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Spieglein, Spieglein ...

Product-Placement wird wohl kein Massenphänomen - meldete FirstRay meldete der Spiegel. Und dabei nahm man Bezug auf die jetzt erlaubte Werbeform in Deutschland, die Herr Raab für seine Spielshow einsetze: m-Ball, was im Grunde nichts weiter war als Fußball mit einem erdnussförmigen Spielgerät, aber es promotete halt ein Werbemittel von m&m.

Und damit der nach Ansicht diverser Menschen völlig unterbelichtete TV-Konsument nichts weiß, was da geschieht, zierte eine Einblendung den oberen rechten Winkel des Bildschirms: "Unterstützt durch Produktplatzierungen" war da zu lesen und lenkte so ja erst recht die Aufmerksamkeit auf das, was da als Produkt platziert wurde, ähnlich der Colaflaschen etc., bei denen der Name überklebt wird. Als ob dies niemand erkennen würde.

Warum man eine solche Einblendung überhaupt will, verstehe ich nicht. Bzw., wen man man sie denn will, warum dann nur bei "Schlag den Raab"? So müsste doch nahezu jede Internetseite einen derartigen Hinweis führen, schließlich sind doch sehr viele gespickt von Anzeigen zu diversen Angeboten - und was sind das anderes als 2 D-Produkt-Platzierungen? Oder kommt demnächst überhaupt ein Warnhinweis auf Medien wie bei Lebensmittel, wo Allergiker auf die Spuren von Nüssen hingewiesen werden (übrigens auch schon auf Erdnusspackungen gesehen): "Achtung! Dieses Medium kann Spuren von Werbung enthalten!"

Und wenn nun der Spiegel, der ja ebenfalls durch Werbung unterstützt wird, schreibt: Experten halten es für unwahrscheinlich, dass hierzulande mehr als drei Prozent der Werbebudgets in Product-Placement fließen werden. fragt man schon, wer diese Experten sind. Die Lehman-Brothers? Und überhaupt: Was ist ein Werbebudget? Was ist Product-Placement? Fragen, die wir hier noch näher untersuchen werden. Und davon 2,9% - davon lässt es sich trefflich leben. Und wir haben auch nichts dagegen, denn bei uns glühte der Server.

Während andere versuchen mit direkten Aufforderungen wie "Folgen Sie uns jetzt auf Twitter" einen medialen Übergang zu schaffen (und scheitern), agierte hier der anscheinend ach-so unmündige Konsument sehr schnell und wollte mehr darüber erfahren - das sagt/zeigt zumindest unsere Auswertung, äh: Analyse. Dass die Suchenden bei uns fündig wurden, freut uns. Und wir warten schon gespannt auf die Danksagungen und Anfragen der betreffenden Stellen, was man denn hätte tun können, dass die Menschen auch direkt bei Ihnen landen. Aber auch das wird kommen. Das ist so sicher wie dass sich diese Experten irren.

Nur zur Erinnerung:

Prognosen, Prognosen
gehen meist in die Hosen.

Sind Männer so?

Ich kann mich noch dunkel erinnern, wie das war, damals im Partykeller, so mit 13 oder 14, mit den Spiegelkacheln aus dem Baumarkt...

Die Münchner Agentur .start entwickelte eine „Spiegel-Aktion“ für das Männermagazin FHM.

FHM

    Beim großen Finale der FHM Clubtour 2007 und Party zum 7. Geburtstag des Männermagazins gab es im Volksgarten München einiges zu entdecken. Getreu dem FHM-Motto „Männer sind so“ wurde im Eingangsbereich des Clubs ein großer Bodenspiegel ausgelegt, über den die zahlreichen Gäste schreiten mussten. Dieser gab - überwiegend natürlich zur Freude der Männer - den einen oder anderen Blick auf die aktuelle Damenunterbekleidung preis.

    Neben dem großen kamen zudem etwas kleinere Spiegel an aussichtsreichen Plätzen des Clubs, beispielsweise vor Zigarettenautomaten, zum Einsatz.

    Verantwortlich für die Aktion ist die Agentur .start aus München.

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Wer kommt da noch Schmidt?

Verlieren nun schon die Formate jegliches Format? Gestern Grand Prix, heute Harald Schmidt. Statt Herrn Andrack soll nun Herr Pocher den Beisitzer mimen, nur einmal die Woche, dafür eine Stunde. SPIEGEL ONLINE formulierte es so:

Wir sagen: Lieber mit Harald Schmidt untergehen als mit Oliver Pocher weiterleben. "Mit dieser Welt gibt es keine Verständigung; wir gehören ihr nur in dem Maße an, wie wir uns gegen sie auflehnen", sagte Theodor W. Adorno in einem etwas anderen Zusammenhang. Aber er hatte Recht.


dto.

