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Die Sportschau im Wandel der Zeit

Rückfall, Fortschritt? Wie dem auch sei...






pilot startet virale Online-Kampagne für die ARD-"Sportschau" - Für Dribbelmeister.de erstmals Content speziell fürs Web entwickelt

Hamburg, 4. September 2006. Steinzeitmenschen erobern das Internet: Für die ARD bringt die Hamburger Agentur pilot die sympathischen Neandertaler aus der aktuellen "Sportschau"-Kampagne jetzt auch im Netz groß raus. Unter www.Dribbelmeister.de finden Fußballfans ein Online-Spiel, verschiedene Trailer, E-Cards zum Weiterschicken sowie einen Download-Bereich mit originellen Bildern für PC und Handy. Das Besondere: Für den Online-Auftritt wurden Geröll-Rudi und Co. nicht nur neu in Szene gesetzt; zusammen mit den Animations-Spezialisten von der Hamburger Agentur Trikk17 wurden nochmals ganz neue Figuren erstellt. "Für "Dribbelmeister.de" haben wir erstmals Content speziell fürs Internet entwickelt,...


Ich glaube ja, dass man ein wirklich gutes Produkt (und ich meine, die Sportschau ist eines) nicht mit Firlefanz zukleistern muß. Somit bin ich recht froh, dass der Brand Evangelist, die Sache mal genauer unter die Lupe genommen hat und ich mir dergleichen nicht antun musste.

Marketing - Kick oder Abseits?

Jedes Jahr gibt's für die Fans Hiobsbotschaften. Und dabei sind 40 Cent mehr fürs Bier noch nicht das Schlimmste. Übler ist das alljährliche wechselnde Trikot der eigenen Mannschaft. Und selten sind dabei wirklich so kreative Entwürfe zu senden wie dieser:

Elfmeter

Hatten wir im Februar schon. Aus aktuellem Anlass sei jedoch ein kleines Sondertraining anempfohlen.



Der Autor konnte sich zwischenzeitlich steigern und Herrn Buffon 4 Dinger reinhauen.

Das Ding hätte ich aber auch gerne nochmal gepostet. Allein es fehlt der Anlass.

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Der WM-Tanz

Auch diesmal lässt die Süddeutsche das Tanzbein schwingen, diesmal das von Heidi K. ausm Gerichtssaal, Franz B. ausm Heli und das DEINE.
Mitmachen ...



Zur Hermeneutik der Fußballerrhetorik

oder: Was würde wohl Kant nach dem Schlusspfiff sagen?

Deutschland ist nicht mehr das Land der Denker und Dribbler von einst. Dennoch haben unsere Philosophen und Fußballer eines gemeinsam: Ihre Äußerungen werden belächelt, und sie bleiben samt ihrem Anliegen oftmals unverstanden.

Dabei vereint beide Gruppen das Streben nach dem Sinn des Lebens, ganz gleich ob Existenzialist oder Stuttgart-Anhänger, Nihilist oder Frankfurt-Fan, Hegelianer („Das Wahre ist das Ganze.“) oder Rehagelianer („Jeder kann sagen, was ich will.“).

Nur hat der moderne Mensch heute weniger Zeit, über derartige Gedankenkonstrukte zu sinnieren. Er freut sich aber, wenn es andere tun – sofern es „medienadäquat“ ist. Am deutlichsten wird das, wenn man Immanuel Kant, nach wie vor Deutschlands Leitdenker, und Lothar Matthäus, den ehemaligen Leitwolf gegeneinander stellt. Denn inhaltlich trennt den Wegbereiter der Weltmeisterschaft von 1990 dabei nur wenig vom Wegbereiter der Aufklärung.

Diese bezeichnete der große Geist aus Königsberg vor über 200 Jahren als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ So etwas sendet selbst 3sat erst nach Mitternacht.

Ach, um wie viel präziser formulierte das doch der fröhliche Fußballfranke: „Ich, was meine Person betrifft, entscheide für mich alleine.“ Aber Undank ist der Welten Lohn, und „Lodda“ erntete nur Hohn statt Lob. Und er ist nicht der Einzige, den ein solches Schicksal ereilt hat.

Dabei ist „die normative Kraft des Faktischen“ (ebenfalls Kant) wohl nie besser beschrieben worden als von deutschen Fußballern. Preetz’ „Da war dann jeder Treffer ein Tor.“, Sammers „Das nächste Spiel ist immer das nächste.“ oder auch Brehmes „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ sind beredte Belege für das philosophische Potenzial unserer eloquenten Elitekicker.

Und die deutschen Trainer? Sie bewegen sich sogar in noch höheren Sphären. Einsteins Theorie der Relativität von Zeit und Raum wurde erst durch Berti Vogts fürs Volk in all seinen Dimensionen verständlich: „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“ Aber Szenenapplaus? Auch hier: Fehlanzeige.

