Artikel mit Tag telemarketing
Montag, 3. März 2008
Hach, eine kleine Pressemeldung auf OpenPR, die ich einfach übernehmen mußte (hätten die Jungs meinen heute morgen hinterlassenen Kommentar zugelassen, hätt ich es wohl nicht gepostet):
Seit über 7 Jahren ist die R** B to B Marketingagentur, mit Sitz in Karlsruhe, ausschließlich auf die Gewinnung neuer Kunden für die private Krankenversicherung spezialisiert. Für dieses hartumkämpfte Marktsegment hat die etablierte Agentur ein spezielles System der Neukundengewinnung entwickelt. Anders als bei anderen Agenturen erhalten potenzielle Neukunden, die über Premium Telemarketing angesprochen werden, bei Interesse zunächst ein PKV Kompaktangebot und werden nach Erhalt des Angebotes telefonisch qualifiziert beraten und bewertet. Nur bei dabei festgestelltem Interesse wird ein Außendiensttermin vereinbart, den ein Kooperationspartner der Agentur, eine PKV Versicherungsagentur, oder ein PKV Mehrfachagent beim Interessenten vor Ort wahrnimmt.
Die Agentur ist bundesweit tätig und spricht seriös telefonisch nur Selbstständige und Freiberufler an. Die Kooperationspartner sind in das System der PKV Neukundengewinnung jeweils mit eingebunden. Der Vorteil für die Kooperationspartner liegt auf der Hand: Sie haben es mit potenziellen Interessenten zu tun, die über qualifizierten Dialog und Angebot wissen, warum es geht und daher ein entsprechendes Interesse an einem PKV Terminbesuch haben. Die R** B to B Marketingagentur trägt mit ihren strengen Kriterien dazu bei, dass die Qualität dieser Termine stimmt.
Agenturinhaber Uwe H. R***, seit 1996 im Telemarketing selbstständig, sagte kürzlich in einem Interview: “Wir trennen die Spreu vom Weizen, das ist unsere ständige Herausforderung.“
Liebe Kollegen, eine Private Krankenversicherung ist vor allem eines: Privat.
Und damit wird der Selbständige und Freiberufler zwangsläufig zum Verbraucher und eine "mutmaßliche Einwilligung" sollte somit nicht gegeben sein. Siehe § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
§ 7 Unzumutbare Belästigungen
(1) Unlauter im Sinne von § 3 handelt, wer einen Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise belästigt.
(2) Eine unzumutbare Belästigung ist insbesondere anzunehmen
(...)
2. bei einer Werbung mit Telefonanrufen gegenüber Verbrauchern ohne deren Einwilligung oder gegenüber sonstigen Marktteilnehmern ohne deren zumindest mutmaßliche Einwilligung;
Für alle, denen Anrufe zur Privaten Krankenversicherung auf den Geist gehen: Hier geht es zur Wettbewerbszentrale, die die Spreu vom Weizen trennt. Das ist deren ständige Herausforderung.
Montag, 7. Januar 2008
Die SELLBYTEL Group wächst zweistellig/Ausbau der nationalen und internationalen Standorte/Erweiterung des Service-Portfolios/Für 2008 ist erneut zweistelliges Wachstum und die Schaffung von 800 neuen Stellen geplant.
"SELLBYTEL mit Wachstum in 2007" vollständig lesen
Samstag, 8. Dezember 2007
Im Umgang mit Kunden oder Interessenten, trifft man immer wieder auf Menschen, denen die totale Kontrolle über ein Projekt wichtiger zu sein scheint, als etwa der Erfolg. Von einem solchen Fall ist hier die Rede. Das der Kunde nun in RC Cars und nicht etwa in Drucksachen, Pharma oder Wasserbetten macht ist reiner Zufall (passte aber vom Titel her sehr schön).
