Mangel an Kommunikation behindert europäische Cleantech-Entwicklung
Weber Shandwicks ‘Come Clean’ Report sieht Deutschland im Europavergleich vorn
Schlechte Kommunikation hemmt das Wachstum der Cleantech-Unternehmen in Europa.
Zu diesem Schluss kommt eine von der internationalen Kommunikationsagentur Weber Shandwick und KRC Research in vier europäischen Ländern durchgeführte Studie.
Unter dem Begriff Cleantech (Clean Technology) fassen Weber Shandwick und KRC Research umweltfreundliche sowie energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen für den gewerblichen und privaten Bedarf zusammen.
Acht von zehn Großunternehmen in Europa haben bereits Cleantech-Beschaffungsrichtlinien eingeführt. Trotzdem belegt die Studie, dass potenzielle Kunden durch die Cleantech-Lieferanten nur mangelhaft beraten werden. Qualitativ hochwertige Informationen, die dem Kunden eine umfassende Bewertung von Cleantech-Produkten und -Dienstleistungen ermöglichen, sind jedoch entscheidend für den Vertriebserfolg: So gab die Hälfte der befragten Unternehmen als größtes Kaufhindernis die hohen Kosten an, die sie hinter Cleantech-Investitionen vermuten.
Von 400 in Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien befragten Entscheidungsträgern im Einkauf erhält fast ein Drittel (29 Prozent) derzeit keinerlei Informationen von Cleantech-Unternehmen über deren Produkte und Dienstleistungen. 26 Prozent der Befragten geben an, dass sie nicht genügend Informationen von den Lieferanten erhalten, während jeder Zehnte (11 Prozent) das Gefühl hat, dass die erhaltenen Informationen zu kompliziert sind.
Für Unternehmen, die auf eine effektive Kommunikation mit potenziellen Cleantech-Kunden setzen, sind die Aussichten jedoch gut: Der Report von Weber Shandwick zeigt, dass 60 Prozent der europäischen Unternehmen dem grünen Einkauf noch immer die gleiche Relevanz beimessen wie vor der Wirtschaftskrise. 25 Prozent erwarten, dass sie dem Thema Cleantech zukünftig mehr Bedeutung zumessen und nur 14 Prozent geben an, dass sie es als weniger wichtig einstufen werden.
Charles Secrett, Senior Associate des Cambridge Programms für Nachhaltigkeit: „Weber Shandwicks Report ist eine Pflichtlektüre für jeden, der im Cleantech-Sektor aktiv ist. Er bietet eine zeitgemäße und pragmatische Bewertung des Marktes und identifiziert die Probleme, die Cleantech-Unternehmen angehen müssen, um potenzielle Käufer von sich zu überzeugen.“
Karin Bollo, Leiterin der Weber Shandwick Technology Practice in Deutschland, fügt hinzu: „Unsere Studie zeigt, dass das Interesse an Cleantech-Produkten und -Dienstleistungen deutlich zunimmt. Der Wettbewerbsvorteil liegt ganz klar bei den Unternehmen, die den Nutzen ihres Angebots überzeugend kommunizieren können. Die wichtigste Aufgabe ist, dem hochpreisigen Image von Cleantech-Produkten entgegenzusteuern. So sollten Cleantech-Anbieter klar aufzeigen, dass ihre Lösungen auch zu erheblichen Kosteneinsparungen im Unternehmen beitragen können.“
Im Vergleich zu den anderen europäischen Märkten liegt Deutschland beim Thema grüne Produkte und Dienstleistungen weit vorn:
- Fast drei Viertel der deutschen Unternehmen haben bereits Cleantech-Richtlinien eingeführt, in Großbritannien hingegen nur etwas mehr als die Hälfte.
- Zwei Drittel der befragten Unternehmen in Frankreich benennen Kosten als Haupthinderungsgrund einer Cleantech-Einführung – in Deutschland sind dies nur 40 Prozent.
- Weniger als ein Drittel der Befragten in Frankreich glaubt, genug Informationen über das umweltfreundliche Angebot ihrer Lieferanten zu erhalten – in Deutschland ist die Hälfte der Befragten mit den verfügbaren Informationen zufrieden.
- 83 Prozent der deutschen und spanischen Unternehmen achten auf das Cleantech-Angebot ihrer Lieferanten. In Frankreich tun dies weniger als 50 Prozent.
Der vollständige ‚Come Clean‘ Report kann unter www.europetech.webershandwick.com heruntergeladen werden. Neben den detaillierten Studienergebnissen enthält er strategische Empfehlungen für Kommunikationsfachleute aus dem Cleantech-Bereich.
Weber Shandwick hat innerhalb seiner Technology Practice ein paneuropäisches Cleantech-Expertenteam aufgebaut, das mit einer Vielzahl an Kunden von etablierten Großunternehmen bis hin zu Start-Ups arbeitet. Die Expertise des Teams erstreckt sich über diverse Branchen – darunter die Bereiche Energieeffizienz, saubere Energie, Biokraftstoffe, Green IT, Bauen und Transport.