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Fleisch im Fernsehen

Hab Ihr sie schon gesehen? Die neue Werbung des Deutschen Fleischer-Verbands? Nein? Dann schaut erstmal hier

Und jetzt stellt Euch diesen Spot auf einem richtig guten großen Fernseher vor. Gestern abend hat sie mich dort erwischt, diese Fleischfarbe. Ein komplett fleischrosa Bildschirm. Muss ich sagen, dass das alles andere als appetitlich war?

Und das wollen die doch erreichen, oder? Appetit meine ich. Appetitanregendes aus der deutschen Fleischerei/Metzgerei/Schlachterei, je nach Region. Ich finde, abschreckender geht es kaum. Da hilft auch das bekannte Testimonial Andreas C. Studer nix (das ich nicht kannte, weil ich keine Kochsendungen schaue).

Mit der Farbe schießen die sich selbst ins Knie, finde ich. Auch wenn es die Farbe des Fleisches ist und damit sicherlich diese Ware gemeint sein soll. Oder bin ich ein Einzelfall? Kommt das vielleicht an?

Für mich ist so etwas ein Beispiel dafür, dass hier Werbung gemacht wird, die dem Werbenden (also dem Fleischerverband) gefällt, nicht aber unbedingt der Zielgruppe. Das ist übrigens im Handwerk sehr verbreitet. Wenn's der einzelne Fleischer so macht, bitteschön. Aber sollte nicht der Verband mit gutem Beispiel vorangehen?

Chinesen

Der laktoseintolerante Chinese ansich macht nicht nur die Milch teurer.

Er begehrt auch auf gegen die Verletzung seiner Gefühle durch einen der seinen.
Genauer: Ein amerikanischer Chinese hat einen urdeutschen Chinesen auf dem Gewissen.

Die Quai Lohs von Construktiv haben Mister Wong als Testimonial abserviert.

Wie jedoch aus dem Freundeskreis des geschätzten chinesischen Herrn zu erfahren war, arbeitete man bei Construktiv schon länger an der Verpflichtung eines neuen Testimonials von Weltruf.

Wer der (wahrscheinliche) Nachfolger ist erfahren Sie wenn Sie
"Chinesen" vollständig lesen »

Euro 08 Maskottchen

Da die Uefa Euro 2008 in der Schweiz und Österreich ausgetragen wird, gibt es auch eine doppelte Ausführung. Der Name soll von den Besuchern der McDonald’s Restaurants abgestimmt werden. Dies soll vom 27 September bis zum 5 Oktober über die Bühne laufen.


Den Goleo hat's ja fast getoppt...

Come on over to my place

Gerade erst hat Richard Edelman so richtig über sein Bach-Päckchen abgelästert, da hat man im Land der Ideen die nächste gaaanz grosse Kampagne zur Investorengewinnung ersonnen. So frei nach dem Motto: Wenn mit Kantaten bei den Amis nichts zu holen ist, versuchen wir es halt mit einer ganz ganz vorsichtigen Sex-Sells-Variante in der Londoner U-Bahn (immer noch besser als eines von vielen Zettelchen in den örtlichen Telefonzellen).
Ob Schiffers Londoner Appartement in U-Bahn-Nähe liegt oder ob ihr Landsitz bei Suffolk über den subway erreichbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


Claudia Schiffer wirbt für „Deutschland – Land der Ideen“
Auf insgesamt 11 Plakaten präsentiert das deutsche Topmodel Claudia Schiffer die neue Kampagne der Initiative „Invest in Germany – Land of Ideas“. Das berühmteste deutsche Fotomodell ist ab sofort auf verschiedenen Plakatwänden der zentralen U-Bahn Station „Bankstation“ in London zu bewundern.

Ziel der Kampagne ist es, in den weltweit wichtigen Finanzmetropolen auf den Investitionsstandort Deutschland aufmerksam zu machen. Hier eine Auswahl der Foto-Motive, für deren Realisierung der deutsche Starfotograf Peter Lindbergh gewonnen wurde.

Zur Hermeneutik der Fußballerrhetorik

oder: Was würde wohl Kant nach dem Schlusspfiff sagen?

Deutschland ist nicht mehr das Land der Denker und Dribbler von einst. Dennoch haben unsere Philosophen und Fußballer eines gemeinsam: Ihre Äußerungen werden belächelt, und sie bleiben samt ihrem Anliegen oftmals unverstanden.

