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Tierische Akquise (IX)

Groß, mächtig und bisschen dumm kommt er uns vor, der werbende, der bekannte röhrende Hirsch. Letzteres resultiert wohl aus seiner Omnipräsenz in Deutschlands Wohnstuben Anfang des letzten Jahrhunderts. So gesehen handelt es sich wohl um das erfolgreichste Werbemotiv aller Zeiten. Kann man sonst noch lernen von "Wild-Werbung"?

    Ab Mitte September konkurrieren die Rothirsche um den Harem. Der Platzhirsch sucht das Kahlwildrudel auf. Er markiert den Brunftplatz (...).

    Während der Brunftzeit beobachtet man beim Hirsch folgende Gebärden:
    1. Herausstrecken des Leckers, der in kurzen Abständen über den Windfang fährt.
    2. Flehmen, Hochziehen der Oberlippe, ohne einen Laut abzugeben. (...)
    3. Zucken der Brunftrute als Ausdruck geschlechtlicher Erregung.
    4. Eckzahndrohen, wenn der Hirsch seinem Konkurrenten die Grandeln zeigt. (...)

    Beihirsche (geringe Hirsche z.B. Spießer) werden am Rande des Rudels geduldet, wenn sie dem Kahlwild nicht zu nahe treten. Herausforderer werden vertrieben. Nähert sich ein Herausforderer röhrend, versucht der Platzhirsch mit einer schnelleren Ruffolge zu antworten. Gibt der Herausforderer dann nicht auf, stolzieren die Konkurrenten in 5 bis 10 Meter Abstand nebeneinander einher und imponieren mit ihren Breitseiten. Manchmal treten sie dabei zur Seite und wühlen mit dem Geweih den Boden auf. Flieht keiner, senken plötzlich beide ihre Köpfe, prallen mit den Geweihen aufeinander und versuchen sich gegenseitig rückwärts zu schieben. In der Regel flieht dann der Schwächere, wenn der Druck des Gegners etwas nachläßt. Meist gewinnt der Platzhirsch! (...) (Quelle)


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Tipp des Tages: Niemals den Kopf hängen lassen -
außer zum Angriff!

Tierische Akquise (VIII)

So oft er in Allegorien verwendet wurde, scheint der Wolf, schenkt man den großen Klassikern Glauben, dem Menschen nicht unähnlich zu sein. Am bekanntesten ist wohl Hobbes' homo homini lupus. Und wie sieht es aus mit dem Werben?

Die Paarungszeit, auch Ranzzeit genannt, findet im Spätwinter Ende Januar statt, wenn die Weibchen läufig werden. Schon Monate bevor, macht sich eine zunehmende Unruhe bemerkbar. Das Alpha-Weibchen beginnt immer aggressiver zu werden, bis es einen verführerischen Duft verströmt. Es fordert die Rüden zum Spiel auf. Nur dem Alpha-Rüden gefällt das nicht. Er springt die Nebenbuhler an und drückt sie zu Boden. Aber auch das Alpha-Weibchen schreckt etwaige Rivalen mit Drohgebärden und Knurren ab. (Es ist allerdings immer noch nicht genau geklärt, ob sich wirklich nur das Alpha-Paar vermehren darf, oder ob auch andere Rudelmitglieder Welpen werfen. Weitere Forschungsergebnisse bleiben auch hier abzuwarten.) Im Unterschied zu den Hunderüden sind Wolfsrüden nicht das ganze Jahr über zeugungsfähig. Sie paaren sich nur einmal im Jahr. Doch bleiben verpaarte Wölfe meist das ganze Leben über bzw. bis zum Tod eines Partners zusammen. (Quelle)

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Tipp des Tages: Für eine langfristige Kundenbindung lohnt es sich,
den Buckel krumm zu machen!



Tierische Akquise (VII)

Gewissen Berufsgruppen wird gern eine gewisse Forschheit beim Werben und Buhlen unterstellt, bisweilen soll genau das auch gefordert sein, da dies als besonders erfolgsversprechend gilt. Bei der Spezies ptilonorhynchus violaceus (Laubenvogel) - übrigens: nahe Verwandte der Paradiesvögel - wäre ein solches Verhalten das nicht. Hier haben

Macho-Männchen bei der Damenwelt keine Chancen. Belohnt wird "verständnisvolles", nicht zu aggressives Balzverhalten. (...) Der Balzerfolg der Männchen (hängt) sowohl von einem beeindruckenden Werben ab(...) als auch von der Fähigkeit, dieses gemäß der weiblichen Reaktion zu modifizieren. (... Es scheint), dass es eine Art Verständigung zwischen den Geschlechtern gibt. Denn das Werbe- und Kampfverhalten der Männchen ist ähnlich. Sie plustern sich auf, spreizen die Flügel und stoßen laute Summgeräusche aus. Da Weibchen aber zur Fortpflanzung naturgemäß einen möglichst stattlichen Verehrer ergattern wollen, dürfen sie das männliche Balzverhalten nicht als Drohgebärde missinterpretieren. (... Zudem) werde die Intelligenz im Wettbewerb angetrieben, um vor dem anderen Geschlecht zu prahlen. (Quelle)

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Tipp des Tages: Wer kämpft, hat schon verloren!