Vor gut zwei Wochen in meinem E-Mail-Postfach:
... wir sind ein mittelstänisches Unternehmen aus der deutschen Spielzeugbranche(...) Einer unserer Schwerpunkte liegt in der Produktion und im Vertrieb von RC Cars (...) Insbesondere im stationären Einzelhandel möchten wir Vertriebspartner hinzugewinnen. Auch der eine oder andere Gadget- und Modellbaushop im Internet ist für uns interessant. Nun suchen wir eine Telemarketing-Agentur, die Termine für unseren Key-Account vorbereitet...
Ein Blick auf die Absender-Email. O.K., ich kenne das Unternehmen.
Aber RC Cars? Nie gehört... Gott sei Dank gibt es Google und die Wikipedia.
Ah, jetzt, ja! RC Cars, das sind funkferngesteuerte Modellautos, wobei RC für "Radio Controlled" bzw. "Remote Controlled" steht.
Und Vertriebspartner suchen... Solche Projekte machen wir immer wieder gern.
Daher: Ein Anruf, ein schriftliches Angebot und noch ein Anruf.
Die verdammich nette Marketingleiterin des Unternehmens nickt es ab, lädt mich zu einem Briefing ein und akzeptiert auch, dass ich bei Wahrnehmung außerhäuslicher Termine Spesen und Tagessatz berechne. Ganz wunderbar. Bis hierhin.
Eine Woche später stehe ich gestriegelt und geputzt auf der Matte. Die Marketingleiterin, deren Bild ich zuvor gegoogelt und von der ich gehofft habe sie zu treffen, ist nicht da.
Stattdessen treffe ich den Controller (wie konnte es anders sein) und den Geschäftsführer des Unternehmens. Die Beiden führen mich herum und zeigen mir das Unternehmen sowie eine ganze Reihe von Modellen (ich weiß jetzt alles über Miniatur-RC-Cars, Verbrenner, 2WD ´s, 4WD ´s, Teile, Tuning und und und.
Dann geht es in medias res. Ich stelle meine Vorgehensweise und ein kleines Konzept vor und alles scheint supi.
Und dann fragt mich der Herr Controller:
"Besteht in Ihrem Hause auch die Möglichkeit, dass sie die Gespräche mitschneiden?"
Das hat mich noch nie einer gefragt.
"Technisch durchaus. Eine gute ACD-Anlage macht so einiges möglich. Sollten wir das machen, benötigen wir allerdings zu Beginn des Gesprächs die Einwilligung des Gesprächpartners und ich weiß nicht so recht, wie man dann noch möglichst unbefangen über Fernsteuerungen und Karosserien plaudern soll..."
Er erwidert: "Wissen Sie, wenn unsere Key-Accounts sich mit einer Audio-Datei auf die Gespräche vorbereiten können und schon einen ersten Eindruck davon haben, was im Telefonat besprochen wurde(...) und was das Einverständnis des Gesprächspartners angeht: Was er nicht weiß..."
Mir schwant mittlerweile, dass der gute Mann nicht nur seine Autos, sondern wohl seine gesammte Umwelt für fernsteuerbar hält.
Und dann fällt mir wieder dieser Beastie Boys Song ein, den ich beim ersten Googeln wiederentdeckt hatte:
We've got cameras on Mars on space patrol
Controlled on Earth by remote control
Hach, ich kann dann doch nicht aus meiner Haut. Aus dem Geschäft wurde nichts und ich bekam nicht mal ein RC Car geschenkt. Skandal!
"RC Cars und/oder: Remote Control" vollständig lesen
Donnerstag, 22. November 2007
Das hört jeder hin und wieder, egal ob einer kalt akquiriert, bereits angewärmte Kontakte nachfasst oder vielleicht sogar eingeschlafene Verhandlungen wieder beleben will, die Antwort am anderen Ende der Leitung klingt abwehrend: "Rufen Sie mich in 2-3 Monaten wieder an."
