits eine PR-Agentur beauftragt, die sich der Sache annehmen solle und wisse nun nicht, wie man dies rückgängig machen solle.
PR-Agentur - Aha.
Dennoch gab ich die Telefonnummer des Entscheiders beim Abmahner weiter und empfahl zumindest einmal dort anzurufen. Man wolle dies tun, sagte man mir.
Ein Stündchen später klingelte mein Telefon und der andere Blogger sprach mich an.
„Ich traue mich nicht dort anzurufen“
Ich kontaktierte erneut den Abmahner und bat darum selbst mit den Abgemahnten in Verbindung zu treten, berichtete diesem auch über den fehlenden Mut des Bloggers, nicht aber über die PR-Agentur.
So gab ich also ungefragt 2 Mobilfunknummern weiter, von denen ich eigentlich gar nicht wusste, ob ich sie hätte weitergeben dürfen. Aber es war ja für einen guten Zweck.
Nun war man auf Seiten des Abmahners zwar, ob der einen oder anderen Erkundigung, die man zwischenzeitlich eingeholt hatte, skeptisch geworden, ob denn der kleine Fisch tatsächlich klein und nicht gar mittelschwer bis groß ist, war aber dennoch bereit, die Sache aus der Welt zu schaffen, vulgo „Die Kuh vom Eis zu bringen“.
Einzig ein persönlicher, wenngleich telefonischer Kontakt stand noch aus.
Man versuchte es. Man erreichte Mailboxen.
Der Abmahner war noch lange erreichbar an diesem Abend. Das Telefon klingelte nicht.
Ich ging ins Wochenende, kümmerte mich nicht weiter, vertraute darauf, dass beide Parteien vernünftig genug seien und zueinander finden würden.
Sie fanden nicht. Rechnet selbst.
Und irgendwie geht mir dieser Song nicht aus dem Kopf.
Nothing more to say
No more ace to play
Montag, 18. Dezember 2006
Die "Klowände" Jean-Remy von Matts werden endlich doch das, als was ich sie schon immer empfand: ein Euphemismus. Wenn man sich mal in Ruhe durchliest, wer da wie auf wen in welchen Worten und mit welcher Motivation bzw. Unterstellung agiert, um nicht zu sagen: agitiert, muss sich schon fragen, ob so mancher Blogger inhaltlich nicht eher stellvertretend für eine verschmierte Schüssel denn eine beschmierte Wand steht.
Wieviele Mentaliban tummeln sich hier eigentlich? Leider kann ich kein Arabisch, aber ich bezweifle, dass man auf den Fanseiten Bin Ladens mehr Fundamentalistenscheiße findet als bei diesen Vollblutverschwörungstheoretikern. Euch empfehle ich Anicius Manlius Severinus Boethius sowie die " Bielefeldverschwörung".
Vielleicht entspannt euch das ...
Sonntag, 17. Dezember 2006
Wie reagieren, so reagieren ……
Habe mir zum Thema "Abmahnung Saftblog" und den sich daraus ergebenden persönlichen emotionalen Konsequenzen einfach mal mir selber ein Interview gegeben!
Donnerstag, 14. Dezember 2006
Der Majordomus fragte: Wie reagieren?
Auch Lawblog, Blogschrott, Exiting-Commerce, connectedmarketing, Netzfischer, visualblog, die Kochwerkstatt, fixmbr, xsized, das RA-Blog, vitalgenuss, stohl.de, Martina Kausch und bis morgen wahrscheinlich auch alle anderen, berichten über die Abmahnng gegen das Saftblog.
Ich schrieb an Manfred Ruf, Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft des Deutschen Sportbundes und dessen Assistenz:
Sehr geehrter Herr Ruf, sehr geehrter Herr Findeiss, sehr geehrte Frau Schmitt,
soeben haben wir davon Kenntnis erhalten, dass der neu gegründete DOSB den Walter Saftblog wegen zweier Blogeinträge abgemahnt hat.
