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Was für ein Theater: Schmerzensgeld für Autoren?

Scheinbar tut sich was für Menschen, die schreiben. Ihre Werke bleiben - und dürfen in Zukunft wohl nicht mehr nach Gutdünken eines des Schreibens unfähigen Regisseurs verändert werden. (Ich kenne auch keinen Dirigenten, der Kompositionen neu zusammenstückelt.)

Dennoch stoßen, wie Yahoo meldet, die Pläne der Bundesregierung beim Deutschen Bühnenverein auf scharfen Widerstand. (was niemanden wirklich überrascht.)

Problematisch sei vor allem, dass Autoren, deren Werke urheberrechtlich geschützt sind, künftig vom Theater eine Art Schmerzensgeld verlangen könnten, wenn ihre Werke stark verändert oder durch die Regie in einen völlig anderen Zusammenhang gestellt würden.

Problematisch? Wenn man sich an geistigem Eigentum vergeht, muss sonst jeder blechen. Will da jemand Sonderrechte?

Aber was weiß schon ein Werbetexter? Dieses rechtlose Wesen, in dessen Kreationen sich ja auch jede/r ungestraft einmischt, der schomma einen Schulaufsatz geschrieben hat. Und ne Art GEMA für Claims wäre ja auch mal schön.

Statt dessen erhielt ich neulich eine Anfrage hierzu mit der Frage, wie ich Entwicklung eines Claims denn abrechnen würde.

"Pro Anschlag?"
"Bitte? Und was haben Sie sich da so vorgestellt? 1 €/Buchstabe? Glauben Sie Coke zahlte für "Enjoy" 5 € zzgl. MwSt.?"
"Man wird ja mal fragen dürfen."

Ja, aber es darf auch mal intelligent sein .... bei so was sollte man auch auf Schmerzengeld klagen können.

A propos Intelligenz, Gema und Können: Wenn jemand einen Songwriter braucht, mailen Sie mir.

Treffpunkt Theatermarketing

Auf den ersten Blick spannend: Die Theater in NRW wollen etwas unternehmen und haben sich ein Internet-Portal geschaffen um ihr Marketing anzukurbeln.

Da frage ich mich doch glatt: Wird mein Abo billiger, wenn´s denn gelingt?

Volle Häuser per Intranet: Theatermarketing-Portal gestartet

dpa DüSSELDORF. Ein bisher in der internationalen Bühnenlandschaft einmaliges Theatermarketing-Portal ist in Nordrhein- Westfalen an den Start gegangen. Per Intranet sollen den beteiligten Häusern Wissen über professionelles Marketing und gelungene Werbekampagnen vermittelt werden.

Das sagten NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) und der Vorsitzende der NRW-Intendantengruppe, Jens Pesel, am Freitag in Düsseldorf. Das Portal als „Ideenbörse“, an dem sich bisher 34 Theater an Rhein und Ruhr beteiligen, soll ab Januar 2007 auch bundesweit den Bühnen zur Verfügung stehen.

Theater seien mehr denn je auf zeitgemäße Werbemethoden, Kooperationen und Sponsoringmaßnahmen angewiesen, die in gelungenen Beispielen durch das Portal bekannt gemacht werden sollen, sagten Thoben und Pesel. Schließlich konkurrierten die Bühne mit einem ständig wachsenden Kultur- und Unterhaltungsangebot. Dennoch könnten nach Expertenschätzungen bis zu 40 Prozent der Bundesbürger als „theateraffin“ für einen Besuch in Schauspiel, Oper oder Konzert gewonnen werden, wenn sie entsprechend angesprochen würden, meinte die Wirtschaftsministerin. Pesel, Intendant der Krefeld- Mönchengladbacher Bühnen, warnte davor, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten „das Produkt Theater“ leiden zu lassen.

Das in Kooperation mit namhaften Werbeagenturen entstandene Portal „Treffpunkt Theatermarketing“ biete großen Häusern einen Platz für den Ideen - und Erfahrungsaustausch. Kleinere Bühnen erhielten per Intranet die Chance, auch ohne großen Bestand an qualifiziertem Personal und mit schmalem Budget realisierbare Kampagnen zu entwickeln. So stellt beispielsweise eine Ruhrgebietsbühne ihr erfolgreiches Projekt der „Kostümpartnerschaften“ vor: Auch Bundesminister Franz Müntefering (SPD) hat bereits hier für ein Kostüm in seine Brieftasche gegriffen.


Man kann sich beim Aufruf der Seite www.treffpunkt-theatermarketing.de natürlich schon fragen, warum zum Geier hier eine Pressemitteilung verfasst wurde, wenn´s fürs gemeine Volk nix zu gucken gibt. Da hätte es ein Rundbrief vielleicht auch getan...

Das hat was von: morgens als erster ins Büro kommen, vollen Aschenbecher und Papierstapel auf´n Schreibtisch und dann behaupten, man hätte die ganze Nacht durchgearbeitet.
(Insofern natürlich gelungenes Marketing...)

Der Hinweis auf die Kostümpartnerschaften mag ja gut gemeint sein, mit Marketing hat das allerdings dann überhaupt nichts zu tun, wenn bei der entsprechenden Google-Suche dieses Ergebnis rauskommt: Meinten Sie: „Systempartnerschaften“
Wie Sie sehen, sehen Sie nix.
Aber vielleicht hat man die Internetpräsenz auch nur geschaffen um es jenen Schweizern gleich zu tun, die vor einiger Zeit eine wirklich gelungene Guerilla-Aktion losgetreten haben und um konspirativ ähnliches zu verabreden.

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