Und was geht einem da normalerweise durch den Kopf? "Komme ich da gerade ungelegen?", "Will der mich abwimmeln?", "Wie kann ich den involvieren?" Tja, und weil einem dazu dann keine guten Antworten einfallen, versucht man halt den Termin festzulegen: "Wann genau ist der beste Zeitpunkt, dass ich Sie wieder .. Ich schicke Ihnen die Unterlagen 3 Tage vorher noch mal zu .. Ist das in Ihrem Sinn .. usw."
Dieses Vorgehen ist verständlich, will man den anderen doch präparieren und ihm ein bisschen Commitment (ein paar mal "Ja") entlocken. Ist das auch sinnvoll, oder kann man was besseres machen? Meine Antwort darauf gebe ich Ihnen gleich, weiter unten.
Vorher möchte ich mit Ihnen noch ein Statement betrachten, das kürzlich ein ganz erfahrener Vertriebsleiter in einer Verkäufer-Runde gebracht hat:
"Ein frühes Ja vom Kunden ist phantastisch. Ein Ja vom Kunden nach langen Verhandlungen ist gut. Ein frühes Nein vom Kunden ist OK. Ein Nein vom Kunden nach langen Verhandlungen ist schlicht eine Katastrophe."
Wenn man sich vorstellt, dass "lange Verhandlungen" vielleicht viel Vorleistung in Form von technischen Berechnungen, Spezifikationen, Angeboten usw. bedeutet, dann wird klar, dass man nicht erst ganz am Ende des Prozesses "rausfliegen" will. Frühe Klarheit, egal ob Ja oder Nein, ist Gold wert.
Und jetzt zurück zur Frage von weiter oben: Was ist besser, als zu versuchen den Termin festzuklopfen?
Besser als an "wann", denkt man in der Situation an "was". Nämlich: Was muss sich beim Anderen geändert haben, dass wir in 3 Monaten (oder wann immer) ein fruchtbares Gespräch führen können.
Diese Frage muss er uns beantworten. Und wenn wir keine sinnvolle Antwort kriegen, dann wissen wir, wir sind in 3 Monaten (oder wann auch immer) keinen Schritt weiter als jetzt. Wir sind wahrscheinlich an einen geraten, der uns abwimmeln will, anstatt klar Nein zu sagen.
Keine sinnvolle Antwort auf "OK, ich rufe Sie gerne in 3 Monaten wieder an. Was muss in den 3 Monaten passiert sein, damit Sie die Sache angehen können?" heißt: Der Andere meint Nein und traut sich das nur nicht zu sagen.
Es ist also ein "frühes Nein". Wir sollten nicht weiter in den Kontakt investieren.
Andererseits, bekommen wir eine sinnvolle Antwort, dann wissen wir, es kann sich lohnen weiter zu investieren. Und dann kann man immer noch an "wann" denken und einen exakten Termin vereinbaren.
--
Der Text ist ein Auszug aus meinem monatlichen Direktmarketing-Newsletter Mehr Info dazu hier ..
Freitag, 14. September 2007
Soeben erhielt ich folgende Anfrage einer Spedition:
SgH Herold,
wir tragen uns mit dem Gedanken, unsere Diensleistungen per Telemarketing anzubieten.
Meine Bitte an dieser Stelle, vor telfonischer Kontaktaufname, dass Sie uns Ihre Konditionen im Rahmen des Telefonmarketing (Netto-Kontakt etc.)im Vorfeld nennen. Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrter Herr XXX,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Selbstverständlich respektieren wir, dass Sie z.Zt. nicht telefonisch angesprochen werden möchten. Wir bitten im Gegenzug um Verständnis dafür, dass wir ohne Kenntnis von Ziel und Anspruch Ihres geplanten Projekts lediglich einen sehr vagen Preis für einen Nettokontakt nennen könen. Der liegt so zwischen 1,50 und 5000,00 Euro.