Diese Abmahnung hat insbesondere unter dem Aspekt der Markenführung und der Auswirkungen auf Sponsoring und Sportförderung unser Interesse geweckt.
Auch wir betreiben ein sog. Weblog: marketing-blog.biz.
marketing-blog.biz?
Nun, wir beschäftigen uns nicht mit Saft. Allenfalls am Rande.
Unser Thema ist "Marketing". Also auch Markenführung, Sponsoring, Markt- und Meinungsforschung...
Binnen eines guten Jahres haben wir uns zu einer der Top-Informationsquellen zu Marketingthemen aller Art im Internet entwickelt und fest etabliert. Insbesondere bei Marketingverantwortlichen mittelständischer und grösserer Unternehmen erfreut sich die unverblümte Sprache unserer Autoren besonderer Beliebtheit (Die Logfiles sprechen Bände).
Sie finden marketing-blog.biz, den Besserwerberblog, z.B. bei einer Google-Abfrage zum Suchbegriff "Marketing" unter etwa 662.000.000 Suchergebnissen i.d.R. in den Top-Five. Dies führt u.a. dazu, dass die Berichte auf marketing-blog.biz von den großen Suchmaschinen mitunter so gut bewertet werden, dass sie vielfach vor den Produkt- oder Firmenseiten der besprochenen Unternehmen erscheinen.
Veröffentlichungen auf marketing-blog.biz werden zudem vielfach als Nachrichtenquelle für diverse andere Branchenseiten genutzt.
So weit, so gut.
Zum Kern unserer Anfrage:
Wir möchten uns gerne eingehend mit dem Thema Markenführung beim DOSB beschäftigen und zwar ganz besonders im Hinblick auf die eingangs erwähnte Abmahnung.
Zu diesem Zweck möchten wir während der kommenden Tage gerne eine kleine telefonische Umfrage durchführen. Zielpersonen wären hier die Verantwortlichen für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Förderern und Sponsoren des DOSB.
Die Ergebnisse möchten wir gerne auf unseren Seiten darstellen.
Wären Sie, als Geschäftsführer der Deutschen Sport Partner GmbH, so freundlich, unsere Blogeinträge kommentierend zu begleiten?
Gerne geben wir Ihnen auch Raum für Ihre ureigensten Ausführungen zum Thema.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Herold
marketing-blog.biz
Besserwerberblog
Zu irgendwas muß man als Telemarketingagentur schliesslich gut sein?
Morgen um Neune gehts los mit der Adressermittlung, Erstellung des Fragenkatalogs und mit dieser spannenden kleinen Telemarketingaktion.
Hat noch jemand Anregungen oder gute Ideen zu den Fragen, mit denen die Herrschaften konfrontiert werden sollen? Anrufen ist in diesem Falle besser als mailen: 0211-9305715
UPDATE: 15.12.06, 14:45 Uhr,
Soeben habe ich ein Telefonat mit Herrn Ruf von der Deutschen Sport Partner GmbH geführt.
Ergebnis (wie eigentlich zu erwarten): Nicht zuständig.
Auf mein Angebot, Sponsoren und Förderer zu deren Meinung zur Sache zu befragen, erklärte er, dass er Adressen natürlich nicht rausgeben wolle (hatte ich auch nicht gewünscht, zumal ich schon eine ganze Reihe samt Durchwahlen beieinander habe.), dass er so kurz vor Jahresschluss auch keine Zeit dafür hätte, weil in Verbänden eh alles ein wenig länger dauern würde.
Immerhin erklärte er im Verlauf des Telefonats, dass er uns die Kontaktaufnahme mit den Sponsoren "nicht verbieten" könne.
Wunderbar! 
Er erklärte ebenfalls, dass seine Organisation nichts mit der Abmahnung zu tun hätte.
Vor einer Veröffentlichung der Angelegenheit bei Spiegel, Focus oder sonstwo hat er keinerlei "Angst".
