Deutscher Werberat legt Beschwerdebilanz vor

Der Deutsche Werberat hat seine Jahresbilanz der Beschwerden gegen Werbespots und -kampagnen vorgelegt. 755 einzelne Beschwerden erreichten die Gutachter, 407 davon wurden als begründet erachtet. In sieben Fällen rügte der Werberat öffentlich Unternehmen, die sich zunächst geweigert haben, ihre Anzeigen zurückzuziehen.

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Der Deutsche Werberat hat 2011 insgesamt 407 Werbemaßnahmen von Unternehmen überprüft, zu denen aus der Bevölkerung 755 einzelne Beschwerden vorlagen. Davon fielen 145 Kampagnen u.a. wegen vermuteter Rechtsverstöße nicht in die Kompetenz des Werberats und wurden an klagebefugte Instanzen weitergeleitet. 262 Spots, Anzeigen, Plakate, Prospekte und Onlinewerbung wurden vom Werberat begutachtet, 12 Prozent weniger als 2010.

87 Werbekampagnen wurden vom Werberat beanstandet. Daraufhin wurden 72 Kampagnen vom Markt genommen und 8 Sujets verändert. Nur 7 kritisierte Unternehmen zeigten zunächst keine Einsicht und wurden daraufhin öffentlich mit öffentlich mit Hilfe der Massenmedien gerügt.


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Der häufigste Grund für Verbraucherbeschwerden beim Werberat bleibt die Diskriminierung von Frauen in der Werbung, obwohl 2011 deutlich weniger Werbekampagnen von Unterstellungen betroffen waren. Weitere Vorwürfe betrafen u.a. die Diskriminierung von Personengruppen, Gewaltverherrlichung oder Männerdiskriminierung.

Im Hinblick auf die kritisierten Branchen zeichnet sich kein eindeutiges Bild ab. 22 Mal wurden Kampagnen der Branchen Kfz, Unterhaltungselektronik und Dienstleistungenan kritisiert, gefolgt von der Lebensmittelbranche mt 20 Beschwerden, Bekleidung mit 17 sowie alkoholhaltigen Getränken und Tourismus mit je 15 Beschwerden. Weitere unter Werbekritik geratene Branchen liegen mit überwiegend einstelligen Fallzahlen darunter.


63 Mal wurden im vergangenen Jahr TV-Spots kritisiert, 57 Mal Plakatwerbung. Unter den verglichenen Werbemitteln belegt Internetwerbung in diesem Jahr Rang 3 mit 31 kritisierten Kampagnen, was laut Werberat einen deutlichen Rückgang gegenüber 2010 mit noch 50 Sujets bedeutet. Alle anderen Medien wie z.B. Anzeigen, Prospekte oder Radiospots liegen teils weit unter 25 Fällen.


2012 wird der Deutsche Werberat 40 Jahre alt. Er wird von den 40 Mitgliedsverbänden des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW getragen.



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Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber: Besorgniserregende Werbung

Es gibt ja von jeher Leute die meinen auch schlechte Werbung sei Werbung, zumindest im Sinne erhöhter Aufmerksamkeit. Aber ernsthaft: Wer erinnert sich schon an die gerügten Motive oder Marken aus 2008 oder die Beschwerdebilanz 2012? Und wer hätte je dies

08:48

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