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Ist das Treue?

Gestern grassierte eine Meldung über eine Studie zum Thema Markentreue der Deutschen. Fazit: Wir seien treu, vor allem die, die älter als 30 sind. Jetzt habe ich mir die Zahlen mal angeschaut, wie sie vom Deutschen Moralorgan veröffentlicht wurden:

63 Prozent machen beim Zähneputzen keine Kompromisse
60 Prozent lassen es am liebsten immer aus der gleichen Quelle sprudeln
58 Prozent möchten bei den Kaffee-Bohnen keine Überraschung erleben
57 Prozent setzen auf Reinheit – mit einer immer gleichen Marke
Ebenfalls 57 Prozent vertrauen ihrem persönlichen Favoriten beim Haare waschen
Immerhin 55 Prozent verzichten auch bei Körperpflege auf Konkurrenz-Produkte
Bei der Wahl ihrer Margarine gehen 51 Prozent keine Experimente ein
Bei Schönheitsprodukten legen sich 50 Prozent auf ihre Lieblingsmarke fest
45 Prozent essen immer die gleiche Schokolade
Ebenfalls 45 Prozent möchten nicht auf ihren Lieblingsjoghurt und ihre favorisierte Milchsorte verzichten
44 Prozent bringen ihren Haushalt mit den immer gleichen Putzmitteln zum Glänzen
Nur 44 Prozent sind ihrer Biermarke treu
Auch bei den Softdrinks sind die Deutschen flexibel – 39 Prozent dagegen wollen immer das gleiche Getränk.

und fragte mich, ob würde es um Männlein und Weiblein gehen, es ebenfalls als Erfolg gewertet würde, wenn 63% von Spezie A immer bei der gleichen Ausführung von Spezie B bliebe? Müsste nicht das Gegenteil gemeldet werden und jeden Marketeer beängstigen:

Über ein Drittel wechselt regelmäßig seine Zahnpastamarke
2 von 5 Haushalte trinken "irgendein" Wasser
42% sagt sich: Hauptsache Kaffee!
Fast jeder 2. hat keine Bindung zu dem, was er an seine Haut lässt.
Schokolade ist ein Produkt, stärker als jede Marke: 55% legen keinen Wert auf die Verpackung ...


Oder denke ich wieder mal zuviel?

Falstaff

Die w&v greift in ihrer aktuellen Ausgabe auf Seite 51 eine Studie der Uni Leipzig auf und titelt:
Blogs werden wenig genutzt genießen aber viel Aufmerksamkeit.

Der Kollege Werbeblogger beschäftigte sich bereits im Februar sehr intensiv mit dieser Studie.

Und wenn dem denn so ist: Wie sieht es eigentlich mit einem Special-Interest-Angebot wie der Online-Ausgabe von w&v aus?



Es wird Zeit für ne eigene Zeitung.


via Müllers Blog

Ich wander aus!

Wir kennen alle: "B... weiß, was Frauen wünschen." Oder? Bei all den Abmahnungen hier bin ich mit Markennamen jetzt lieber vorsichtig.

Also, da macht ein bekannter Hersteller von Haushaltselektronik eine Studie. So kann man schließlich von sich reden machen. Und zwar ganz zufällig zum Thema Hausarbeit. Liegt ja auch nahe.

Herausgekommen ist Erstaunliches: Klassische Hausarbeit ist immer noch Frauensache. Männer reparieren lieber. Ob sie die Dinge reparieren, die die Frauen kaputt machen, geht aus der Studie nicht hervor.

Übrigens ist das in vielen europäischen Ländern so. Also, das mit der Verteilung. Ausnahme ist, na? Wer hat's erfunden? Genau. Die Schweiz.

Blickt man in den Ländervergleich, so packen im Haushalt besonders die Männer in der Schweiz an. Sie wischen z.B. mit 36 % weitaus häufiger den Boden als ihre männlichen Ländernachbarn (Niederlande 19 %, Belgien 18 %, Deutschland 17 %) und bringen auch deutlich häufiger den Müll weg (Schweiz 69 %, Belgien 42 %, Niederlande 28 % und Deutschland 29 %).
Die Männer in Deutschland dagegen erledigen neben den Reparaturarbeiten (80 %) dann lieber den Abwasch (34 %) und hin und wieder bereiten sie auch das Essen zu (27 %). Was sie so gar nicht mögen ist bügeln und Boden wischen.


Das ist jetzt alles nicht wirklich überraschend. Und auch nicht so furchtbar neu. Schön ist nur, dass dieser Haushaltselektronikhersteller jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Jetzt kennt man dort seine Zielgruppe besser und außerdem kann man noch durch eine Studie von sich reden machen. Auch nicht neu, aber trotzdem clever.

