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Holzhammermarketing

Dass "Sex" verkauft, gilt als eiserne Regel des Marketing. Aber stimmt sie wirklich? Gewiss wird uns das Neuromarketing sagen können, ab wann nicht mehr. Und wenn es das nicht kann, kann ich es: Wenn zu direkt und plump wird. Es gab ja mal (gibt's die noch?) eine Zigarettenmarke namens "Sex". Hat sich wohl nicht sooo gut verkauft. Und auch bei dem folgenden Likör habe ich so meine Zweifel, dass er eine erfolgreiche Marke wird. Aber in puncto Merchandising könnte es wiederum bei Postpubertären funktionieren.



Fundstelle

H&M - Sex pays?

Dass H&M im Bereich Mode und Marketing Maßstäbe setzt, weiß man nicht erst durch die aktuelle Madonna-Kollektion. Bereits letztes Jahr konnte das schwedische Modehaus Karl Lagerfeld für eine Kollektion gewinnen. Und die Schweden achteten schon früh intern wie extern auf die Einhaltung politisch korrekter Standards. Mit ihrer neuen Maßnahme aber gehen sie noch einen Schritt weiter ...

"Schon lange empfinden es sehr viele unserer Kundinnen als unangenehm, wenn Männer in der Schlange an der Kasse, wo sie ihre Wäsche bezahlen möchten, hinter ihnen stehen. Sie fühlen sich dadurch in ihrer Intimsphäre verletzt. Da wir die Interessen und Wünsche unserer Kundinnen gerade in diesem Bereich sehr ernst nehmen, haben wir uns dazu entschlossen, ab sofort in allen Filialen Kassen für H (Herren) und M (Mädchen) einzuführen."

Und was kommt als nächstes? Einkaufswägen mit Abdeckung und Vorhang vor den Supermarktkassen? Damit es gewissen Leute in Zukunft nicht so geht wie einer Frau in meinem Markt an der Ecke. Sie stand an der Kasse, hielt ihre Tasche auf und meinte zur Kassiererin: "Und das ...", was die gute Frau aber nicht irritierte. So wortlos wie beherzt griff sie ein und zog drei Wodkaflaschen über den Scanner. :-)

Weihnachten kommt, Sex und Lederhosen auch.

OK, die 5 Euro fürs Phrasenschwein zahl ich gern, aber es ist wahr: Es kommt alles wieder. Und manches wieder und wieder und wieder und ganz gleich, wie man es tarnt, es ist und bleibt das Gleiche: (im weitesten, eher: land-läufigen Sinne) Sex.

In den 70ern waren es Kassenschlager und Cineastenperlen, die Titel trugen in der Art von "In der Lederhose wird gejodelt", die auch alle in den 80ern artig von den neuen Privatsendern nochmal gesendet wurden. Dann wurden es Poster, die Rundungen verschoben sich, aber der Subtext "Fleisch ist ein Stück (hedonistischer) Lebenskraft" blieb.

Logisch, dass dies durch die Emanzipation zunahm, denn der Pragmatismus von Männern wurde schon immer unterschätzt - und immer mehr junge Frauen sind da auch wesentlich unverkrampfter als die alleinerziehende Tante, denn es gibt whl keinen Damen-Volleyball- oder Basketballverein, der nichtmit "erotischen" Kalendern zur Weihnachtszeit aufwartet.

Was aufm Dorf ja noch angeht, man kennt sich schließlich, wird nun zu einer wahren Landplage:

Die Schweizer fingen im Sommer damit an, ihre Landsburschen in den Dienst der touristischen Annäherung zu stellen.
Dann kam natürlich irgendeiner auf die Idee, dass es ja wohl total retro wäre, mit (fast) nackten Weibern für die Landwirtschaft zu werden.
Und nun, politisch-korrekt kontert/wirbt nun der österreichsche Bauernverband mit seinen Knaben, was BILD so versteht, dass nun auch "die Buam blank" ziehen.

Eheglück satt

Früher sagte man ja mal "Essen sei der Sex des Alters." Aber das gilt schon lange nicht mehr. Die zunehmende Mälzerisierung des Fernsehens (nichts gegen den Mann persönlich), der Rückgang der Geburtenrate, Zufall? Nun, finde ich ja nicht. In einer politisch korrekten Welt ist Essen wohl das einzig Sinnliche, wo man sich Metall einführen darf - und in den ersten Tagen des Verliebtseins auch "Schatz". Ach, wie dem auch sei: Riesenanzeige.

Männer- und Frauenglück: Sex sucks!

Okay, man hätte auch "Schluck! titeln oder eine Abhandlung über "Sex sells!" schreiben oder behaupten können, es sei AXE-Werbung für Pärchen. Mir kam noch "Dosenpfand" in den Sinn ... Prost!


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Promotion: Manch einer findet sein ganz persönliches Glück auch bei einer Flirtline. Mitunter gar in Osteuropa.

Come on over to my place

Gerade erst hat Richard Edelman so richtig über sein Bach-Päckchen abgelästert, da hat man im Land der Ideen die nächste gaaanz grosse Kampagne zur Investorengewinnung ersonnen. So frei nach dem Motto: Wenn mit Kantaten bei den Amis nichts zu holen ist, versuchen wir es halt mit einer ganz ganz vorsichtigen Sex-Sells-Variante in der Londoner U-Bahn (immer noch besser als eines von vielen Zettelchen in den örtlichen Telefonzellen).
Ob Schiffers Londoner Appartement in U-Bahn-Nähe liegt oder ob ihr Landsitz bei Suffolk über den subway erreichbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


Claudia Schiffer wirbt für „Deutschland – Land der Ideen“
Auf insgesamt 11 Plakaten präsentiert das deutsche Topmodel Claudia Schiffer die neue Kampagne der Initiative „Invest in Germany – Land of Ideas“. Das berühmteste deutsche Fotomodell ist ab sofort auf verschiedenen Plakatwänden der zentralen U-Bahn Station „Bankstation“ in London zu bewundern.

Ziel der Kampagne ist es, in den weltweit wichtigen Finanzmetropolen auf den Investitionsstandort Deutschland aufmerksam zu machen. Hier eine Auswahl der Foto-Motive, für deren Realisierung der deutsche Starfotograf Peter Lindbergh gewonnen wurde.


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