Tierische Akquise (VI)

Sie stehen für Unabhängigkeit, Raffinesse, Anmut, aber auch für Aggressivität und Unberechenbarkeit: Katzen. Allein die Tatsache, dass der Mensch sich wohl bei keinem anderen Tier so sehr um Unfruchtbarkeit bemüht, werte ich als Anzeichen, dass man aus den Ritualen dieser Spezie so manches für unsere Spezies sowie zum Thema "Akquise" lernen kann:

Katzen führen bekanntermaßen ein reges Liebesleben. (...) Die sexuelle Aktivität der Katzen spielt sich etwa dreimal im Jahr ab; im späten Frühjahr, im Sommer und im frühen Herbst. (...) Sobald die vermehrte Hormonproduktion einsetzt, verändert die Katze ihr Verhalten. Sie wird extrem anhänglich, reibt und rollt sich auf dem Rücken und ist sehr unruhig. Ständig drängt sie nach draußen. Mit klagendem "Jaulen" ruft sie nach einem Kater. Während der Rolligkeit nimmt sie die typische Paarungshaltung ein: Der Vorderkörper liegt flach auf der Erde, das Hinterteil ist nach oben gestreckt. Gleichzeitig führt sie mit ihren Hinterbeinen Tretbewegungen aus. (...) Ist (der Kater ...) hinterlässt er Urin Spuren von beißendem, äußerst hartnäckigem Geruch. Oft verliert er auch die Lust am Fressen. Es kann vorkommen, dass ein Kater anderen Vierbeinern nachstellt, selbst wenn es sich um seinesgleichen handelt. (...) Das Liebeswerben kann etliche Stunden dauern. Während des Vorspiels schnüffelt das Männchen an den weiblichen Genitalien und flehmt. Während er das Weibchen besteigt, packt er es im Nackenfell. Der Genitalkontakt selbst dauert höchstens zehn Sekunden und endet mit einem durchdringenden Schrei der Katze, die sich sofort vom Kater löst. Sie dreht sich um und nimmt eine aggressive Haltung ein. Im nächsten Moment wälzt sie sich auf dem Boden und schnurrt, während der Kater in ihrer Nähe sitzen bleibt, sich putzt und wartet, bis die Katze wieder bereit ist. Nun kann das Spiel von neuem beginnen. (Quelle)

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Tipp des Tages: Nicht aufgeben!

Tierische Akquise (V)

Eines der bekanntesten Insekten ist wohl die Fruchtfliege ("drosophila melanogaster"). Ihren Ruhm begründet ihre Präsenz im Biologieunterricht, die sie wiederum ihrer simplen Struktur aufzuweisen hat. Sagte man uns zumindest damals. Ich glaube ja nun, es lag eher an ihrem Gewicht. Wie dem auch sei, sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie man richtig akquiriert:

Das Männchen folgt dem Weibchen, klopft sanft mit seinen Vorderbeinen auf ihren Rücken, umwirbt sie mit Flügelmusik, leckt danach ihre Genitalien, um schliesslich ihren Rücken zu kräuseln, damit sie eine Begattung zulässt. (...)

Kürzlich zeigte eine Wiener Forschungsgruppe, dass ein einzelnes Gen als Schalter dient, um das Paarungsverhalten der männlichen Drosophilas zu aktivieren. (...) Wurden nun Fliegenweibchen gentechnisch so verändert, dass sie das männliche Genprodukt herstellten, so verhielten sie sich wie Männchen. Sie machten also Geschlechtsgenossinnen den Hof wie die besten Drosophila-Casanovas, ausser dass sie weniger leckten. Auf der anderen Seite erlosch das Interesse an Weibchen, wenn Taufliegenmännchen manipuliert wurden, so dass sie ein weibliches fruitless-Genprodukt herstellten.
(Quelle)

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Tipp desTages: Sei du selbst!

Tierische Akquise (IV)

Bei der Akquise wird ja dem Zeitpunkt eine besondere Bedeutung beigemessen. Daher nun ein Beispiel der führenden Analogien aus der Welt der Tiere:


Das Paarungsverhalten der meisten Elefantenpopulationen orientiert sich an jahreszeitliches Zyklen (...) Erst etwa zwei Monate nach Einsetzen der Regenzeit und reichlicher Ernährung ist der weibliche Körper soweit, dass sich die Gebärfähigkeit wieder einstellt. (...)

Bullen legen täglich große Distanzen zurück um paarungsbereite Weibchen in ihren Revieren aufzusuchen. Die am weitesten wandernden Bullen treffen in der Paarungszeit auf eine entsprechend höhere Zahl von empfängnisbereiten Kühen.

Häufig finden zwischen den Bullen Revierkämpfe um das paarungsbereite Weibchen statt. (...) Allerdings haben die Kämpfe zwischen Elefanten meist ritualisierten Charakter. In der Regel sind sie eine Mischung aus Imponierverhalten, Schieben mit den Köpfen und ringkampfähnlichen Angriffen mit Rüssel und Stoßzähnen. (...)

Während der Brunstzeit zeigen erwachsene, asiatische Elefantenbullen eine eigentümliche Erscheinung, die die Inder "Musth" nennen. (...). Es erhöht seine Chancen bei den Kühen. (...) Die Musth ermöglicht auch kleineren Elefantenbullen die Paarung. Gäbe es sie nicht, würde sich immer nur der größte und dominanteste Bulle fortpflanzen.
(Quelle)

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Tipp desTages: Geh los und nutze die Kraft des Augenblicks!
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