Mit freundlichen Grüßen
Hinweis: Vielleicht mach ich zukünftig besser in Internet-Werbung und Partnerprogrammen? Z.B. Adcell Partnerprogramme?
Donnerstag, 14. Dezember 2006
Der Majordomus fragte: Wie reagieren?
Auch Lawblog, Blogschrott, Exiting-Commerce, connectedmarketing, Netzfischer, visualblog, die Kochwerkstatt, fixmbr, xsized, das RA-Blog, vitalgenuss, stohl.de, Martina Kausch und bis morgen wahrscheinlich auch alle anderen, berichten über die Abmahnng gegen das Saftblog.
Ich schrieb an Manfred Ruf, Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft des Deutschen Sportbundes und dessen Assistenz:
Sehr geehrter Herr Ruf, sehr geehrter Herr Findeiss, sehr geehrte Frau Schmitt,
soeben haben wir davon Kenntnis erhalten, dass der neu gegründete DOSB den Walter Saftblog wegen zweier Blogeinträge abgemahnt hat.
Diese Abmahnung hat insbesondere unter dem Aspekt der Markenführung und der Auswirkungen auf Sponsoring und Sportförderung unser Interesse geweckt.
Auch wir betreiben ein sog. Weblog: marketing-blog.biz.
marketing-blog.biz?
Nun, wir beschäftigen uns nicht mit Saft. Allenfalls am Rande.
Unser Thema ist "Marketing". Also auch Markenführung, Sponsoring, Markt- und Meinungsforschung...
Binnen eines guten Jahres haben wir uns zu einer der Top-Informationsquellen zu Marketingthemen aller Art im Internet entwickelt und fest etabliert. Insbesondere bei Marketingverantwortlichen mittelständischer und grösserer Unternehmen erfreut sich die unverblümte Sprache unserer Autoren besonderer Beliebtheit (Die Logfiles sprechen Bände).
Sie finden marketing-blog.biz, den Besserwerberblog, z.B. bei einer Google-Abfrage zum Suchbegriff "Marketing" unter etwa 662.000.000 Suchergebnissen i.d.R. in den Top-Five. Dies führt u.a. dazu, dass die Berichte auf marketing-blog.biz von den großen Suchmaschinen mitunter so gut bewertet werden, dass sie vielfach vor den Produkt- oder Firmenseiten der besprochenen Unternehmen erscheinen.
Veröffentlichungen auf marketing-blog.biz werden zudem vielfach als Nachrichtenquelle für diverse andere Branchenseiten genutzt.
So weit, so gut.
Zum Kern unserer Anfrage:
Wir möchten uns gerne eingehend mit dem Thema Markenführung beim DOSB beschäftigen und zwar ganz besonders im Hinblick auf die eingangs erwähnte Abmahnung.
Zu diesem Zweck möchten wir während der kommenden Tage gerne eine kleine telefonische Umfrage durchführen. Zielpersonen wären hier die Verantwortlichen für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Förderern und Sponsoren des DOSB.
Die Ergebnisse möchten wir gerne auf unseren Seiten darstellen.
Wären Sie, als Geschäftsführer der Deutschen Sport Partner GmbH, so freundlich, unsere Blogeinträge kommentierend zu begleiten?
Gerne geben wir Ihnen auch Raum für Ihre ureigensten Ausführungen zum Thema.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Herold
marketing-blog.biz
Besserwerberblog
Zu irgendwas muß man als Telemarketingagentur schliesslich gut sein?
Morgen um Neune gehts los mit der Adressermittlung, Erstellung des Fragenkatalogs und mit dieser spannenden kleinen Telemarketingaktion.
Hat noch jemand Anregungen oder gute Ideen zu den Fragen, mit denen die Herrschaften konfrontiert werden sollen? Anrufen ist in diesem Falle besser als mailen: 0211-9305715
UPDATE: 15.12.06, 14:45 Uhr,
Soeben habe ich ein Telefonat mit Herrn Ruf von der Deutschen Sport Partner GmbH geführt.