Dabei vereint beide Gruppen das Streben nach dem Sinn des Lebens, ganz gleich ob Existenzialist oder Stuttgart-Anhänger, Nihilist oder Frankfurt-Fan, Hegelianer („Das Wahre ist das Ganze.“) oder Rehagelianer („Jeder kann sagen, was ich will.“).

Nur hat der moderne Mensch heute weniger Zeit, über derartige Gedankenkonstrukte zu sinnieren. Er freut sich aber, wenn es andere tun – sofern es „medienadäquat“ ist. Am deutlichsten wird das, wenn man Immanuel Kant, nach wie vor Deutschlands Leitdenker, und Lothar Matthäus, den ehemaligen Leitwolf gegeneinander stellt. Denn inhaltlich trennt den Wegbereiter der Weltmeisterschaft von 1990 dabei nur wenig vom Wegbereiter der Aufklärung.

Diese bezeichnete der große Geist aus Königsberg vor über 200 Jahren als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ So etwas sendet selbst 3sat erst nach Mitternacht.

Ach, um wie viel präziser formulierte das doch der fröhliche Fußballfranke: „Ich, was meine Person betrifft, entscheide für mich alleine.“ Aber Undank ist der Welten Lohn, und „Lodda“ erntete nur Hohn statt Lob. Und er ist nicht der Einzige, den ein solches Schicksal ereilt hat.

Dabei ist „die normative Kraft des Faktischen“ (ebenfalls Kant) wohl nie besser beschrieben worden als von deutschen Fußballern. Preetz’ „Da war dann jeder Treffer ein Tor.“, Sammers „Das nächste Spiel ist immer das nächste.“ oder auch Brehmes „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ sind beredte Belege für das philosophische Potenzial unserer eloquenten Elitekicker.

Und die deutschen Trainer? Sie bewegen sich sogar in noch höheren Sphären. Einsteins Theorie der Relativität von Zeit und Raum wurde erst durch Berti Vogts fürs Volk in all seinen Dimensionen verständlich: „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“ Aber Szenenapplaus? Auch hier: Fehlanzeige.

Es ist fürwahr ein Rätsel, warum jenen Menschen, die wie kaum sonst jemand Kopfarbeit mit Hand und Fuß verrichten, so wenig Anerkennung für ihre Universal-Weisheiten zuteil wird. Weder Pressemacher noch -konsumenten erkennen diese Verwandtschaft zwischen Vordenkern und Vorstoppern, der Hermeneutik, der Lehre, und Herberger, dem Lehrer der Erkenntnis.

Dabei zeigen sich diese Gemeinsamkeiten von Lenkern und Denkern seit jeher schon äußerlich: So widerstand der junge Breitner (München, Madrid) einst ebenso wie der alte Marx (Trier, London) der Diktatur der Rasur, Netzer (Kritiker der spielerischen Fertigkeiten) und Sloterdijk („Kritik der zynischen Vernunft“) haben heute noch den gleichen Haarschnitt, und der Aktionsradius von Möller (33) entspricht dem von Gadamer (101).

Was also tun? Vielleicht ist es am sinnvollsten, zumindest hin und wieder den alten, römischen Rat zu beherzigen: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ („Wenn du geschwiegen hättest, wärest du Philosoph geblieben.“). Andererseits sollten wir uns eingedenk der bevorstehenden Weltmeisterschaft vielleicht doch besser mit Prinz Poldis neuer Biomechanik anfreunden: „Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln …“

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Was das mit Marketing zu tun hat? Beim Bäckergsell' hat alles mit Marketing zu tun. Echt, echt wahr ...

Nichts geht über Bärenmarke!

Ziemlich unangefochten hat es die gute alte Bärenmarke auf Platz 1 bei der Wahl zur beliebtesten Werbefigur Deutschlands geschafft. Bis zum 30. April konnten die Besucher des Werbemusseums unter 29 Vorschlägen wählen. Sinn und Zweck der Aktion und zugleich Selbstanspruch des Werbemusseums ist es, Werbung als allgemeines Kulturgut zu dokumentieren.

Mein persönlicher Favorit (das HB-Männchen) landete auf Platz 4, was ich mir nur damit erklären kann, dass das Durchschnittsalter der Wähler unter dem meinen lag bzw. diejenigen, die´s noch gut kannten, aufgrund erhöhtem Tabakkonsums längst weggestorben sind. Platz 2 belegen die Mainzelmännchen (Glückwunsch an das best-practice-business-blog). Wie es allerdings der Charmingbär auf über 1000 Stimmen und damit auf Platz 3 geschafft hat ist mir völlig unerklärlich.


 







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