Es ist fürwahr ein Rätsel, warum jenen Menschen, die wie kaum sonst jemand Kopfarbeit mit Hand und Fuß verrichten, so wenig Anerkennung für ihre Universal-Weisheiten zuteil wird. Weder Pressemacher noch -konsumenten erkennen diese Verwandtschaft zwischen Vordenkern und Vorstoppern, der Hermeneutik, der Lehre, und Herberger, dem Lehrer der Erkenntnis.

Dabei zeigen sich diese Gemeinsamkeiten von Lenkern und Denkern seit jeher schon äußerlich: So widerstand der junge Breitner (München, Madrid) einst ebenso wie der alte Marx (Trier, London) der Diktatur der Rasur, Netzer (Kritiker der spielerischen Fertigkeiten) und Sloterdijk („Kritik der zynischen Vernunft“) haben heute noch den gleichen Haarschnitt, und der Aktionsradius von Möller (33) entspricht dem von Gadamer (101).

Was also tun? Vielleicht ist es am sinnvollsten, zumindest hin und wieder den alten, römischen Rat zu beherzigen: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ („Wenn du geschwiegen hättest, wärest du Philosoph geblieben.“). Andererseits sollten wir uns eingedenk der bevorstehenden Weltmeisterschaft vielleicht doch besser mit Prinz Poldis neuer Biomechanik anfreunden: „Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln …“

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Was das mit Marketing zu tun hat? Beim Bäckergsell' hat alles mit Marketing zu tun. Echt, echt wahr ...

Go Leo, Go!

Ich kann es nicht mehr hören, ich kann es nicht mehr sehen und ich mag es nicht mehr lesen! Das Volk mit dem Minderwertigkeitskomplex Nummer Eins hat es mal wieder geschafft mir so richtig auf die Nerven zu gehen; und ich kenn mich aus mit Minderwertigkeitskomplexen, ich habe selber genügend, ich habe sie analysiert, denn Hobby-Psychologie kann ich gut – genau wie die ganzen anderen Deutschen.

Heute morgen begrüßt mich schon auf dem Titel meiner Tageszeitung der erste Artikel zum Thema Fußball-Maskottchen, diesmal ist er giftig, unser Löwe, zwar nicht giftiger als die Grenzwerte erlauben, aber essen kann man ihn wohl nicht. Sollte man laut Hersteller bisher wohl auch nicht, aber das ist ja den Berufsheulsusen egal. Ich hätte diesen Artikel ja noch unkommentiert verstreichen lassen können, wenn nicht auf Seite 2 der nächste Berliner Kotzbrocken lauthals lästern würde, über den Plüsch-Löwen. Einen Berliner Bären hätte er sich gewünscht! Wir sind hier aber nicht bei „Wünsch dir was“ und, wie jeder gute Werber weiß, es geht nicht um das Mehrheitsfähigste aller Konzepte, sonst könnten ja die Marktforschungsinstitute gute Werbung machen und so Dinge wie das „Seitenbacher-Müsli-Lecker-Lecker-Lecker-Lecker“, was wahrscheinlich super testet, würden uns nicht so furchtbar auf den Sack gehen.

Ich plädiere also an all jene, die einen lustigen Charakter Muppet mögen (der, wenn man böse sein möchte, auch ein bisschen zum hässlichen Teutonen passt) die ganze deutsche Diskussionswut einfach durch zu winken! Ich dachte immer nur wir Werber seien so bekloppt über solche Kleinigkeiten bis ins endlose mit dem Planning, der Kundenberatung und mit dem Kunden zu diskutieren, aber anscheinend ist es eine Volkskrankheit.
Ihr Lieben: es ist ein Plüschtier! Es ist kein neues Mittel für den Weltfrieden und soll auch nicht Bestandteil der Leitkultur werden. Wir machen doch nur Spaß und soweit ich mich erinnern kann, sahen Bibo oder Samson auch nicht hübscher aus und Donald Duck hatte auch keine Hose und keinen hat es gestört, also wenn ihr Komplexe haben wollt und vor eigener Unsicherheit schon mal alle eure Bedenken, die ein ausländischer „Gast“ über das Maskottchen der „Freunde“ haben könnte vorab diskutieren möchtet, dann tut das doch einfach Zuhause und lasst den Rest der Nation damit in Ruhe.

Vielleicht muss die öffentliche, deutsche Meinung mal lernen mehr Humor zu haben, denn ich habe den Verdacht, dass die Menschen da draußen in den Mietwohnungen mit vielen Dingen gar nicht solche Probleme haben, wie die Medien das gerne möchten. Lektion Nummer Eins: Man muss auch über sich selber lachen könne, über deutsches Problembewusstsein, über hässliche Lama-Löwen, die ein bisschen debil auf’s Spielfeld gucken (aber wenn wir mal ehrlich sind, das tut der Netzer auch) und auch über Klinsis-Clique.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Spaß beim Fußball und der WM im eigenen Land, oder wie Seeed es sagt: „Zieh den Stock aus dem Arsch und ergib dich dem Fieber“

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