Ergebnis (wie eigentlich zu erwarten): Nicht zuständig.
Auf mein Angebot, Sponsoren und Förderer zu deren Meinung zur Sache zu befragen, erklärte er, dass er Adressen natürlich nicht rausgeben wolle (hatte ich auch nicht gewünscht, zumal ich schon eine ganze Reihe samt Durchwahlen beieinander habe.), dass er so kurz vor Jahresschluss auch keine Zeit dafür hätte, weil in Verbänden eh alles ein wenig länger dauern würde.
Immerhin erklärte er im Verlauf des Telefonats, dass er uns die Kontaktaufnahme mit den Sponsoren "nicht verbieten" könne.
Wunderbar! 
Er erklärte ebenfalls, dass seine Organisation nichts mit der Abmahnung zu tun hätte.
Vor einer Veröffentlichung der Angelegenheit bei Spiegel, Focus oder sonstwo hat er keinerlei "Angst".
Während des Telefonats überprüfte er immerhin schon mal die Suchergebnisse bei Google (zum Keyword "DOSB") und stellte fest, dass er nur Eintragungen zu Themen wie Doping etc. fände.
Ich erklärte ihm daraufhin, dass man auch Google und Co. ein wenig Zeit geben müsse.
Das insgesamt zwar nicht wirklich zielführende, wenngleich angenehme Gespräch mit Herrn Ruf, erbrachte immerhin die Telefonnummern der Herren Pieper und Nierwald von der Pressestelle des DOSB. Mal schaun, was die so zu sagen haben...
Wie oft fällt in Beziehungen eigentlich der Satz: "Schatz, ich verstehe dich nicht. Ich weiß gar nicht, was du meinst. Was willst du denn?" OK, drei Sätze, egal. Ob alle, ob nur einer davon, für Leidtragende dürfte diese, wie ich finde, sehr lustige Meldung, Hoffnung schenken, auch wenn sie nicht den direkten zwischenmenschlichen Kontakt betrifft:
Telemarketing: Maschine erkennt die Kundenwünsche
Bonn/Stuttgart - Das Marketinginstrument Telefon gewinnt weiter an Bedeutung. Die Forschritte bei der Technik beflügeln nach einem Bericht des Bonner Fachdienstes "Trendletter" das Telefonmarketing: "Bislang gilt in Call Centern: aus den Ohren, aus dem Sinn. Vorschläge oder Beschwerden der Kunden bleiben so meist ungenutzt. Das wird sich bald ändern. Spezielle Software wandelt die Telefonate automatisch in Text um, filtert bestimmte Schlüsselworte heraus und analysiert außerdem Ton- und Stimmlage des Anrufers, um den Gefühlszustand zu ermitteln..."
Überspringen wir jetzt einfach mal die ganzen Zwischenschritte, wie sich dadurch die Interaktion von Mensch zu Marke etc. verschiebt, was das Thema Authentizität etc. angeht, sondern fragen wir uns lieber, inwieweit diese "Innovation" den Telefonsexmarkt verändern wird ...
Freitag, 3. November 2006
So sorry, das Logo für den Business Blog-Karneval find ich einfach nur grauenhaft. Vielleicht hat es deshalb mit meinem Beitrag etwas länger gedauert.
Dennoch möchte ich ein paar Tipps aus der täglichen Praxis zum erfolgreichen Telefonieren - zur Telefonakquise - einbringen:
Über Google kommen vielfach Leute auf diese Seite, die einen Telefonleitfaden suchen.
Ich frage mich dann immer, was die damit vorhaben. Abpinnen und ablesen? Lachkrämpfe auslösen, anderen Leuten Arbeitszeit stehlen?