Der Spiegel verleiht Aufschwung

Unter der Überschrift Tolle Abenteuer mit dem Stier-Logo fand ich ja was ganz was Tolles auf Spiegel online. Die wunderbare Werbegeschichte zu Red Bull läuft dort unter Kultursponsoring, eine Obergriff, den wir so nicht haben (dafür so - egal). Respekt, Herr Mateschitz, dass Sie das hinbekommen haben (wenngleich ich glaube, dass Augstein subterran rotiert).

    Die beste Werbung ist keine Werbung - das weiß auch der österreichische Brausebrauer Red Bull und setzt deshalb auf dezentes Sponsoring subkultureller Veranstaltungen wie der inoffiziellen Breakdance-Meisterschaft in São Paulo. Der Effekt: Das coole Image der Straßentänzer überträgt sich auf die Marke.

Das weiß der Reporter. Woher?

Und dann berichtet er fleißig über das Red Bull BC One und schreibt dann was, von dem wohl Outsider annehmen sollen, dass es sich um Insiderinformationen handle. Banalblabla:

    Aber das Event wird bewusst klein gehalten, um den subkulturellen Charakter der Veranstaltung und die damit verbundene Akzeptanz in der Szene nicht aufs Spiel zu setzen. Drinnen im Zelt sucht man den Schriftzug des Sponsors vergeblich, nur zwei bescheidene Verkaufsstände auf dem Gelände verkaufen die stark koffeinhaltige Limonade.

denn

    "Werbung stört nur bei solchen Events", sagt Claude Hunkeler. Der Schweizer hat zusammen mit einem Partner vor zwei Jahren das erste "BC One" in Biel organisiert und Red Bull als Sponsor gewonnen. Mittlerweile organisiert der Konzern das Ereignis in Eigenregie. "Es wäre aber trotzdem unmöglich, eine fünf Meter hohe Red-Bull-Dose neben die Bühne zu stellen", sagt der ehemalige Breaker, dessen neuestes Projekt eine Website für HipHopper in der Volksrepublik China ist, mit Blick auf die empfindsame Szene, "und Red Bull weiß das auch." Tatsächlich besteht das Erfolgsgeheimnis des Brausebrauers aus dem österreichischen 1.400-Seelendorf Fuschl am See. darin, immer wieder die althergebrachten Weisheiten der Werbewirtschaft zu konterkarieren ...

Der Fisch, so scheint es nach dieser Lobpreisung, die fast schon was brand eins-haftes hat, schwimmt vom Kopfe her ...

    Das Interesse Red Bulls an solch eher exotischen Betätigungen geht direkt auf den Firmengründer zurück: Der mittlerweile 62-jährige Dietrich Mateschitz spielte Fußball, arbeitete als Skilehrer, konvertierte zum Snowboarden, lernte Windsurfen und träumte vom Freiklettern. Er fährt Motorrad und Rennautos, steuert den Firmenflieger höchstselbst und ließ für seine Flugzeugsammlung in Salzburg eigens die neue Touristenattraktion "Hangar 7" errichten.


Helden der Neuzeit. Gemacht von den Schreiberlingen

    Alle sind schlau - Red Bull ist schlauer

    Solche Überraschungen sind an der Tagesordnung.

    traditionelles Marketing würde in diesen Kreisen nicht ankommen.


Nach diesem Artikel würde ich mir an Thomas Winklers Stelle über meinen nächsten Urlaub keine Gedanken mehr machen. Wer, wie Herr Mateschitz, Geld für Lothar Matthäus hat, der lässt sich gewiss auch sonst nicht lumpen, wenn einer so für ihn die Werbetrommel rührt:

    Die beste Werbung ist keine Werbung.


Ist es doch PR?




"Wir handeln nicht mit Bildern, sondern mit der Realität."

Ein schöner Satz, der Schlussatz, ein Zitat von Edward Bernays (1891 bis 1995), Neffe von Sigmund Freud, und PR-Ikone, wenn man dem Bericht über PR auf Spiegel Online Glauben schenken darf. Nichts darin ist neu, alles daran ist SPIEGEL. Dennoch: "Meister der Verdrehung" ist lesenswert. (Werber lügen nicht!)


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