Für mich heißt das jetzt, dass ich wohl auswandern muss. Wohin? In die Schweiz natürlich. Da muss ich seltener den Boden wischen.


Der Regelfall der Kommunikation ist das Missverständnis

Ja, Cheffe, stimmt! Wir haben es schon immer gewusst und immer und immer wieder und wieder darauf hingewiesen. Und nun ist die Studie da und das ist das Ranking, das die Bild daraus machte:

Platz 1: Ford - „Feel the difference“
Fühle das Differenzial / viel Differenzial / ziehe die Differenz ab

Platz 2: adidas - „Impossible is nothing“
imposant ist nichts / ein imposantes Nichts

Platz 3: Base - „Freedom of speech“
Frieden der Geschwindigkeit / Rede in Frieden

Platz 4: Vodafone - „Make the most of now“
mach meist nicht alles / mach’s meistens jetzt / mach keinen Most daraus

Platz 5: Air-Berlin - „Fly Euro Shuttle!“
der Euro Schüttel-Flug / Schüttel den Euro zum Fliegen

Platz 6: Kia Motors - „The Power to Surprise“
die Überraschungsmacht / die Power-Überraschung / mit Strom überraschen

Platz 7: Mars - „One of life’s pleasures“
Ein Leben bitte! / Bitte, eins vom Leben / Ohne Leben bitte

Platz 8: Burger King - „Have it your way“
Hast du deinen Weg? / Nimm’s mit auf den Weg!

Platz 9: Beck's - „Welcome to the Beck’s experience“
Willkommen beim Beck’s-Experiment

Platz 10: Centerparcs - „A State of Happiness“
ein Staat der Glücklichkeit / mit Glück Staat machen / statt happy zu sein

Platz 11: Zurich-Versicherung - „Because change happenz“
weil Chancen glücklich machen / weil man etwas wechseln kann

Platz 12: Jaguar XK - „Life by Gorgeous“
Leben in Georgien / Leben bei Georg / Leben wie George

Die Übersetzungen klingen so schlecht erfunden, sie müssen wahr sein. Und ich will nichts mehr über dumme deutsche Schüler hören …

Fühle das Differenzial

Der Wortführer am 04.August 2005:
Nun, Ergebnisse einer nie in Auftrag gegebenen Studie würden wahrscheinlich als Sieger der deutschen Entsprechung ergeben: Bernd rennt.


Die Wirklichkeit hat ihn eingeholt. Die Studie ist da:
Reklame: Nicht jeder fühlt den Unterschied

Mit dem Slogan "Feel the difference" wirbt der Kölner Autobauer Ford um Käufer - aber nicht bei allen kommt die Botschaft richtig an. Nur etwa die Hälfte der Teilnehmer einer Studie konnte den englischen Text korrekt als "Spüre den Unterschied" übersetzen. Manche der befragten Konsumenten glaubten dagegen, der Satz hieße "Fühle das Differenzial" oder auch "Ziehe die Differenz".

Fußball-Fans im Detail

Sportfive hat eine neue Fan-Studie rausgebracht. Und das sind Teile der dazugehörigen Pressemeldung:

1,6 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung (65,07 Millionen) wollen in den nächsten zwölf Monaten heiraten, aber 2,5 Prozent der 10,55 Millionen Fans von Alemannia Aachen.
...
18 Prozent der Deutschen sind Hundebesitzer, aber nur 16 Prozent der 10,42 Millionen Fans von Energie Cottbus.
...
Aufsteiger Aachen kristallisierte sich bei der Umfrage als Klub der Extreme heraus: Während im Bundesdurchschnitt 3,5 Prozent
der Bevölkerung Kontaktlinsen tragen, sind es unter den Aachen-Fans nur 1,7 Prozent (Schlusslicht); während 73 Prozent der Deutschen
ein Handy besitzen, sind es unter den Alemannia-Anhängern 78 Prozent (Spitzenreiter).
...
Das Bildungsministerium sollte sein Augenmerk auf Bayer Leverkusen lenken: Dort haben 14,5 Prozent der Fans nach Besuch der Volks- oder Hauptschule keine Ausbildung absolviert (Spitzenreiter) - im Bund beträgt die Quote 14 Prozent.

Das Gesundheitsministerium müsste bei Hertha BSC Berlin werben. 46 Prozent der Deutschen gehen zur medizinischen Vorsorge-Untersuchung, aber nur 41 Prozent der Hertha-Fans (Schlusslicht).
...
44 Prozent der Deutschen haben eine ausreichende Altersvorsorge getroffen, aber 51 Prozent der Fans des VfL Bochum.




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