Telefonleitfäden sind für Hilfsarbeiter, für Leute, die nicht die richtigen Worte finden, die nicht zuhören können oder wollen, denen es an Empathie und rhetorischem Grundvermögen mangelt. Kurzum: Für die völlig uninteressierte 7Euro50-Callcenter-Aushilfe.
Und dann gibt’s im Netz und einschlägiger Fachliteratur noch jede Menge abenteuerlicher Tipps: „Stellen Sie ein Spiegelchen an Ihren Arbeitsplatz und lächeln Sie vor jedem Anruf hinein um sich in eine positive Grundstimmung zu bringen.“ oder „Nennen Sie Ihren Vor- und Zunamen, das schafft eine persönliche Beziehung“.
Kaspern oder verkaufen?
Telefonmarketing ist kein Hilfsarbeiterjob. Telefonmarketing ist, wenn man sich nicht gerade einen Top-Telefonakquisiteur leisten kann, Chefsache!
Schon deshalb, weil nie ein anderer, die eigene Sache mit vergleichbarem Herzblut, besserem Wissen rund um Produkt oder Dienstleistung, vertreten kann (vielleicht nicht mal der Profi).
Telefonmarketing ist mein Geschäft. Ich kann das. Ich kann das sogar richtig gut.
Als ich vor rund 10 Jahren damit anfing, bestand mein erster Auftrag darin, Klopapier in rauen Mengen an Krankenhäuser zu verkaufen. Gleich im ersten Gespräch war ich erfolgreich (und angefixt).
Später habe ich Fernüberwachungssysteme, Policen für Maschinenbruchversicherungen, Hard- und Software etc. am Telefon verkauft, habe Termine für Consultants und Handelsvertreter bei Klein-, Großbetrieben und Global Playern vereinbart, habe Menschen am Telefon neue Jobs vermittelt.
Seither weiß ich: Telefonmarketing kann alles!
Natürlich gibt’s ein paar Dinge zu beachten, damit sich nicht nur die Telefongesellschaft, sondern auch das Auftragsbuch freut:
Keine Anrufe bei Privatleuten (die sind zu Recht verboten).
(Liebe Versicherungsvertreter: Ein Anruf in einer Firma, bei dem eine „Private Krankenversicherung“ beworben wird ist faktisch ein Anruf bei einer Privatperson.)
Das Konzept: Einfach mal lostelefonieren ist nicht.
Überlegen Sie, wie Sie Ihr Angebot besonders interessant gestalten können, mit welchen flankierenden Maßnahmen (Mailings immer erst in der Folge zu einem Anruf) Sie ggf. aufwarten können.
Welches Produkt, welche Dienstleistung ist für welche Zielgruppe besonders interessant?
Vorbereitung
Das Wichtigste: Die Adressen. Bevor Sie auf die Idee kommen einen Adressverlag mit Ihrem hart verdienten Geld zu erfreuen, nutzen Sie lieber den Sonntag Nachmittag für eine ausgiebige Internet-Recherche (openBC, Google etc.).
Und dann geht’s los.
Für den Fall, dass Sie jetzt noch irgendwelche Hemmungen haben: Kleiner Tipp.
Rufen Sie die Stadtwerke oder die Telekom an und kotzen Sie sich mal richtig über deren Service aus. Oder rufen Sie einen Freund oder Bekannten an und führen ein ganz normales Gespräch
(Aufwärmen macht nicht nur beim Sport Sinn).
Guten Tag. Ich möchte gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.
Ich erwähnte wohl schon, das ich meinen Job so richtig gut beherrsche. Seit etwa 2 Jahren kann ich ihn noch besser.
Warum? Ich verrate Ihnen (m)ein Erfolgsgeheimnis:
Damals las ich in einem Forum von einer Gesprächseröffnung, die ich bei wirklich guten Telefonverkäufern zwar schon oft gehört aber bis dahin nie so richtig verarbeitet hatte. Ich probierte es einfach mal aus und beginne seither praktisch jedes Gespräch mit den einfachen Worten:
„Guten Tag Herr/Frau MüllerMeierSchmitz. Mein Name ist Herold von Hassenichgesehn und Co. Ich möchte gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.“
>>>Pause.<<<
Mal ehrlich? Wie würden Sie reagieren?