Während des Telefonats überprüfte er immerhin schon mal die Suchergebnisse bei Google (zum Keyword "DOSB") und stellte fest, dass er nur Eintragungen zu Themen wie Doping etc. fände.
Ich erklärte ihm daraufhin, dass man auch Google und Co. ein wenig Zeit geben müsse.
Das insgesamt zwar nicht wirklich zielführende, wenngleich angenehme Gespräch mit Herrn Ruf, erbrachte immerhin die Telefonnummern der Herren Pieper und Nierwald von der Pressestelle des DOSB. Mal schaun, was die so zu sagen haben...
Montag, 15. Mai 2006
In seinem Blog Creating a smoothie brand lädt Jürgen Alker seine Leser dazu ein sich aktiv an der Gestaltung einer Getränke-Marke zu beteiligen. Unterstützung benötigt er u.a. bei der Namensfindung und beim Verpackungsdesign.
Kommt was dabei raus, gibt´s 1.500 Eus jeweils.
This is the first blog where you can be part of creating a brand. The idea is simple: it is a about a juice brand. Or to be more specific: a "smoothie brand". Pure fruit to drink, nothing else. No additives. No sugar. No nothing.
I need your input. Your feedback. Your criticism.
via ConnectedMarketing.de
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Kommentare
Do, 08.05.2008 21:33
Ich glaube es nicht. Auf französisch hat es mit Salz zu tun. Man sagt 'mettre son grain de sel [...]
Do, 08.05.2008 16:09
Meine Bitte, Bitte Dankt Babs, Weil Babs Sich Ziemlich Zottellich Macht, Das Sie ....BL Ne: [...]
Do, 08.05.2008 14:46
Wofür steht eigentlich MBBDBWBSZZMDSBL ?
Do, 08.05.2008 11:54
Na da schließe ich mich natürlich an und gratuliere den Macherinnen des Bewerberblogs ganz fein.
Do, 08.05.2008 11:34
Beim Marketing-Blog gibt es den genialen Archetyp des Presseverhinderers. Der Presseverhindere [...]
Di, 06.05.2008 21:10
Glückwunsch und .... Gude Laune mit dem Schokobrunnen
Di, 06.05.2008 21:09
… 6 ztalP fua hci nib ßiew hci leivoS :SP .nenniweg uz esierP eretiew iebad se tbig hcil [...]
Di, 06.05.2008 14:25
Ein verdienter Sieg wie ich finde. Herzlichen Glückwunsch!
Fr, 02.05.2008 17:51
Sehr richtig - wenn sich diese Erkenntnis bloss mal allgemein durchsetzen würde....
Fr, 02.05.2008 14:09
Bedauerlicherweise ist die Pointe dieses Spots leider nicht mehr ganz frisch. http://youtub [...]
Fr, 02.05.2008 14:08
nicht auf jeden fall
Mi, 30.04.2008 15:11
Hallo, ich würde gerne nebenbei als telefonsexluder arbeiten da mir und meinem mann seit n [...]
Mi, 30.04.2008 11:13
Der Bedarf nach einer betriebswirtschaftlich verwertbaren Erfolgskontrolle und Effizienzanalys [...]
Di, 29.04.2008 14:36
nicht war, ist doch morgen... oder?
Di, 29.04.2008 10:02
Ich suche noch einen Telefonsex Nebenjob ohne Cam.Möchte aber nicht unter 25 Cent verdienen .W [...]
Di, 29.04.2008 08:48
Schaut mal in Artrium vorbei! Da geht´s ab. artrium.myminicity.com
Di, 29.04.2008 08:43
Morgen? Ist heute.
Di, 29.04.2008 02:49
und morgen, was ist mit morgen? denkt niemand mehr an morgen?
Mo, 28.04.2008 15:19
Gestern war einmalig - das stimmt.
Mo, 28.04.2008 15:17
Gestern ist aber auch einmalig.