Auflegen? - Ist noch nie vorgekommen. (Ehrenwort!)
Zum Kalender greifen und einen freien Termin suchen? - Kommt öfter vor als man glaubt.
Sich fragen, ob Sie den Wahnsinnigen kennen? – Passiert häufig, verlängert die Sprechpause.
Einfach mal fragen, worum es eigentlich geht? ... Genau!
Und an diesem Punkt sind Sie als Anrufer einen wesentlichen Schritt weiter. Sie haben nämlich die erhöhte Aufmerksamkeit ( weil Sie gefragt werden), die Sie zur Unterbreitung Ihres Angebots brauchen.
Vergleichen Sie es mal mit den Anrufen, die Sie selbst bekommen. Da werden Sie doch meist erst mal zugequatscht...
Und von jetzt an können Sie eigentlich nicht mehr viel falsch machen (Kinderstube vorausgesetzt). Sie dürfen sich verhaspeln, sich versprechen, Details nicht wissen, sich in Ihrem Terminplaner gerade nicht zurecht finden, dürfen rhetorische Kapriolen schlagen. Macht nichts. Hauptsache, Sie vermitteln Ihre ureigenste Begeisterung für Ihr Produkt (bestenfalls in der 4P-Variante - Picture (Bild), Promise (Versprechen), Proof (Beweis) und Push (Aufforderung) - aber darüber kann jemand anders bloggen).
Schön ist es für Ihren Zielkunden zudem, wenn Sie ihm im Verlauf des Gesprächs zu erkennen geben, dass Sie etwas über sein Unternehmen wissen (Vorher mal auf die Webseite gucken).
Eines dürfen Sie allerdings niemals tun, weil man es meistens hört und weil der Schuss früher oder später nach hinten losgeht: Lügen. (nicht mal Schwindeln). Ein „Ich weiß es nicht“ ist immer die bessere Variante.
Und wenn der Angerufene dennoch nicht will?
Dann rufen Sie ihn wieder an. Nach 6 oder 3 Monaten, nach 2 Wochen und manchmal (wenn Ihnen noch was ganz Überzeugendes einfällt) nach 5 Minuten.
Danke Elke! (Sorry, wg. Logo)
Dienstag, 24. Oktober 2006
... und eigentlich längst abgesoffen.
Aber nun haben sich scheinbar unerschrockene Helden gefunden, die die Bildung eines Rettungstrupps evtl. befürworten würden.
business-wissen.de: Die Union will die Einführung von Bußgeldern für unseriöse Call-Center und fordert eine Reform des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb. "Das gegenwärtige Gesetz ist völlig wirkungslos", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion, Julia Klöckner (CDU), der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe). Zur besseren Abschreckung der Verursacher von ungewollter Telefonwerbung brauche man jetzt eine härtere Regelung mit Sanktionen und Bußgeldern. "Wir müssen klarstellen, dass die ständigen Belästigungen der Verbraucher durch ungebetene Werbeanrufe kein Kavaliersdelikt sind", forderte Klöckner. Auch müsse die Aufklärung der Kunden verbessert werden, damit sich diese besser gegen das unliebsame Telefonklingeln wehren können.
Und bis es soweit ist, wird der Brunnen mit SKL- und NKL-Losen abgedeckt.
Samstag, 30. September 2006
Bernd Niquet (w.t.f. is Bernd Niquet? - egal.) hat sich auf finanztreff.de Gedanken über Call Center gemacht.
Das wäre ansich nichts besonderes, hätte ich in den vergangenen Wochen nicht Erlebnisse mit Telekom, 1und1 und diversen hier nicht genannten Unternehmen gehabt, die mich diesen Worten zustimmen lassen:
In keinem Moment ist der moderne Mensch so ohnmächtig und so machtlos wie in dem Moment, in dem er mit einem Unternehmen über ein Callcenter kommunizieren muss. Man kann reich sein, kann mächtig sein, kann erfolgreich sein, Dinge blitzartig begreifen, persönlich überzeugend sein, Menschen für sich einnehmen können, hyperintelligent sein – alle diese Eigenschaften nützen bei einem Callcenter nichts, aber auch gar nichts. Hier wird jeder in die Norm gepresst. Der moderne Mensch mit seiner ganzen Freiheit und seinen historisch völlig einmaligen Möglichkeiten – hier muss er von allem Abstand nehmen. Hier ist er nur noch eine Nummer.
Es handelt sich um die völlige Entpersonalisierung der Kommunikation. Hier redet man nicht mehr mit einem Menschen, sondern mit einer Maschine. Teilweise redet man wirklich faktisch mit Maschinen, meistens jedoch mit auf Maschinenfunktion reduzierte Menschen. Die schlimmen Zukunftsräume von Orwell und Huxley sind hier bereits Wirklichkeit geworden.
"Die normative Kraft des Faktischen: Call Center" vollständig lesen
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Kommentare
Do, 08.05.2008 21:33
Ich glaube es nicht. Auf französisch hat es mit Salz zu tun. Man sagt 'mettre son grain de sel [...]
Do, 08.05.2008 16:09
Meine Bitte, Bitte Dankt Babs, Weil Babs Sich Ziemlich Zottellich Macht, Das Sie ....BL Ne: [...]
Do, 08.05.2008 14:46
Wofür steht eigentlich MBBDBWBSZZMDSBL ?
Do, 08.05.2008 11:54
Na da schließe ich mich natürlich an und gratuliere den Macherinnen des Bewerberblogs ganz fein.
Do, 08.05.2008 11:34
Beim Marketing-Blog gibt es den genialen Archetyp des Presseverhinderers. Der Presseverhindere [...]
Di, 06.05.2008 21:10
Glückwunsch und .... Gude Laune mit dem Schokobrunnen
Di, 06.05.2008 21:09
… 6 ztalP fua hci nib ßiew hci leivoS :SP .nenniweg uz esierP eretiew iebad se tbig hcil [...]
Di, 06.05.2008 14:25
Ein verdienter Sieg wie ich finde. Herzlichen Glückwunsch!
Fr, 02.05.2008 17:51
Sehr richtig - wenn sich diese Erkenntnis bloss mal allgemein durchsetzen würde....
Fr, 02.05.2008 14:09
Bedauerlicherweise ist die Pointe dieses Spots leider nicht mehr ganz frisch. http://youtub [...]
Fr, 02.05.2008 14:08
nicht auf jeden fall
Mi, 30.04.2008 15:11
Hallo, ich würde gerne nebenbei als telefonsexluder arbeiten da mir und meinem mann seit n [...]
Mi, 30.04.2008 11:13
Der Bedarf nach einer betriebswirtschaftlich verwertbaren Erfolgskontrolle und Effizienzanalys [...]
Di, 29.04.2008 14:36
nicht war, ist doch morgen... oder?
Di, 29.04.2008 10:02
Ich suche noch einen Telefonsex Nebenjob ohne Cam.Möchte aber nicht unter 25 Cent verdienen .W [...]
Di, 29.04.2008 08:48
Schaut mal in Artrium vorbei! Da geht´s ab. artrium.myminicity.com
Di, 29.04.2008 08:43
Morgen? Ist heute.
Di, 29.04.2008 02:49
und morgen, was ist mit morgen? denkt niemand mehr an morgen?
Mo, 28.04.2008 15:19
Gestern war einmalig - das stimmt.
Mo, 28.04.2008 15:17
Gestern ist aber auch einmalig.